Aktuelles

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    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.

  • Ein ungleicher Kampf Imker kämpfen für das Überleben der Honigbiene. Es ist ein kleines, schwaches Völkchen verglichen mit den Konzernen, denen die Gesundheit von Lebewesen nicht am Herzen liegt. Es ist dabei völlig unverständlich, da sie im gleichen Boot sitzen, die gleiche Nahrung zu sich nehmen mit den gleichen Risiken. Doch Macht und Mammon zählen mehr. ...
  • Im Auftrag der Bienen auf der IGW 2017 Internationale Grüne Woche Berlin 22 Frauen und Männer, den Bienen und der Imkerei verbunden, haben sich engagiert für den Infostand der FU Berlin und des Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.. Neun Stunden und mehr vor Ort haben sie zur Verfügung gestanden für die Fragen eines sehr unterschiedlichen Publikums, für Fragen rund um die Bienen. ...
  • Bienen produzieren in Städten mehr Honig als auf dem Land Spiegel online 02.01.2017 Bestäubung Bienen produzieren in Städten mehr Honig Als Autoren werden Monika Krahnstöver und Benedikt Polaczek genannt. Lieber Gärten statt Wiesen: Bienen finden in Städten mehr Nahrung, sie sind dort produktiver als auf dem Land. Hauptursache für den Unterschied ist die Landwirtschaft. Montag, 02.01.2017   09:15 Uhr Städte bieten Bienen bessere Bedingungen als landwirtschaftliche Felder und Wiesen. Das zeigt eine ...
  • Internationaler Bienenkongress 2017 Vom 28.03 – 29.03.2017 findet in Berlin ein internationaler Bienenkongress statt. Das BMEL – Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist der Veranstalter und Organisator zusammen mit dem D.I.B. – Deutscher Imkerbund e.V. „Viele Akteure – ein Ziel“: Bienenschutz als internationale Aufgabe Bienen sind nicht nur Honiglieferanten, sondern übernehmen als Bestäuber vieler Pflanzen auch eine wichtige Aufgabe im ...
  • Neues von der Stadtbaumkampagne der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Spendenzeitraum und Pflanzung 2016) Ursprünglich hatten wir uns für zwei Krimlinden in der Spilstraße entschieden. So schön so gut. Die Vorbereitungen zur Pflanzung wie Markierungen anbringen, Parkverbotsschilder aufstellen und der Versuch den ersten kranken Baumstumpf zu entfernen waren schließlich vergebens, da ein Kabel der Telekom die Pflanzung nicht zuließ. Wir haben uns schließlich für die Saargemünder Straße, Mittelstreifen, entschieden. ...

Bilder

  • IGW 2017 Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. und FU Berlin Abteilung Bienen auf der Sonderschau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf der ...
  • Tagesausflug in den Spreewald Am 10. September 2016 startete ein Bus voller Imker in den Spreewald. Wie immer ging es um 7.00 Uhr an ...
  • IGW 2016 Internationale Grüne Woche Berlin 15.01. – 24.01.2016 – ein Résumé – 10 Tage gute Aktionen für die Bienen und ...
  • Imkerreise nach Stróże und Kraków (Krakau) 2015 Mit Mitgliedern und Freunden vom Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. Mitwoch 9.09. 7:00 Abfahrt – Königin Luise Str.1-3 ca. 13:00 Mittagessen in Gogolin ...
  • Ein spätes Bienenschlaraffenland In der Mörchinger Str. / Dahlemer Weg finden wir mit der für unsere Region eine seltene Anlage einer Allee aus ...

Imkerpraxis

Literatur

  • Von den Bienen lernen Dass diese Tiere das Überleben seit vielen Millionen Jahren beherrschen trotz aller Widrigkeiten der Umwelt, des Klimas, der Tiere und ...
  • Die Frage der Bienen Am 31.10.2016 konnte man in 3sat einen wunderbaren Film sehen in Netz Natur: Die Frage der Bienen von Andreas Moser. Ohne ...
  • Glyphosat im Honig Der zulässige Grenzwert ist überschritten. Ein Imker hat sich den Verdacht bestätigen lassen, dass durch den wohl hemmungslosen Einsatz von ...
  • EU vertagt Zulassung von Glyphosat DER TAGESSPIEGEL 09.03.2016 Die Entscheidung über die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat ist verschoben. Deutschland enthält sich bei einer Probeabstimmung. von Sarah ...
  • Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto EU vertagt Zulassung von Glyphosat DER TAGESSPIEGEL 08.03.2016 16:55 Uhr Die Entscheidung über die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat ist verschoben. Deutschland enthält sich bei ...

