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    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.

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Bilder

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Imkerpraxis

Literatur

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Verein

Interessantes anderswo

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Allgemeines

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Imkerliches von der internationalen Bienenkonferenz in Berlin 2017

Es war ein reichhaltiges Angebot über zwei Tage im März in Berlin. Für eine von jeweils 3 Foren musste man sich entscheiden. 1. Pathogenes – die Gesundheit der Bienen Beeinflussendes, 2. Biodiversität mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten und 3. Pflanzenschutzmittel – Umweltschutz.

Für den immer neugierigen Imker war das eine schwere Kost. Schon die Ent-scheidung für ein Forum fiel nicht leicht. So können denn nur einige Stichpunkte erwähnt bzw. bewertet werden.

Der Bericht muss somit unvollkommen bleiben.

Man kann aber vorwegnehmen, dass die vielen Erfahrungen und Meinungen der Imker für die Zukunftsaussichten für die Honigbiene und die vielen anderen Bestäuber hier weitgehend eine wissenschaftliche Bestätigung gefunden haben. Umso erstaunlicher sind da im Nachhinein die Entscheidungen oder vermehrt die Nichtentscheidungen der Politik, hier nicht heilend einzuwirken. Es bleibt zu hoffen, dass sich das nun zeitnah ändern wird.
Josef Settele vom Helmholz-Zentrum bestätigt die Wichtigkeit der Bestäuber, die für den Ertrag von 75% der Nutzpflanzen und von 90% aller Pflanzen zuständig sind. 50 Nationen sind beteiligt an der Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen nicht nur für das IPBES. Es soll eine Plattform sein für die Wiederherstellung bzw. der Rettung weltweiter Biodiversität.

Mari Moora aus Estland zeigt die Gefahren des Klimawandels auf. Dies allerdings wurde im Hinblick auf die Pflanzen-Biodiversität vorgetragen. Die Bienen haben klimatische Veränderungen über viele millionen Jahre durch ständige Anpassung ertragen. Die derzeitige Klimaerwärmung aber hat gefährlich viel Fahrt aufgenommen und ist damit nicht mit früheren Phänomenen vergleichbar. Ein besonderes Problem ist dabei die geringe Anpassungsfähigkeit eines Pilzes (Mycorrhizal), der in Symbiose das Wachstum von 80% aller Pflanzen ausgehend vom Wurzelstock gewährleistet. Stirbt der Pilz, stirbt auch die Pflanze.

Der Verlust der Biodiversität bei der Entwicklung und Verbreitung von Haustierrassen war der von Roswitha Baumann vorgetragene Forschungsschwerpunkt für die FAO. Dass zukünftig die Honigbienen mit ins Programm aufgenommen werden, war wohl ein Produkt aus der Referentenwahl für diesen Kongress. Das für die Welternährung drittwichtigste Haustier wurde bis dato weitgehend vernachlässigt.

Überraschend war z.T. die wissenschaftliche Definition der Biodiversität. Bis jetzt wurde für den Durchschnittsbürger mit dem besonderen Hang zur Natur unter diesem Begriff die Artenvielfalt von Pflanze und Tier verstanden. Sie war schon heute in weiten Teilen verloren gegangen. Dass aber durch Sammlung von Sperma vieler unterschiedlicher Bienenrassen Kreuzungen gezüchtet werden, die dann zur verstärkten Biodiversität beitragen, das war doch zumindest überraschend. Diese weltweit gesammelten Samenspenden werden auch eingefroren, um hier in Zukunft weiter tätig sein zu können. Das Institut von Walter Sheppard ist federführend in dieser Entwicklung. Es mag im den USA ein Ausweg sein, da seit 1922 die Einfuhr von Bienenrassen aus Ländern außerhalb der USA verboten ist.

Das Projekt Smartbees, das von Kaspar Bienefeld vom LIB in Hohen Neuendorf vorgestellt wurde und mit 6,0 Mio € EU-Fördergeld betrieben wird, zeigt ähnliche Ansätze. Hier allerdings soll durch Züchtungen die Varroatoleranz verbessert werden. Eingestreute Beispiele von Versuchen in Nepal und Syrien haben für den einfachen Imker keinen Zusammenhang erkennen lassen. Da kann man nur gespannt sein, welche Forschungsergebnisse eines Tages auf dem Tisch liegen. Zur Zeit wird hier auch die Virenvielfalt, die von der Varroa ins Bienenvolk getragen wird, verstärkt untersucht.

