Aktuelles

    Herzlich Willkommen

    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.


  • Imkerkurse 2019 Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet in Zusammenarbeit mit dem Imkerverband Berlin e. V. (DIB) Imkerkurse an. Mit der Bienenhaltung ist aber eine große Verantwortung sowohl den Bienen als auch den Mitmenschen gegenüber verbunden. Wichtige Grundkenntnisse der Bienenhaltung werden, ergänzt durch Fachliteratur-Empfeh-lungen, in unserem Imker-Kurs vermittelt. Kursangebot 2019 jeweils 10.00 – 14.00 ...
  • IGW 2019 Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. und FU Berlin Abteilung Bienen auf der Sonderschau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der IGW 2019 der Internationalen Grünen Woche Berlin vom 18.-27.Januar 2019 Halle 23 a Der IV Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. stellt sich in Kooperation mit der FU Berlin ...
  • Ein erster Lichtblick – ein gutes Beispiel Die Task Force der internationalen Wissenschaftler begrüßt beispiellose globale Maßnahmen zur Einschränkung der bienentötenden Neonikotinoide. Frankreich ist das erste Land überhaupt, das Neonikotinoide verbietet. Die philippinische Provinz Marinduque verhängt ein vollständiges Verbot zum Schutz der Bestäuber. Pressemitteilung der Task Force on Systemic Pesticides 20. September 2018 PARIS – Frankreich ist das erste Land der Welt, das alle Neonikotinoid-Pestizide (Neoniks) ...
  • Berliner Imkertag 2018 So., 14. Oktober 2018, 10 bis 15:30 Uhr Fachvorträge an der Freien Universität Berlin Erntefest auf der Domäne Dahlem (10 bis 18 Uhr) Liebe Imkerfreunde und Imkerfreundinnen, bereits zum 8. Mal fi ndet der Berliner Imkertag statt. Die Vorträge versprechen auch dieses Mal wieder äußerst interessant zu werden. Im Anschluss sind Sie eingeladen, das bunte Erntefest mit seinen ...
  • Imkerreise 2018 nach Danzig Die diesjähjrige Imkerreise führte die Mitglieder von 6. bis 9. September 2018 nach Polen. Bildergalerie: Mit einem Klick auf’s Bild gehts weiter.) Reiseverlauf: Tag: Fahrt nach Danzig, Tag: Fahrt auf dem Oberlandkanal von Elbing nach Buczyniec,Besuch der Imkerei Miodolandia in Stanislowo Tag: Besichtigung Oliva und Danzig Tag: Besichtigung der Burg Marienburg in Marienburg und Rückreise nach Berlin 1. Tag: Anreise ...
  • Ein neues Gift unter der Lupe Liebe Natur-Retter, auf eine solche Untersuchung wie diese von Siviter et al. aus UK zu Sulfoxaflor (Anhang 1) ist schon lange gewartet worden (Gäbe es kritische Bienenforschungs-Institutionen in Deutschland, wären diese sicherlich auch von den genannten EU-Institutionen unterstützt worden.). Wegen der zunehmenden Resistenz der Schadinsekten auf Neonikotinoide (NN) (ref. ...
  • Entomologischer Verein Krefeld bekommt den Science Hero Preis 2019 für Insektenforschung 05.09.2018 12:41 Prof. Dr. Ralf Meyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag Deutschlands Die Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) zeichnet den Entomologischen Verein Krefeld, der sich seit 1905 mit der wissenschafltich orientierten Insektenkunde beschäftigt, mit dem Science Hero Preis aus. Die Krefelder Entomologen erheben seit über 30 Jahren systematisch den Bestand von Flugininsekten in zahlreichen Schutzgebieten über die gesamte Vegetationsperiode. ...
  • Zur Internationalen Grünen Woche in Berlin Liebe Freunde der Imkerei in der Öffentlichkeit auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin der letzten Jahre, die Wegbegleiterin und Hüterin über die angemessene Ordnung für das BMEL in der Halle 23, Frau Gabriele Heimbach, hat die Grenze zu den Altersbezügen erreicht. Wenn ich es recht deute, hat sie dabei 12 (zwölf) Ministerinnen und Minister der ...
  • Klimaretter Schülerinnen und Schüler des Droste-Hülshoff-Gymnasiums haben sich diesen Titel auf ihre Fahne geschrieben. Für eine Workshop-Veranstaltung am 15. Juni 2018 wurden die unterschiedlichsten Verbände angeschrieben und um eine Beteiligung gebeten. Auch der Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. stand auf dieser Wunschliste. Selten sagen wir Imker nein, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit und die Aufmerksamkeit für das ...
  • 20. Mai ist Weltbienentag ! Noch zum Weihnachtsfest 2017 haben die Vereinten Nationen (UN) den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt, weil die Bienen für die Ernährung der Weltbevölkerung wichtig sind. Vor allem aber soll das Bewusstsein der Menschen dieser Welt dahingehend geweckt werden, da viele Probleme um die Honigbiene, die wilden Artgenossen und die vielen anderen Insekten verschlafen werden. Was machen ...