Probeimker

  • Imkerkurse 2017 Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. ...
  • Imker auf Probe April 2012 Seit nunmehr fünf Jahren bietet der Imkerverein Zehlendorf und Umgebung e.V. das „Probeimkern“ an. Wer Interesse hat an der ...
  • Modernes Hobby: Imkern Imkern als Hobby? Das sagt man so. Doch wer es ernst meint mit der Pflege der ihm anvertrauten Tiere, der ...

Verein

Interessantes anderswo

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  • Die Frage der Bienen Am 31.10.2016 konnte man in 3sat einen wunderbaren Film sehen in Netz Natur: Die Frage der Bienen von Andreas Moser. Ohne ...
  • EU-Kommission will Bienen besser schützen Dienstag, 18. August 2015 Seit den Pestizidverboten gegen das erhöhte Bienensterben in 2013 liegt die EU-Gesetzgebung auf Eis. Nun will ...
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Allgemeines

  • Auszüge aus dem Koalitionsvertrag 2016 Tierschutz stärken Die Koalition wird in Berlin ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen einführen und unterstützt die Schaffung eines Verbandsklagerechts auf Bundesebene ...
  • IPBES auf Kollisionskurs Liebe Imkerfreunde, es ist schon sehr schmerzhaft, wenn man sich in der heutigen Zeit weniger um die Tagesprobleme der Hobby- oder ...
  • Im Bundestag summt ein neues Volk Der Tagesspiegel 11.07.2015 Summt da was? Bärbel Höhn inspiziert gemeinsam mit Journalisten den Bienenkasten. Bildquelle: Nora Lessing Er hat einen Holzrahmen, ist beidseitig ...
  • Belegstelleneröffnung Kohnert Buche am 27.05.2015 Am 27.05.2015 haben sich etliche Imker aus Brandenburg und Berlin zur diesjährigen Belegstelleneröffnung „Kohnert Buche“ zusammengefunden. In die Tiefen der ...
  • Bienenstandbegehung bei Ute am 06.06.2015 Eine Perle entsteht im Brandenburgischen. Mit unglaublich viel Herzblut und gestützt durch einen emsigen und wohl auch unermütlichen Helfer, dem ...

Ein ungleicher Kampf

Imker kämpfen für das Überleben der Honigbiene. Es ist ein kleines, schwaches Völkchen verglichen mit den Konzernen, denen die Gesundheit von Lebewesen nicht am Herzen liegt. Es ist dabei völlig unverständlich, da sie im gleichen Boot sitzen, die gleiche Nahrung zu sich nehmen mit den gleichen Risiken. Doch Macht und Mammon zählen mehr. Aber es sind auch nicht nur die Konzerne, es ist auch die Landwirtschaft, die den Versprechen nach noch mehr Profit auf den Leim gegangen ist. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Landwirtschaft immer weniger Lebensmittel und immer mehr schnöde Biomasse erzeugt. Aber ein Teil der landwirtschaftlichen Betriebe ist angewiesen auf die Honigbiene und die anderen Bestäuber – zu 80% sagt man. Wer von den Obst- und Gemüsebauern kämpft eigentlich auf Seiten der Imker? Wer vertritt den Schutz für die vielen anderen Bestäuber?