Interessant waren die Ausführungen von James Cresswell, der in wissenschaftlich fundierten 10-Tagestests die Auswirkungen von Pestiziden auf den Organismus von Bienen dargestellt hat. Insbesondere wurden Toxiditäten von Produkten getestet, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Volker Grimm hat den Zuhörer mit Modelluntersuchungen vertraut gemacht. Diese Modellierungen sollen auf Grund von eingegebenen Einzeldaten Zukunftsperspektiven erkennbar werden lassen. Die Vielzahl der Axiomen aber lassen auch einen sehr unseriösen Gebrauch zu. Es beginnt mit der Eingabe von Daten, die für wichtig gehalten werden. Wer entscheidet das? Hier ist die Brauchbarkeit trotz der Entwicklungsleistung von Juliane Horn und Matthias Becher nach Vorlage der Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Interessenten sollten sich im Internet mit der Arbeit BEEHVE vertiefend beschäftigen.

Verfolgen sollte man die weiteren Ergebnisse der Forschung an der Plant Research in Wageningen, die von Sjef van der Steen dargestellt wurden. Der Einfluss von Pestiziden auf die Honigbiene, die Hummeln und Wildbienen – hier am Beispiel der Osmia – wurde hier in aufwendigen Feldversuchen durchgeführt und dargestellt. 2×60 Bienenvölker für Testreihen zu bewerten, scheint mehr als repräsentativ zu sein. Interessant sind dabei auch die Beobachtungen, dass eine Honigbiene bei der Nektar- und Pollensammlung ungern mehr als 1 km zurücklegt. Die bis jetzt immer angenommenen 4 km sind eher die Ausnahme. Eine Wildbiene z.B. sieht ihren Flugradius bei 150 m als Maximum an. Das sind entscheidende Erkenntnisse bei dem Versuch einer Rekultivierung ländlicher Regionen. Hier sind vor allem Erkenntnisse hinsichtlich der von den Bestäubern bevorzugten einjährigen Blühpflanzen, Stauden und Gehölze zu beachten. Über die fehlenden Habitate bei der Anlage von Blühstreifen wurde nicht gesprochen. Die empfohlene Anlage von Hecken mach diesen Hinweis aber möglicherweise auch überflüssig.

Die von Tom Steeger aus den USA vorgetragenen Methoden für wissenschaftliche Risikobewertung ist wohl ein imponierendes Instrumentarium für politische Entscheidungen in den vereinigten Staaten. Da aber die Datenbasis weitgehend auf den Mitteilungen auskunftswilliger Imker beruht, ist das Ergebnis zumindest sehr kritisch zu hinterfragen. Es kommt hinzu, dass man sich bei der Erarbeitung von Statistiken vieler Subinstitutionen bedient. Auf das Phänomen des auch für die USA gewaltigen Bienensterbens (500.000 Völker in einem Jahr) konnte nicht klärend eingegangen werden.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass wissenschaftliche Ergebnisse die Erkenntnisse von praktizierenden Imkern betätigen. Möglicherweise werden diese „Amateur-ergebnisse“ in Zukunft mehr beachtet.

Pflanzenschutzmittel sind ein Dilemma. Sie schützen wirklich nur die Pflanzen, vernichten aber die Fauna und können ein Risiko für den Menschen darstellen. Auf die vernichtende Wirkung der Neonikotinoide wurde in diesen beiden vom Unterzeichner besuchten Foren wenig eingegangen.

Die Varroa ist eine Geißel für die Honigbiene. Sie muss weiter erforscht werden, um die Bekämpfung weiter zu verbessern.

Die Landwirtschaft ist aufgerufen, nach der Intensivierung landwirtschaftlich genutzter Regionen wieder den Futteranreiz herzustellen für alle Bestäuber. Es hat sich gezeigt, dass die Biodiversität auch nach dem herkömmlichen Verständnis für alle Menschen – egal ob Erzeuger oder Verbraucher – von besonderer Wichtigkeit ist. Es bedarf eigentlich keiner Fördermechanismen, wenn man erkennt, dass das Wohlergehen aller Lebewesen von dieser Vielfalt abhängt.