  • Peter Biastock Es gibt Menschen, die sollten ewig leben. Ihre Zuverlässigkeit, ihre Fürsorge für andere Menschen, ihre Hilfsbereitschaft, ihre Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit im Einklang des Miteinanders sind ohnegleichen. Peter war so einer von ihnen. Doch er sollte nur siebenundsiebzig Jahre alt werden. Wenige Tage vor dem Osterfest 2018 verstarb völlig unerwartet, viel zu früh Peter Biastock Wer ihn kannte, wer mit ihm zu tun ...
  • Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen Der Tagesspiegel 21.03.2018 Pflanzenschutz in der Landwirtschaft Am Donnerstag treffen sich die EU-Mitgliedstaaten, um ein Verbot für das weltweit am häufigsten verwendete Pestizid zu diskutieren. Es ist die Gelegenheit, um unser ganzes Ernährungssystem zu überdenken. Ein Aufruf aus der Wissenschaft. Dave Goulson Die Beweise nehmen zu, dass der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft das Bienensterben befördert.Foto: Patrick Pleul/picture ...
  • Macht uns Bayer sprachlos, machtlos oder schlaflos? Sollen Pestizide in Europa zugelassen werden oder nicht? Welche sollen zugelassen werden? Die EFSA (wissenschaftliche Kommission der EU) hat bereits 3 Bienen-schädliche Neonikotinoide erkannt und den Einsatz aufgrund der hohen Toxizität als schädlich bezeichnet sowie empfohlen, den Einsatz zu verbieten. In der 12. Woche 2018 sollten die EU-Gremien über das weitere Verbot entscheiden. Zudem waren Sitzungen ...
  • Bienendichte Welcher Politiker kennt dieses Wort? Imker unterscheiden sich von anderen Menschen durch ihre Ausdauer, in der Regel durch Zuverlässigkeit, vor allem aber durch die unerschöpfliche Neugierde. Und wenn der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) – diesmal etwas früher als sonst, nämlich schon zur Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin – auf seiner immer prägnanten gelben Deutschlandkarte die Imkerzahlen ...
  • Kontrolle der Giftschränke Niemals sollten die Fragen beantwortet werden, ob das Sterben der Insekten mit den landwirtschaftlich verabreichten Cocktails aus den Giftküchen der Chemieriesen im Zusammenhang zu sehen ist, oder ob diese Zugaben gar für den Menschlichen Organismus eine Gefahr darstellen. Das wollten die Konzerne doch immer vermeiden, mit dem „na ja, denn macht mal so weiter“ der ...
  • Zufällig Heilmittel gegen Bienenfeind Varroa-Milbe entdeckt Lithiumchlorid verfüttert Quelle: www.forschung-und-wissen.de//nachrichten/umwelt/zufaellig-heilmittel-gegen-bienenfeind-varroa-milbe-entdeckt-13372512 Von: Dennis L. 10. Februar 2018 » 10:50 Uhr Stuttgart (Deutschland). Forschern der Universität Hohenheim könnte durch Zufall ein langerwarteter Durchbruch im Kampf gegen das Bienensterben gelungen sein. Die deutschen Forscher haben entdeckt, dass Lithiumchlorid möglicherweise ein Heilmittel sein kann, das ganze Bienenvölker vor der gefährlichen Varroa-Milbe schützen kann. Laut den Wissenschaftler kann Lithiumchlorid während ...
  • IGW 2018 Internationale Grüne Woche – Berlin Zehn Tage vom 18. – 28.Januar waren wieder viele unserer Mitglieder im Einsatz. Zusammen mit Mitarbeitern der FU Berlin wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die weitgehend unwissende Mehrheit der Besucher über die Probleme bei der Bienenhaltung zu informieren. Dabei ist die Halle 23a eine Besonderheit. Wir stehen hier auch für das BMEL ...
  • Deutsches Bienenmonitoring DeBiMo Schlussbericht für den Zeitraum 01/2014-12/2016 Zugespielt von unserem Natur-, Bienen- und Menschenfreund dem Toxikologen Werner Kratz macht dieser Titel doch auch den einfachen Imker neugierig -, unkommentiert auf 98 Seiten ein hartes Brot. Es wurde zusammengetragen von 6 „Bieneninstituten“ unterstützt vom Fachzentrum Mayen sowie der LUFA und vorgelegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ...
  • Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018 Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo, die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht nur Diskussionsstoff geboten. Sie hat uns vor allem mit für die Insektenwelt ganz fürchterlichen Fehlentscheidungen versorgt. Glyphosat und all die noch nicht genau identifizierten Neonikotinoide haben flächendeckend nicht nur die Honigbienen außerhalb der Städte in ...
  • Imkerkurse 2018 Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. kostenlose Imkerkurse an. Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby, für das sich immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg begeistern. Mit der Bienenhaltung ist jedoch eine Verantwortung verbunden, sowohl den Bienen als auch den Mitmenschen gegenüber. ...