Wir alle sehen gespannt aber doch auch ziemlich hilflos zu, was denn wohl herauskommen mag bei einer Klage der Chemie gegen die EU. Wir sind schon zufrieden, wenn Artikel wie der in der Süddeutschen Zeitung an einem Wochenende in die Öffentlichkeit getragen werden. Und wir hoffen auf eine weise Entscheidung von Politikern. Und die können wir nur beeinflussen, wenn wir sie in Unruhe halten. Und unruhig werden sie irgendwann, wenn sie zugeworfen werden mit sachdienlichen, fundierten und neutralen Gutachten und Berichten. Klagelieder anzustimmen und Forderungen aufzustellen, sollte der Vergangenheit angehören. Vielmehr sollten wir konstruktiv werden, der Mehrheit zeigen, wie man die Natur zurückgewinnen kann, wie man mit wenig Pestiziden landwirtschaftlich produzieren kann. Da wäre als ein wichtiger Schritt das „Politikpapier“ des „Forschungs- und Entwicklungs-Verbundvorhabens ZA-NExUS“ zu nennen. Es ist ein guter Entwurf für einen zukunftsfähigen Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft. Für Interessierte haben wir ihn hier (BMUB_neue_Landwirtschaft_2017_politikpapier_bf) verlinkt. Dabei stört ein wenig, dass alle angedachten Verbesserungen immer mit Fördermitteln einhergehen müssen. Das aber muss nicht sein. Wer die Natur zerstört hat, soll sie auch wieder in Ordnung bringen. Und es muss auch nichts kosten. Gehölze für Hecken und Bäume müssen nicht aus der Baumschule kommen. Es müssen lediglich wieder die angestammten Randstreifen, Gräben und Wege zur Verfügung gestellt werden. Sämlinge und Stecklinge gibt es kostenlos, wenn man denn will. Die Naturschutzverbände sind da sicherlich gern behilflich.

In jedem Fall aber sollen wir alle unruhig bleiben und neugierig. Wir dürfen nicht aufhören, uns für die Rettung der zum Teil optisch so unbedeutenden Fauna und Flora einzusetzen. Es mag dann irgend wann einmal sein, dass die Politiker sich doch mehr an ihren eigentlichen Auftrag besinnen, als über die zukünftigen Wahlaussichten nachzudenken. Manchmal kann man beides in Einklang bringen.

Vermehrt sollten wir uns an solchen Bildern erfreuen können.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
14.02.2017

Süddeutsche Zeitung

10. Februar 2017, 19:03 Uhr
Landwirtschaft

Auf Kosten der Bienen
BASF, Bayer und Syngenta haben die EU verklagt: Sie wollen ein Verbot von Pestiziden kippen. Wenn sich die Industrie durchsetzt – wie viel Macht bleibt dann der Politik, um die Natur zu schützen?
Von Silvia Liebrich

Albrecht Pausch wirft einen zufriedenen Blick auf seine Bienenstöcke. Ein paar Tiere sind schon unterwegs, obwohl Anfang Februar kaum Blüten zu finden sind. „Auch Bienen müssen ab und zu pinkeln“, sagt Pausch. Er lacht. Hier, zwischen sanften Hügeln, knapp 50 Kilometer nördlich von München, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Zu dem Bioland-Hof den er in der Nähe von Scheyern betreibt, gehört neben den Obstbäumen und einer Destillerie die Imkerei mit 230 Bienenvölkern. Mehrere Dutzend Holzkästen stehen nur ein paar Meter entfernt, direkt am Waldrand. „Fünf Prozent Winterverluste sind normal“, sagt der Imker. Seine Bienen haben die kalten Monate bisher offenbar gut überstanden.

Das war aber nicht immer so. Vor ein paar Jahren stellte er fest, dass ein Teil der Bienen nicht in den Stock zurückkam, ohne dass er sich das erklären konnte. „Wo kurz zuvor noch das pralle Leben herrschte, fehlten plötzlich viele Bienen“, erinnert er sich. Auch legten auffällig viele Königinnen keine befruchteten Eier mehr oder waren ganz verschwunden.

Pausch, ein Mann um die 60, ist keiner, der leichtfertig Beschuldigungen äußert. Der Ingenieur war lange für den Chiphersteller Intel unterwegs, bevor er sich für das Landleben entschieden hat. Er hält sich an Fakten. Trotzdem hatte er einen Verdacht. Ein wesentlicher Grund, so vermutet er, seien bienenschädliche Pestizide gewesen, genauer gesagt einige Insektenbekämpfungsmittel, die in der deutschen Landwirtschaft seit Ende der Neunzigerjahre immer häufiger eingesetzt werden.