Dieser Bericht mag vorrangig eine persönliche Einschätzung sein. Da wir uns in dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf aber seit Jahren mit diesen Themenkreisen kritisch auseinandersetzen, sollte Vieles richtig bewertet worden sein.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
29.03.2017

Biologischer Pflanzenschutz

Am 14.02.2017 strahlte der NDR einen sehr interessanten Film aus. Dieser Beitrag ist eine gute Ergänzung zum Vortrag von Prof. Dr. Stephan Scherer, den er bei uns im Verein im März 2014 gehalten hat (s.a. die Zusammenfassung „Blatthonig/Honigtau“). Der Film vom 14.02.17 zeigte mit vielen imponierenden makroskopischen Aufnahmen, wie es heute möglich ist, eine behutsame Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Zur Zeit ist dies wohl eher nur in geschlossenen Atmosphären möglich. Frau Dr. Petra Christiansen-Weniger zeigt mit beeindruckenden Aufnahmen, wie Insekten Insekten vernichten. Ich hatte versucht, hier einen intensiveren Kontakt herzustellen, weil doch die Bienen heute vermehrt unter den chemischen Kampfstoffen leiden. Da aber die Berichte auf der Internetseite für Frau Christiansen-Weniger zu polemisch sind, wurde auf einen weiteren Austausch verzichtet.
Da man aber den Politikern, die schlussendlich über Freigabe, Überprüfung oder Verbot von Pestiziden entscheiden, nur sehr selten wissenschaftliche Begründungen bzw. Analysen beibringen kann, muss man m.E. einen anderen Sprachgebrauch wählen. Nichts ist schlimmer, als Abhandlungen und Berichte zu verfassen, die niemand lesen mag. Unsere Internetseite ist heute nicht nur bei den Imkern in Deutschland sehr gefragt. Neben der gezielt eingesetzten Polemik steckt in unseren kleinen Berichten viel Recherche, geführt von Neugierde für eine Disziplin, die der Imker in der Regel nicht gelernt hat, für die er aber ein großes Interesse zeigt.
Der eingefügte link für den interessierten Imker, Landwirt, Politiker oder Biologen zu diesem 30-minütigen Film aus der NDR Mediathek „Kampf ums Gewächshaus“ eröffnet die Gelegenheit.

Brandenburger Imker oder die Kollegen in den anderen Regionen der intensiven Landwirtschaft wären sicherlich sehr daran interessiert, wenn es diese biologischen Kampfmittel auch für die Flächen unter freiem Himmel gäbe. Wir wollen doch bitte nicht aufhören, unseren zwar geringen Einfluss geltend zu machen, die Ausbringung von Herbiziden und Neonikotinoiden zumindest zu reduzieren. Ein Verbot wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
03.03.2017

Brandenburger Imker verdienen die Tapferkeitsmedaille

Zum wiederholten Male haben sie sich getroffen. Die wohl 100 Neugierigen, ihren Tieren, den Honigbienen, Verantwortlichen haben nicht den weiten Weg gescheut, um wieder und wieder neue Erkenntnisse zu erfahren. Es geht um das Wissen, wie man in heutiger Zeit in Brandenburg noch imkern kann, ohne ständig Verluste akzeptieren zu müssen. Dabei geht es nicht um Bienenkrankheiten, nicht um die Parasiten, die den Tieren das Leben im Bienenstock schwer machen. Das hat man weitgehend gut im Griff. Man tauscht sich heute mehr aus als früher.

Heute aber gibt es andere viel größere Probleme.

Pestizide der unterschiedlichsten Ausprägung, z.T. in variablen Kombinationen, werden in der Landwirtschaft in großen Mengen ausgebracht. Das ist erlaubt, wenn man die Rechtslage prüft. Vor Jahrzehnten schon wurden die Mittel geprüft und trotz ihrer ca. 6.000fachen Wirkung gegenüber DDT (Das ist nun verboten.) als für den Menschen ungefährlich eingestuft.

Nun gut, man hat die Welt der Insekten und der wilden Pflanzen vernichtet. Doch das war ja auch gewollt. Dass man mit den Wilden Bienen und anderen Insekten nun auch die Honigbiene vertrieben hat, damit haben die Hersteller der Präparate nicht gerechnet. Und die Imker, die waren ja immer flexibel. Die haben dann versucht, diese vergifteten Regionen zu meiden. Das aber geht nun wohl nicht mehr so einfach. Die bearbeiteten Felder werden immer größer und zahlreicher.