Imkerkurse 2019

Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet in Zusammenarbeit mit dem Imkerverband Berlin e. V. (DIB) Imkerkurse an.

Mit der Bienenhaltung ist aber eine große Verantwortung sowohl den Bienen als auch den Mitmenschen gegenüber verbunden.

Wichtige Grundkenntnisse der Bienenhaltung werden, ergänzt durch Fachliteratur-Empfeh-lungen, in unserem Imker-Kurs vermittelt.

Kursangebot 2019

jeweils 10.00 – 14.00 Uhr

Samstag, 9.03.2019

• Geschichte und Einführung in die Im-kerei
• Verschiedene Rähmchengrößen und Bienenbeutentypen,Imkerei in einer Magazinbeute
• Biene in Berlin, Vorteile – Nachteile für die Imkerei in der Stadt

Samstag, 13.04.2019

• Erste Völkerkontrolle, Volksstärke, Königinnenrichtigkeit, richtige Brut, Temperatursicherheit f. die wachsenden Völker, etc.
• Imkerarbeiten im Frühling, Tote Bienen entfernen, Abnahme v. leeren Waben

Samstag, 11.05.2019

• Völkerführung in der Stadt
• Völkervermehrung/Ablegerbildung um den Völkerbestand zu erneuern und erweitern
• Schwarmvorbeugung

Samstag, 22.06.2019

• Königinnenzucht, Tipps für Hobbyimker
• Bienenprodukte, Honig, Pollen, Wachs, etc.

Samstag, 10.08.2019

• Imkerarbeiten im Herbst
• Varroosebekämpfung, Milbenbekämpfung mit unterschiedlichen Methoden und Mitteln
• Wintervorbereitung, Futterversorgung, Wintersitz, Beutesicherung

1.) Termine im März, April und Mai:
Hörsaal des Instituts für Anorganische
Chemie
Fabeckstrasse 34-36, 14195 Berlin

2.) Termine im Juni und August:
Hörsaal des Instituts für Zoologie
Königin-Luise-Str. 1-3, 14195 Berlin

Referent

Dr. Benedikt Polaczek,
Imkermeister am
Institut für Veterinär-Biochemie
der Freien Universität Berlin

Diese Kurse dienen dem praxisorientierten Erlernen der Imkerei für Jungimker sowie zur Weiterbildung erfahrener Imker.