Er war nicht der Einzige, der so dachte. Auch die europäische Aufsichtsbehörde Efsa hielt den Verdacht für begründet. Den Einsatz von vier umstrittenen Mitteln hat die EU-Kommission deshalb vor dreieinhalb Jahren teilweise untersagt. Doch diese Verbote könnten bald wieder aufgehoben werden. Das zumindest fordern die betroffenen Herstellern, die deutschen Konzerne Bayer Cropscience und BASF sowie das Schweizer Unternehmen Syngenta. Sie halten die Verbote für ungerechtfertigt und haben die EU-Kommission verklagt.

Die entscheidende Phase in diesen Verfahren beginnt am kommenden Mittwoch am Europäischen Gerichtshof, und es geht um mehr als ein paar Pestizide. Tatsächlich müssen die Richter nebenbei eine wichtige Grundsatzfrage klären: die nach dem Umgang mit Risiken in der Europäischen Union, also die Frage, was schwerer wiegt, der Schutz von Investitionen oder der Schutz von Natur und Verbrauchern? Und es wird sich auch zeigen, welcher Spielraum der Politik künftig beim Verbot gefährlicher Stoffe bleibt, wenn Konzerne ihr Recht auf Umsatz und Ertrag in die Waagschale werfen.

Gibt der Gerichtshof den Agrarkonzernen recht, könnten auf die EU in der Folge Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen. Kritische Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen, dürfte dann noch schwieriger werden als bisher. Doch wie ist es überhaupt so weit gekommen?

Ein Blick zurück: Das Frühjahr 2008 im badischen Rheintal ist heiß und trocken. Weiden, Wildkirschen und andere Pflanzen stehen in voller Blüte. Doch etwas fehlt: das Summen der Bienen. In der Geschäftsstelle des Verbands der Badischen Imker in Appenweier ist die Aufregung groß. Immer mehr Imker klagen über ein massives Bienensterben, das schlimmste seit 30 Jahren.

Das Gift unterscheidet nicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten
Der millionenfache Tod setzt unvermittelt mit der Mais-Aussaat ein. Später zeigt sich, viele der Samenkörner waren zur Insektenbekämpfung mit einem Mittel behandelt worden, das ein Nervengift enthält. Es macht die Bienen krank und orientierungslos. Der enthaltene Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide soll die Pflanzen vor Schädlingen schützen. Weil das Mittel, der Hersteller ist Bayer Cropscience, nicht richtig an den Samen haftet, wird giftiger Staub vom Wind weit verteilt. Das Gift unterscheidet nicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten.

In den folgenden Jahren müssen Behörden klären, ob bei der Zulassung des Pestizids etwas Entscheidendes übersehen wurde. Auch Produkte anderer Firmen, die Mittel mit ähnlicher Wirkweise herstellen, geraten in den Fokus der Prüfer. Umweltschützer und Imkerverbände verlangen, deren Einsatz zu untersagen. 2012 liegen mehrere neue Studien vor, die eine Gefährdung von Honigbienen bestätigen. Die Hersteller versuchen, diese mit eigenen Untersuchungen zu widerlegen. Tenor der Industrie: nicht die Pestizide, sondern vor allem die Varroa-Milbe – ein Parasit, der Bienen krank macht – sei das Problem.

Die EU-Kommission greift ein, die zuständige Aufsichtsbehörde Efsa rät, den Einsatz der kritischen Stoffe zumindest einzuschränken. Brüssel spricht daraufhin Teilverbote für Clothianidin, Imidacloprid (beide von Bayer Cropscience), Thiamethoxam (Syngenta) und Fipronil von BASF aus. Deutschland gehört zu den EU-Ländern, die dies auch umsetzen. Das Teilverbot betrifft Anwendungen wie das Beizen von Saatgut, andere bleiben erlaubt.
Doch die Entscheidung der EU steht auf juristisch wackeligem Fundament, weil sie eine Zulassung deutlich einschränkt, und zwar lange bevor sie ausgelaufen wäre. Das könnte am Ende wichtig werden. „Ich kenne kein anderes Beispiel in der EU für eine Produktzulassung, die aus Umweltschutzgründen in einem solchem Maß wieder zurückgenommen wurde“, sagt der Fachanwalt Achim Willand. Er vertritt an der Seite der EU-Kommission die Interessen einiger Imkerverbände. Dass Brüssel das Recht hat, Zulassungen wieder einzuschränken, wenn nachträglich Risiken erkannt werden, davon ist er überzeugt. Doch für die Industrie bedeutet das Verluste. „Es gab wohl noch nie so gravierende finanzielle Auswirkungen für einzelne Hersteller“, sagt Willand. Wenn sich die Firmen beim EuGH durchsetzen, könnten sie in der Folge hohen Schadenersatz geltend machen, glaubt er.