Zum wiederholten Male erklärt nun Herr Dr. Kratz den Anwesenden die Wirkungsweise der Mittel. Er weist auf die Analysen und Studien vor allem die von Prof. Menzel hin. Es ist bewiesen, dass diese Mittel allen schadet: Der Natur in ihrer Biodiversität, den Insekten vor allem, sekundär den Vögeln, Amphibien, Reptilien und anderen Kleinlebewesen. Wieder werden die Präparate benannt mit ihrer verhängnisvollen Wirkung mit dem jeweils Vielfachen gegenüber DDT, das nun schon so lange verboten ist. Doch gesetzlich ist das bis heute alles ok.
Dr. Peter Clausing hält den nächsten Vortrag mit dem Inhalt, ob Pestizide möglicherweise Krebs erzeugen. Na ja der Verdacht besteht ja schon lange – viele Jahre. Es werden viele bekannte Krebsarten benannt. Der Ausbruch wird auch mit diesen Pestiziden in Verbindung gebracht. Es gibt zum Thema in der Zwischenzeit auch 136 Veröffentlichungen. Herr Dr. Clausing stellt auch abschließend fest, dass diese Chemikalien die Verursacher für Krebserkrankungen sind. Ein Verbot aber kann er nicht einmal in Aussicht stellen, weil die vielen tausend Analysen über Jahrzehnte ausgewertet werden können. Der Einsatz von Herbiziden und Neonikotioiden ist somit weiterhin im Rahmen der vorgegebenen Dosierungsmengen erlaubt.

Für den Landesbauernverband Brandenburg war der Präsident , Herr Henrik Wendorff, zur Diskussionsrunde erschienen. Immerhin stand diesmal ein sehr wichtiger Gesprächspartner zur Verfügung im Haus der Natur in Potsdam am 27.02.2017. Doch er hatte es leicht. Die Brandenburger Landwirte bearbeiten ihre Felder nicht gesetzeswidrig. Und man ist immer gesprächsbereit. Die Geschichte mit den blühenden Ackerrandstreifen hat sich nicht durchgesetzt. Es hat nur Geld gekostet. Förderung stand nur unter so differenziert komplizierten Auflagen zur Verfügung, dass die Weiterverfolgung für einen Landwirt rein wirtschaftlich nicht mehr vertretbar wäre. Ungeachtet dessen versucht jeder Bauer eine angemessene Feldrandhygiene ( Das ist schon ein toller Terminus.) zu betreiben. Doch man ist auch auf dieser Seite immer gesprächsbereit. Nur eine Reduzierung des Pestizideinsatzes kann nicht erwartet werden, solange es kein Verbot gibt.

Herr Dr. Radtke vom LIB in Hohen Neuendorf berichtete dann noch von Möglichkeiten, der Pestizidreduzierung durch eine veränderte Felderwirtschaft, die wohl ökonomisch vor allem aber ökologisch vertretbar ist.
Es folgte eine entspannte Diskussion zwischen den Beteiligten mit den Imkerinnen und Imkern, die für diesen Abend viele Kilometer gefahren sind. Für einen Berliner Imker ist das eine Erfahrung, die kaum nachvollziehbar erscheint. In Berlin gibt es nur noch wenige Pestizide im Einsatz. Selbst das von den Bezirksämtern sonst so geschätzte Glyphosat kommt kaum noch auf die Pflanze. Obstgehölze werden in der Regel nicht mehr mit chemischen Mitteln behandelt. Die ökologischen Trends sind nicht zuletzt durch den BUND und den NABU an die meisten Mitbürger durchgedrungen. 440.000 Straßenbäume, fast immer blühende Gärten, Parks und Kleingartenkolonien bescheren den Bienen in der Stadt eine so reiche Nektarernte, dass sie dem Imker viel davon abgeben können.

Die nunmehr 2.512 Brandenburger Imker, die ertragen das Dilemma der fehlenden politischen Entscheidungen. Sie suchen den Kontakt zum Landwirt. Sie versuchen Spritz- und Bienenflugtermine zu entkoppeln. Gelingt das, ist man schon einigermaßen zufrieden. Massentrachten sind dabei Mangelware. Der Raps bildet eine Ausnahme. Da aber muss man schon wieder Acht geben, dass die Glyphosatbestandteile im Honig den Grenzwert nicht überschreiten. Das kann alles nicht der richtige Weg sein, wenn man bestrebt ist, bekömmliche Lebensmittel zu erzeugen. Das gilt für den Landwirt wie für den Imker.

80% Bestäubungsleistung geht von den Bienen aus. Diesen Schatz sollten wir uns erhalten. Die Brandenburger Imker, von denen es allerdings immer noch zu wenige gibt, können sehr stolz sein, wenn es von 2015 bis 2016 unter diesen Umständen fast 10% mehr Imker und entsprechend mehr Bienenvölker gibt. Herr Lucke als kommissarischer Vorstandsvorsitzender und Diskussionsleiter des Abends hat das in seiner Bescheidenheit nicht verkündet. Der D.I.B. aber hat auf seiner Internetseite die Aktuellen Zahlen für 2016 veröffentlicht.