Für die Teilnahme am Imkerkurs 2019 wird eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von 10 € erhoben. Nach Teilnahme an mindestens vier Terminen wird eine offizielle Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Eine vorherige Anmeldung zu den Kursen ist nicht notwendig.

IGW 2019

Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. und FU Berlin

Abteilung Bienen auf der Sonderschau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen der IGW 2019 der Internationalen Grünen Woche Berlin vom 18.-27.Januar 2019 Halle 23 a
Der IV Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. stellt sich in Kooperation mit der FU Berlin auf der IGW 2019 den Fragen der Öffentlichkeit. Mit ca. 140 Mitgliedern ist es einer der größten verbandgebundenen Imkervereine in Berlin und Umgebung.  Mit großem personellem (ca. 5 Imker / Tag) und repräsentativem Aufwand hinsichtlich unterschiedlichster Exponate und einer medialen Dokumentation befassen wir uns umfassend mit dem  Themenkreis um die Bienen und anderer Bestäuber. Wir setzen uns auseinander mit den Problemkreisen u.a. Bienenschädlingen, Bienenkrankheiten, Heilwirkungen, Bestäubungsleistungen, Renaturierung, Biodiversität, und Pestiziden. Wir stehen für gesunde Bienen und deren Produkte. Wir zeigen die Bienenweide im Jahreszyklus in Bildern und Filmen. Wir experimentieren und mikroskopieren. Wir lassen verschiedene Honige probieren und zeigen ein lebendes Bienenvolk und wir geben Hinweise für eine Imkerschulung sowie die Ausbildung von Jungimkerinnen und Jungimkern in Theorie und Praxis.

Ein erster Lichtblick – ein gutes Beispiel

Die Task Force der internationalen Wissenschaftler begrüßt beispiellose globale Maßnahmen zur Einschränkung der bienentötenden Neonikotinoide.
Frankreich ist das erste Land überhaupt, das Neonikotinoide verbietet. Die philippinische Provinz Marinduque verhängt ein vollständiges Verbot zum Schutz der Bestäuber.
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Berliner Imkertag 2018

So., 14. Oktober 2018, 10 bis 15:30 Uhr
Fachvorträge an der Freien Universität Berlin Erntefest auf der Domäne Dahlem (10 bis 18 Uhr)

Liebe Imkerfreunde und Imkerfreundinnen,

bereits zum 8. Mal fi ndet der Berliner Imkertag statt. Die Vorträge versprechen auch dieses Mal wieder äußerst interessant zu werden. Im Anschluss sind Sie eingeladen, das bunte Erntefest mit seinen Marktständen auf der Domäne Dahlem zu besuchen. Es besteht die Möglichkeit zum Fachsimpeln, Informieren oder Bummeln. Wir freuen uns auf Sie!


Programm

Moderation: Cornelis F. Hemmer, Stiftung für Mensch und Umwelt

10:00 Uhr: Begrüßung
Dr. Benedikt Polaczek
Vorsitzender des Imkerverbandes Berlin e.V., Imkermeister an der Freien Universität Berlin

Dr. Andrea Bör
Kanzlerin der Freien Universität Berlin

10:10 Uhr: Grußworte
Dr. Corinna Hölzer
Vorstand der Stiftung für Mensch und Umwelt

Dr. Turgut Altug
Sprecher für Natur- und Verbraucherschutz, Bündnis 90/Die Grünen

10:20 Uhr: Honigprämierung
Die Sieger der besten Honige werden ausgezeichnet.

10:45 Uhr: Pause

11:15 Uhr: Prof. Dr. Elke Genersch
LIB – Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf

AMERIKANISCHE FAULBRUT

Die Amerikanische Faulbrut der Bienen (= AFB) ist eine weltweit vorkommende und in den meisten Ländern anzeigepfl ichtige Tierseuche. Der Erreger der AFB ist das sporenbildende Bakterium Paenibacillus larvae (= P. larvae). Vor 15 Jahren haben wir eine molekulare Methode etabliert, mit der die Spezies P. larvae in die vier praxisrelevanten Genotypen ERIC I – IV aufgeteilt werden können. Aus den AFB-Ausbrüchen der letzten Jahrzehnte wurden regelmäßig nur die Genotypen P. larvae ERIC I und ERIC II isoliert. Unsere weiterführenden Untersuchungen zur Pathogenese der AFB ergaben, dass sich die P. larvae ERIC-Genotypen in ihrer Virulenz auf Larven- und Volksebene deutlich unterscheiden. Das ist insbesondere für die amtstierärztliche Praxis und für Entscheidungen zur Sanierung infi zierter oder erkrankter Völker wichtig. Wir haben in den letzten Jahren auch verschiedene Virulenzfaktoren von P. larvae identifi ziert und charakterisiert, von denen sich einige als Ansatzpunkte für innovative Therapien anbieten.