200 Milliarden Euro
So viel tragen Bienen weltweit pro Jahr zur Wertschöpfung bei. Das hat das französische Institut CNRS ausgerechnet. 80 Prozent aller Pflanzen brauchen sie als Bestäuber, 40 Prozent der Nahrungsmittelerzeugung hängen von ihnen ab. In der Kosten-Nutzen-Rechnung der Erzeuger wird ihre Arbeit nicht berücksichtigt. Der Deutsche Bauerverband beklagt stattdessen Produktionsausfälle, weil bienenschädliche Mittel verboten sind. „Was ist mit den Bienen und uns?“, fragt sich da der Imker Albrecht Pausch

Tatsächlich lassen sich die Umsatzausfälle der Industrie nur grob abschätzen, sie dürften sich aber wohl auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro summieren. Die Firmen nennen keine Zahlen. Die EU-Kommission lehnte jede Stellungnahme mit Hinweis auf das laufende Verfahren ab.

Einen wichtigen Vorteil haben die Hersteller in dem Verfahren. Sie können sich auf einen besonderen Schutz berufen. Denn sie haben im Vertrauen auf die Zulassung viel investiert. Wird diese dann plötzlich widerrufen, braucht es dafür triftige Gründe. Wer etwa ein Haus baut, muss sich auch darauf verlassen können, dass die Baugenehmigung rechtens ist und nicht gleich ein Abriss droht. So ähnlich argumentiert auch ein Sprecher von Bayer. „Ein innovatives und forschungsorientiertes Unternehmen wie wir es sind, braucht verlässliche Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit“, sagt er. Aus Sicht des Unternehmens stelle die EU mit ihrer Entscheidung aber genau das infrage. So äußern sich auch BASF und Syngenta. Schlecht für die EU und die Imker ist zudem, dass es in dem Verfahren auch keine Rolle spielt, ob seit dem Verbot neue Studien vorgelegt wurden, die das Verbot zusätzlich rechtfertigen könnten.

Der Zoff um die bienenschädlichen Pestizide ist auch die Geschichte eines erbitterten wissenschaftlichen Streits, ähnlich wie beim Wirkstoff Glyphosat. Für Professor Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin ist nicht das Bienensterben am Rhein vor fast zehn Jahren das große Problem. „Der Fall gilt heute als Unfall, da wurde Saatgut falsch behandelt.“ Dass die Neonicotinoide eine große Gefahr für die Bienen sind, steht für den Neurobiologen trotzdem außer Frage. „Die eigentliche Gefahr geht überwiegend von der Masse aus, in der solche Mittel eingesetzt werden.“ Er verweist darauf, dass schon geringste Dosen hohe Wirkung auf Bienen zeigen. Zudem seien die Stoffe lange wirksam, würden nur sehr langsam abgebaut, und sich im Boden anreichern. „Das Argument der Industrie, die Milbe sei schuld, ist grundsätzlich falsch“, meint Menzel, der untersucht hat, wie die Gehirne von Bienen funktionieren.

Sein Urteil über die von der Industrie vorgelegten Untersuchungen fällt vernichtend aus. „Statistik und Design der Studien sind so tendenziös angelegt, dass keine Effekte herauskommen können.“ Die Unternehmen weisen das entschieden zurück. BASF beklagt stattdessen, relevante wissenschaftliche Studien und Nachweise seien von der EU-Behörde Efsa nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Pausch, der Imker aus Bayern, verfolgt den Streit mit Unbehagen. Spätestens in drei Monaten will er mit seinen Bienen aufbrechen, um Akazienhonig in Brandenburg zu ernten. Seine angeschlagenen Bienenvölker haben sich wieder erholt. Nun hofft er, dass das Teilverbot der Pestizide vor Gericht Bestand hat. Das allein aber reiche nicht, sagt er. „Die Politik muss endlich entscheiden, welche Landwirtschaft sie will.“ Eine, die Erträge mit mehr Pestiziden und Technik oder eben mithilfe der Natur erzielt. Für ihn gibt es darauf nur eine überzeugende Antwort.