Dabei kann man auch ablesen, dass es in Berlin eine ähnliche Entwicklung gibt. Das aber führt zu einer in der Zwischenzeit sehr problematischen Bienendichte von über 7 Bienenvölkern / km². Nimmt man die nicht organisierten Imker und die vielen, vielen Wanderimker des Sommers hinzu, kommen wir auf eine Bienendichte, die sicherlich über 10 liegt. Da ist der Imker dann aufgerufen, sich mit noch mehr Sorgfalt und Disziplin seinen Tieren zuzuwenden. Die Durchmischung der Rassen, die Ausbreitung von Bienenkrankheiten und die Mehrung von Parasiten sind immer schwerer zu beherrschende Parameter.

Zum besseren Verständnis wird hier noch einmal die aktualisierte Übersicht mit einem deutlichen Verweis auf die Entwicklung in Brandenburg eingefügt.

Das aber sind im Vergleich zu den Schwierigkeiten in den landwirtschaftlich genutzten Regionen in Deutschland immer noch beherrschbare Probleme. Wir haben in den Großstädten doch immerhin eine Biodiversität, die zwar nicht der angestammten Kultur entspricht, aber doch für die Hoffnung auf eine bessere Natur viel Spielraum lässt. Das gibt es in den Regionen der intensiven Landwirtschaft nicht mehr und wird es auch nicht geben, solange man mit Herbiziden die meisten Pflanzen vernichtet, die für die meisten wilden Insekten die Hauptnahrungsgrundlage darstellen. Insektizide und Neonikotinoide geben der kleinen Tierwelt den Rest. Wird der Verbrauch dieser Pestizide nicht drastisch eingeschränkt, braucht man eine Diskussion über die Wiederherstellung der Artenvielfalt von Pflanze und Tier überhaupt nicht zu beginnen.

Der Brandenburger Imker wird weiter nach Nischen suchen müssen, in denen er seine Bienenstöcke aufstellen kann. Es wird schwer bleiben, die Tiere am Leben zu erhalten und giftfreie Bienenprodukte zu ernten. Wer sein Bemühen dennoch nicht aufgibt, verdient viel Hochachtung.

Blumen wie diese Kornblume soll es nicht mehr geben, sagt der Vertreter des Bauernverbandes. Wer Kornblumen im Feld hat, zeigt den Beweis für eine schlechte Bodenkultur. Das ist schade, nicht weil es die Lieblingsblume meines Großvaters war, sondern weil die Bienen sich gierig darauf stürzen, um Pollen und Nektar zu ernten.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.,
als Gast in der Runde der Brandenburger Imker
01.03.2017

Ein ungleicher Kampf

Imker kämpfen für das Überleben der Honigbiene. Es ist ein kleines, schwaches Völkchen verglichen mit den Konzernen, denen die Gesundheit von Lebewesen nicht am Herzen liegt. Es ist dabei völlig unverständlich, da sie im gleichen Boot sitzen, die gleiche Nahrung zu sich nehmen mit den gleichen Risiken. Doch Macht und Mammon zählen mehr. Aber es sind auch nicht nur die Konzerne, es ist auch die Landwirtschaft, die den Versprechen nach noch mehr Profit auf den Leim gegangen ist. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Landwirtschaft immer weniger Lebensmittel und immer mehr schnöde Biomasse erzeugt. Aber ein Teil der landwirtschaftlichen Betriebe ist angewiesen auf die Honigbiene und die anderen Bestäuber – zu 80% sagt man. Wer von den Obst- und Gemüsebauern kämpft eigentlich auf Seiten der Imker? Wer vertritt den Schutz für die vielen anderen Bestäuber?

Wir alle sehen gespannt aber doch auch ziemlich hilflos zu, was denn wohl herauskommen mag bei einer Klage der Chemie gegen die EU. Wir sind schon zufrieden, wenn Artikel wie der in der Süddeutschen Zeitung an einem Wochenende in die Öffentlichkeit getragen werden. Und wir hoffen auf eine weise Entscheidung von Politikern. Und die können wir nur beeinflussen, wenn wir sie in Unruhe halten. Und unruhig werden sie irgendwann, wenn sie zugeworfen werden mit sachdienlichen, fundierten und neutralen Gutachten und Berichten. Klagelieder anzustimmen und Forderungen aufzustellen, sollte der Vergangenheit angehören. Vielmehr sollten wir konstruktiv werden, der Mehrheit zeigen, wie man die Natur zurückgewinnen kann, wie man mit wenig Pestiziden landwirtschaftlich produzieren kann. Da wäre als ein wichtiger Schritt das „Politikpapier“ des „Forschungs- und Entwicklungs-Verbundvorhabens ZA-NExUS“ zu nennen. Es ist ein guter Entwurf für einen zukunftsfähigen Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft. Für Interessierte haben wir ihn hier (BMUB_neue_Landwirtschaft_2017_politikpapier_bf) verlinkt. Dabei stört ein wenig, dass alle angedachten Verbesserungen immer mit Fördermitteln einhergehen müssen. Das aber muss nicht sein. Wer die Natur zerstört hat, soll sie auch wieder in Ordnung bringen. Und es muss auch nichts kosten. Gehölze für Hecken und Bäume müssen nicht aus der Baumschule kommen. Es müssen lediglich wieder die angestammten Randstreifen, Gräben und Wege zur Verfügung gestellt werden. Sämlinge und Stecklinge gibt es kostenlos, wenn man denn will. Die Naturschutzverbände sind da sicherlich gern behilflich.

In jedem Fall aber sollen wir alle unruhig bleiben und neugierig. Wir dürfen nicht aufhören, uns für die Rettung der zum Teil optisch so unbedeutenden Fauna und Flora einzusetzen. Es mag dann irgend wann einmal sein, dass die Politiker sich doch mehr an ihren eigentlichen Auftrag besinnen, als über die zukünftigen Wahlaussichten nachzudenken. Manchmal kann man beides in Einklang bringen.

Vermehrt sollten wir uns an solchen Bildern erfreuen können.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
14.02.2017

Süddeutsche Zeitung

10. Februar 2017, 19:03 Uhr
Landwirtschaft

Auf Kosten der Bienen
BASF, Bayer und Syngenta haben die EU verklagt: Sie wollen ein Verbot von Pestiziden kippen. Wenn sich die Industrie durchsetzt – wie viel Macht bleibt dann der Politik, um die Natur zu schützen?
Von Silvia Liebrich

Albrecht Pausch wirft einen zufriedenen Blick auf seine Bienenstöcke. Ein paar Tiere sind schon unterwegs, obwohl Anfang Februar kaum Blüten zu finden sind. „Auch Bienen müssen ab und zu pinkeln“, sagt Pausch. Er lacht. Hier, zwischen sanften Hügeln, knapp 50 Kilometer nördlich von München, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Zu dem Bioland-Hof den er in der Nähe von Scheyern betreibt, gehört neben den Obstbäumen und einer Destillerie die Imkerei mit 230 Bienenvölkern. Mehrere Dutzend Holzkästen stehen nur ein paar Meter entfernt, direkt am Waldrand. „Fünf Prozent Winterverluste sind normal“, sagt der Imker. Seine Bienen haben die kalten Monate bisher offenbar gut überstanden.

Das war aber nicht immer so. Vor ein paar Jahren stellte er fest, dass ein Teil der Bienen nicht in den Stock zurückkam, ohne dass er sich das erklären konnte. „Wo kurz zuvor noch das pralle Leben herrschte, fehlten plötzlich viele Bienen“, erinnert er sich. Auch legten auffällig viele Königinnen keine befruchteten Eier mehr oder waren ganz verschwunden.

Pausch, ein Mann um die 60, ist keiner, der leichtfertig Beschuldigungen äußert. Der Ingenieur war lange für den Chiphersteller Intel unterwegs, bevor er sich für das Landleben entschieden hat. Er hält sich an Fakten. Trotzdem hatte er einen Verdacht. Ein wesentlicher Grund, so vermutet er, seien bienenschädliche Pestizide gewesen, genauer gesagt einige Insektenbekämpfungsmittel, die in der deutschen Landwirtschaft seit Ende der Neunzigerjahre immer häufiger eingesetzt werden.

Er war nicht der Einzige, der so dachte. Auch die europäische Aufsichtsbehörde Efsa hielt den Verdacht für begründet. Den Einsatz von vier umstrittenen Mitteln hat die EU-Kommission deshalb vor dreieinhalb Jahren teilweise untersagt. Doch diese Verbote könnten bald wieder aufgehoben werden. Das zumindest fordern die betroffenen Herstellern, die deutschen Konzerne Bayer Cropscience und BASF sowie das Schweizer Unternehmen Syngenta. Sie halten die Verbote für ungerechtfertigt und haben die EU-Kommission verklagt.

Die entscheidende Phase in diesen Verfahren beginnt am kommenden Mittwoch am Europäischen Gerichtshof, und es geht um mehr als ein paar Pestizide. Tatsächlich müssen die Richter nebenbei eine wichtige Grundsatzfrage klären: die nach dem Umgang mit Risiken in der Europäischen Union, also die Frage, was schwerer wiegt, der Schutz von Investitionen oder der Schutz von Natur und Verbrauchern? Und es wird sich auch zeigen, welcher Spielraum der Politik künftig beim Verbot gefährlicher Stoffe bleibt, wenn Konzerne ihr Recht auf Umsatz und Ertrag in die Waagschale werfen.