Im Auftrag der Bienen auf der IGW 2017

Internationale Grüne Woche Berlin

22 Frauen und Männer, den Bienen und der Imkerei verbunden, haben sich engagiert für den Infostand der FU Berlin und des Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.. Neun Stunden und mehr vor Ort haben sie zur Verfügung gestanden für die Fragen eines sehr unterschiedlichen Publikums, für Fragen rund um die Bienen. Wohl kaum ein Verein ist so umfassend informiert hinsichtlich der vielen aktuellen Themen um die Honigbiene, die verwandten wilden Arten und die anderen Bestäuber. Das ist nicht nur eine Herzenssache, dass die vielen Stunden für diese Aktion im Rahmen der Sonderschau des BMEL zur Verfügung gestellt werden. Wir wollen beteiligt sein an der Wiederherstellung der Biodiversität in unseren Gärten, vor allem aber auch außerhalb der Städte. Wir wollen mit eigenen Ideen dazu beitragen, dass vor allem die Insekten wieder Nahrung finden in der doch stark gebeutelten Natur, damit auch die kleinen bodenständigen Wirbeltiere und Vögel wieder zurückkehren.

Auch ein bewährtes System an Obleuten legt dabei eine gute Basis für die imkerliche Entwicklung des Vereins. Dabei ist das Spektrum der Themenschwerpunkte um die Bienen und die Biodiversität immer größer geworden. Gefördert durch das BMEL können so auf der der weltgrößten internationalen Landwirtschaftsausstellung viele sehr unterschiedliche Personenkreise angesprochen werden. Dabei wurden wir wie in den vergangenen Jahren wieder zentral positioniert. In ein lebendiges Grün mit einem tangierten Reigen aus vielen Gartenblumen und Obstgehölzen konnten wir immer neue Exponate stellen, die zusammen mit den vom BMEL gedruckten Postern und Flyern eine große Hilfe für die sehr unterschiedlichen Erklärungen der Bienenwelt wahren.

Es liest sich doch wohl sehr gut, wenn man die Vielfalt der durch diese Mannschaft auf der IGW 2017 vertretenen Themen sieht.

Was haben wir in diesem Jahr nicht alles angeboten:

Imkerausbildung in Berlin, Entwicklung der Bienen im Jahreszyklus, lebende Bienen im Schaukasten, Honige ( Sorten, Reinheit, Analyseverfahren, Entwicklung vom Nektar zum Honig), andere Bienenprodukte (Pollen, Wachs, Propolis), Leistung der Honigbiene, Bestäubungsleistung an ausgewählten Pflanzen in Abhängigkeit von Bestäubern, Organisation im Bienenstock anhand einer Photobeute und einer kleinen Hausschaubeute, Hinweise auf Bienenkrankheiten, Hinweise auf Pestizide (Herbizide und Neonikotinoide) in der Landwirtschaft als Feinde der Bienen, Problematik bei der Entwicklung von Imkerzahlen und der Bienenvölker in den Landesverbänden im Verhältnis zu den unterschiedlichen Regionen in Deutschland, die mikroskopische Welt von Teilen der Biene und Pollen, Diashow und Film von Bienen und anderen Bestäubern auf Blüten im Jahreszyklus auf zwei Monitoren, in Deutschland gebräuchliche Rähmchenmaße und Beutensysteme und das Problem der Vielseitigkeit.

Was noch fehlt, sind konstruktive Vorschläge für eine Verbesserung der Biodiversität vor allem für die landwirtschaftlich genutzten Regionen. Das wird sicherlich ein Thema sein für die IGW 2018, wenn man uns denn wieder einsetzen möchte. Zu diesem Thema gibt es bereits viele vorbereitete Arbeiten.