Gibt der Gerichtshof den Agrarkonzernen recht, könnten auf die EU in der Folge Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe zukommen. Kritische Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen, dürfte dann noch schwieriger werden als bisher. Doch wie ist es überhaupt so weit gekommen?

Ein Blick zurück: Das Frühjahr 2008 im badischen Rheintal ist heiß und trocken. Weiden, Wildkirschen und andere Pflanzen stehen in voller Blüte. Doch etwas fehlt: das Summen der Bienen. In der Geschäftsstelle des Verbands der Badischen Imker in Appenweier ist die Aufregung groß. Immer mehr Imker klagen über ein massives Bienensterben, das schlimmste seit 30 Jahren.

Das Gift unterscheidet nicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten
Der millionenfache Tod setzt unvermittelt mit der Mais-Aussaat ein. Später zeigt sich, viele der Samenkörner waren zur Insektenbekämpfung mit einem Mittel behandelt worden, das ein Nervengift enthält. Es macht die Bienen krank und orientierungslos. Der enthaltene Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide soll die Pflanzen vor Schädlingen schützen. Weil das Mittel, der Hersteller ist Bayer Cropscience, nicht richtig an den Samen haftet, wird giftiger Staub vom Wind weit verteilt. Das Gift unterscheidet nicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten.

In den folgenden Jahren müssen Behörden klären, ob bei der Zulassung des Pestizids etwas Entscheidendes übersehen wurde. Auch Produkte anderer Firmen, die Mittel mit ähnlicher Wirkweise herstellen, geraten in den Fokus der Prüfer. Umweltschützer und Imkerverbände verlangen, deren Einsatz zu untersagen. 2012 liegen mehrere neue Studien vor, die eine Gefährdung von Honigbienen bestätigen. Die Hersteller versuchen, diese mit eigenen Untersuchungen zu widerlegen. Tenor der Industrie: nicht die Pestizide, sondern vor allem die Varroa-Milbe – ein Parasit, der Bienen krank macht – sei das Problem.

Die EU-Kommission greift ein, die zuständige Aufsichtsbehörde Efsa rät, den Einsatz der kritischen Stoffe zumindest einzuschränken. Brüssel spricht daraufhin Teilverbote für Clothianidin, Imidacloprid (beide von Bayer Cropscience), Thiamethoxam (Syngenta) und Fipronil von BASF aus. Deutschland gehört zu den EU-Ländern, die dies auch umsetzen. Das Teilverbot betrifft Anwendungen wie das Beizen von Saatgut, andere bleiben erlaubt.
Doch die Entscheidung der EU steht auf juristisch wackeligem Fundament, weil sie eine Zulassung deutlich einschränkt, und zwar lange bevor sie ausgelaufen wäre. Das könnte am Ende wichtig werden. „Ich kenne kein anderes Beispiel in der EU für eine Produktzulassung, die aus Umweltschutzgründen in einem solchem Maß wieder zurückgenommen wurde“, sagt der Fachanwalt Achim Willand. Er vertritt an der Seite der EU-Kommission die Interessen einiger Imkerverbände. Dass Brüssel das Recht hat, Zulassungen wieder einzuschränken, wenn nachträglich Risiken erkannt werden, davon ist er überzeugt. Doch für die Industrie bedeutet das Verluste. „Es gab wohl noch nie so gravierende finanzielle Auswirkungen für einzelne Hersteller“, sagt Willand. Wenn sich die Firmen beim EuGH durchsetzen, könnten sie in der Folge hohen Schadenersatz geltend machen, glaubt er.

200 Milliarden Euro
So viel tragen Bienen weltweit pro Jahr zur Wertschöpfung bei. Das hat das französische Institut CNRS ausgerechnet. 80 Prozent aller Pflanzen brauchen sie als Bestäuber, 40 Prozent der Nahrungsmittelerzeugung hängen von ihnen ab. In der Kosten-Nutzen-Rechnung der Erzeuger wird ihre Arbeit nicht berücksichtigt. Der Deutsche Bauerverband beklagt stattdessen Produktionsausfälle, weil bienenschädliche Mittel verboten sind. „Was ist mit den Bienen und uns?“, fragt sich da der Imker Albrecht Pausch

Tatsächlich lassen sich die Umsatzausfälle der Industrie nur grob abschätzen, sie dürften sich aber wohl auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro summieren. Die Firmen nennen keine Zahlen. Die EU-Kommission lehnte jede Stellungnahme mit Hinweis auf das laufende Verfahren ab.