Ohne die Vorbereitungszeit sind allein für die Präsentation 500 und mehr Stunden aufgewendet worden. Doch es hat sich gelohnt, von den Bienen einen Quasiauftrag erhalten zu haben. Die Imker sind die Lobby für die Bienen, angetreten für das gesunde Leben, für die Reparatur der uns überlassenen Natur. So sind wir zur Zeit noch die unermüdlichen nicht immer erfolgreichen Gegenspieler zum Chemieeinsatz in der landwirtschaftlichen Region, in der es sich zur Zeit für einen Imker häufig nicht lohnt, Bienenvölker zu halten. Und die Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber haben sich vielfach verabschiedet.

Für diesen wahrhaft gemeinnützigen, aber immer wieder erfolgreichen Einsatz dieser 22 Frauen und Männer möchte ich für 2017 herzlich danken. Danken aber müssen wir auch dem BMEL und seinen vielen Verantwortlichen, dass sie uns nun schon über so viele Jahre die Möglichkeit der Darstellung der Problempalette um die Bienen und die vielen anderen Bestäuber ermöglichen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

Bienen produzieren in Städten mehr Honig als auf dem Land

Spiegel online 02.01.2017

Bestäubung
Bienen produzieren in Städten mehr Honig
Als Autoren werden Monika Krahnstöver und Benedikt Polaczek genannt.

Lieber Gärten statt Wiesen: Bienen finden in Städten mehr Nahrung, sie sind dort produktiver als auf dem Land. Hauptursache für den Unterschied ist die Landwirtschaft.
Montag, 02.01.2017   09:15 Uhr

Städte bieten Bienen bessere Bedingungen als landwirtschaftliche Felder und Wiesen. Das zeigt eine Studie, die Experten im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellt haben.

Die Analyse offenbare, dass Bienenvölker in Städten höhere Honigerträge erwirtschafteten als Landvölker, heißt es in der Studie.

In den zwei größten deutschen Städten etwa sind Bienen erheblich produktiver als anderswo: In Berlin wurden der Studie zufolge bis zu 47 Kilogramm Honig pro Volk produziert, in Hamburg sind es 40 Kilogramm – der Durchschnitt in Deutschland liege pro Jahr und Volk hingegen lediglich bei 30 Kilogramm.

Ähnliche Ergebnisse für Hummeln
Bienen produzierten in Städten mitunter doppelt so viel Honig, weil das Nahrungsangebot an Blüten in städtischen Parks und Gärten größer sei.

Bienenvölker auf dem Land müssten häufig in blütenärmerer Umgebung leben. Die Haltung von Nutztieren auf stark gedüngten Weiden sowie das Spritzen von Pestiziden würde auf dem Land Pflanzen, Schmetterlinge und Bienen dezimieren.

Bereits kürzlich hatte eine Studie für Hummeln ähnliche Ergebnisse gebracht. Auch Hummeln bestäuben in der Stadt mehr Pflanzen als auf dem Land.

Gleichzeitig sind die Insekten allerdings in urbanen Gebieten öfter von bestimmten Parasiten befallen, die ihr Leben verkürzen können, berichten Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“.

Mehr Krankheiten
Auch Bienen erkranken der neuen Studie zufolge häufiger in Städten. „Bei zunehmender Urbanisierung unterliegen Honigbienen einer erhöhten Wahrscheinlichkeit der Krankheitsübertragung, weil hier eine höhere Völkerdichte zu verzeichnen ist“, schreiben die Autoren Monika Krahnstöver und Benedikt Polaczek.

Bereits die Hummel-Studie habe gezeigt, wie schlecht die Bedingungen für Wildbienen und die von ihnen bestäubten Pflanzen in modernen landwirtschaftlich genutzten Gebieten seien, sagte der Biologe Robert Paxton von der MLU.

Innerhalb der Städte hingegen züchteten die Menschen etwa Blumen; die Vielfalt der Vegetation sei dort größer. Das mache die Städte attraktiver für Insekten.

Lösungsvorschlag
„So sehr ich mich über den Trend der urbanen Imkerei freue – es ist doch absurd, dass unsere Bienen in städtischen Revieren deutlich mehr Honig sammeln, weil sie auf dem Land nicht mehr genug Blütennahrung finden und zudem von Pestiziden bedrängt werden“, sagt Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, Vorsitzende im Umweltausschuss des Deutschen Bundestags.