Einen wichtigen Vorteil haben die Hersteller in dem Verfahren. Sie können sich auf einen besonderen Schutz berufen. Denn sie haben im Vertrauen auf die Zulassung viel investiert. Wird diese dann plötzlich widerrufen, braucht es dafür triftige Gründe. Wer etwa ein Haus baut, muss sich auch darauf verlassen können, dass die Baugenehmigung rechtens ist und nicht gleich ein Abriss droht. So ähnlich argumentiert auch ein Sprecher von Bayer. „Ein innovatives und forschungsorientiertes Unternehmen wie wir es sind, braucht verlässliche Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit“, sagt er. Aus Sicht des Unternehmens stelle die EU mit ihrer Entscheidung aber genau das infrage. So äußern sich auch BASF und Syngenta. Schlecht für die EU und die Imker ist zudem, dass es in dem Verfahren auch keine Rolle spielt, ob seit dem Verbot neue Studien vorgelegt wurden, die das Verbot zusätzlich rechtfertigen könnten.

Der Zoff um die bienenschädlichen Pestizide ist auch die Geschichte eines erbitterten wissenschaftlichen Streits, ähnlich wie beim Wirkstoff Glyphosat. Für Professor Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin ist nicht das Bienensterben am Rhein vor fast zehn Jahren das große Problem. „Der Fall gilt heute als Unfall, da wurde Saatgut falsch behandelt.“ Dass die Neonicotinoide eine große Gefahr für die Bienen sind, steht für den Neurobiologen trotzdem außer Frage. „Die eigentliche Gefahr geht überwiegend von der Masse aus, in der solche Mittel eingesetzt werden.“ Er verweist darauf, dass schon geringste Dosen hohe Wirkung auf Bienen zeigen. Zudem seien die Stoffe lange wirksam, würden nur sehr langsam abgebaut, und sich im Boden anreichern. „Das Argument der Industrie, die Milbe sei schuld, ist grundsätzlich falsch“, meint Menzel, der untersucht hat, wie die Gehirne von Bienen funktionieren.

Sein Urteil über die von der Industrie vorgelegten Untersuchungen fällt vernichtend aus. „Statistik und Design der Studien sind so tendenziös angelegt, dass keine Effekte herauskommen können.“ Die Unternehmen weisen das entschieden zurück. BASF beklagt stattdessen, relevante wissenschaftliche Studien und Nachweise seien von der EU-Behörde Efsa nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Pausch, der Imker aus Bayern, verfolgt den Streit mit Unbehagen. Spätestens in drei Monaten will er mit seinen Bienen aufbrechen, um Akazienhonig in Brandenburg zu ernten. Seine angeschlagenen Bienenvölker haben sich wieder erholt. Nun hofft er, dass das Teilverbot der Pestizide vor Gericht Bestand hat. Das allein aber reiche nicht, sagt er. „Die Politik muss endlich entscheiden, welche Landwirtschaft sie will.“ Eine, die Erträge mit mehr Pestiziden und Technik oder eben mithilfe der Natur erzielt. Für ihn gibt es darauf nur eine überzeugende Antwort.

Neues von der Stadtbaumkampagne der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Spendenzeitraum und Pflanzung 2016)

Ursprünglich hatten wir uns für zwei Krimlinden in der Spilstraße entschieden. So schön so gut. Die Vorbereitungen zur Pflanzung wie Markierungen anbringen, Parkverbotsschilder aufstellen und der Versuch den ersten kranken Baumstumpf zu entfernen waren schließlich vergebens, da ein Kabel der Telekom die Pflanzung nicht zuließ. Wir haben uns schließlich für die Saargemünder Straße, Mittelstreifen, entschieden. Dort stehen überwiegend Kiefern und Birken und unsere Krimlinden sind dort eine willkommene Nahrungsquelle für unsere Lieblingstiere und Co.

Der IV Zehlendorf und Umgebung e.V. dankt allen SpenderInnen für ihr Engagement.

Markierungen für die geplante Pflanzung der gespendeten Krimlinden, am 28.11.2016, Saargemünder Straße 2, Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin, Mittelstreifen

Die gepflanzten Krimlinden am 29.11.2016

Die Baumstämme sind gegen Schädlinge und Sonneneinstrahlung geschützt. Sie werden durch ein Pflanzgerüst gestützt. 07.12.2016

Eingefügt in das Straßenbild kann man „unsere“ Krimlinden gut erkennen.


Dagmar Prentzel/Bienenweide