Wenn nicht gehandelt würde, drohten Verhältnisse wie in den USA oder in China, wo Bienenvölker kreuz und quer durchs Land gefahren würden und Apfelbäume per Hand bestäubt werden müssen. „Schon jetzt gibt es in Deutschland vielerorts nicht genügend Bienen und andere Insekten, damit Obst- und Gemüsepflanzen ausreichend bestäubt werden“, meint Höhn.

Ihr Parteikollege Harald Ebner glaubt, die Lösung zu kennen: „Deutlich weniger Pestizide in der konventionellen Landwirtschaft und mehr Ökolandbau“, fordert er. Die großen Mengen ausgebrachter Gülle auf den Wiesen müssten reduziert werden, weil sonst Wildblumen mit ihren Blüten vertrieben würden.

Boj

Internationaler Bienenkongress 2017

Vom 28.03 – 29.03.2017 findet in Berlin ein internationaler Bienenkongress statt.

Das BMEL – Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ist der Veranstalter und Organisator zusammen mit dem D.I.B. – Deutscher Imkerbund e.V.

„Viele Akteure – ein Ziel“: Bienenschutz als internationale Aufgabe

Bienen sind nicht nur Honiglieferanten, sondern übernehmen als Bestäuber vieler Pflanzen auch eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Unter dem Motto „viele Akteure – ein Ziel“ stellt der Internationale Bienenkongress 2017 die Bedeutung der Biene und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in den Mittelpunkt.

Ziel ist es, einen international abgestimmten Ansatz zum Schutz der Bienen voran zu bringen. Dazu bietet der Kongress Imkern, Landwirten, Wissenschaftler und Politikern aus aller Welt sowie Vertretern relevanter internationaler Organisationen die Gelegenheit.

Veranstaltet wird der Kongress vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund (D.I.B.).

Das BMEL hat bereits vielfältige nationale Maßnahmen initiiert, mit denen die Öffentlichkeit auf das Thema Bienenschutz aufmerksam gemacht wird: So unterstützt beispielsweise die Bienen-App Hobbygärtner dabei, ihren Garten bienenfreundlich zu gestalten, und das „Deutsche Bienenmonitoring“ liefert wichtige wissenschaftliche Daten zur Erforschung der Ursachen für Bienenverluste in Deutschland. Zudem hat das BMEL gemeinsam mit dem D.I.B. in diesem Jahr bereits drei nationalen Bienenkonferenzen ausgerichtet. 

Wir laden Sie herzlich ein, am Internationalen Bienenkongress 2017 teilzunehmen.

Das Veranstaltungsprogramm und das Anmeldetool sind freigeschaltet.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
(Text des BMEL)

d.R.
Dezember 2016

Neues von der Stadtbaumkampagne der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Spendenzeitraum und Pflanzung 2016)

Ursprünglich hatten wir uns für zwei Krimlinden in der Spilstraße entschieden. So schön so gut. Die Vorbereitungen zur Pflanzung wie Markierungen anbringen, Parkverbotsschilder aufstellen und der Versuch den ersten kranken Baumstumpf zu entfernen waren schließlich vergebens, da ein Kabel der Telekom die Pflanzung nicht zuließ. Wir haben uns schließlich für die Saargemünder Straße, Mittelstreifen, entschieden. Dort stehen überwiegend Kiefern und Birken und unsere Krimlinden sind dort eine willkommene Nahrungsquelle für unsere Lieblingstiere und Co.

Der IV Zehlendorf und Umgebung e.V. dankt allen SpenderInnen für ihr Engagement.

Markierungen für die geplante Pflanzung der gespendeten Krimlinden, am 28.11.2016, Saargemünder Straße 2, Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin, Mittelstreifen

Die gepflanzten Krimlinden am 29.11.2016

Die Baumstämme sind gegen Schädlinge und Sonneneinstrahlung geschützt. Sie werden durch ein Pflanzgerüst gestützt. 07.12.2016

Eingefügt in das Straßenbild kann man „unsere“ Krimlinden gut erkennen.


Dagmar Prentzel/Bienenweide