12:15 Uhr: Guido Eich
LAVES – Institut für Bienenkunde, Celle

FAULBRUT EFFEKTIV BEKÄMPFEN – VORSTELLUNG EINES SCHLAGKRÄFTIGEN REINIGUNGS- UND DESINFEKTIONSVERFAHRENS

Befragt man die Imkerschaft nach den gefährlichsten Erkrankungen der Bienen, so wird mit Abstand am häufi gsten die amerikanische Faulbrut genannt und erst viel später die Varroose. Warum ist das so? Faulbrut ist heilbar im Gegensatz zum Varroabefall. In den Köpfen der Imker scheint dies aber noch nicht angekommen zu sein. An der Virulenz der Erkrankungen kann das aber nicht liegen, beide bewirken ein Absterben ganzer Völker, ja sogar großfl ächig ganzer Bestände. Vielmehr scheint die Ursache in den Behandlungskonzepten zu liegen:

Bei der Erkrankung der Bienenvölker an der amerikanischen Faulbrut werden üblicherweise die erkrankten Völker abgetötet, sowie die in Kontakt gekommenen Betriebsmittel verbrannt.

Eine bessere Alternative zum Abtöten und Verbrennen bietet das Sanieren im off enen Kunstschwarmverfahren mit mehrtägiger Hungerphase und begleitenden Desinfektionsmaßnahmen.

Sichere Tilgung der Seuche und erheblich weniger Neuausbrüche sind durch diese Methode zu verzeichnen.

13:15 Uhr: Mittagspause

14:15 Uhr: Guido Eich
LAVES – Institut für Bienenkunde, Celle

BETRIEBSWEISE – HEISST IMKERN MIT SYSTEM

Schaut man Imkern bei ihrer Arbeit zu, so kommen einem sehr schnell Zweifel an planvollem Vorgehen bzw. gezieltem Reagieren auf Bienenbelange. Woran liegt das?
Anfangs aus Mangel an Erfahrung, dazu kommen dann noch viele Käufe unterschiedlichster Beutensysteme und Rähmchenmaße. Die Folgen einer solchen Standvielfalt – Zeitmangel und Frust!

Wie kann man Abhilfe schaffen?
• Einheitliches Betriebssystem
• Agieren statt reagieren – eine Betriebsweise, die zu mir passt
• Gesunde Bienen
• Honigbearbeitung erlernen
• Zeit für die schönen Dinge beim Imkern „Gucken statt (ran-)glotzen“

Anforderungen an eine gute Betriebsweise:
• Förderung und Kontrolle der Bienengesundheit
• Großzügige Bauerneuerung
• geplante Jungvolkbildung
• Gezieltes Schwarmmanagement

15:15 Uhr: Zusammenfassung

15:30 Uhr: Ende des Berliner Imkertags 2018

Bis 18:00 Uhr: Ausklang auf dem Erntefest der Domäne Dahlem

• Infos rund um die Honigbiene
• Verkauf von Berliner Honig
• Verkauf von Imkereibedarf
• Honigschleudern für Alt und Jung
• Bau von Summ-Bienen für Kinder

Zum Veranstalter:

Im Imkerverband Berlin sind 16 Imkervereine organisiert. Über 1200 Mitglieder betreuen unter unserem Dach über
7000 Bienenvölker (Stand: 10/2017). Knapp ein Drittel der Mitglieder ist weiblich, das Durchschnittsalter liegt bei 57.

Initiative „Berlin summt!“

Die Initiative „Berlin summt!“ von der Stiftung für Mensch und Umwelt rückt seit 2010 die Bedeutung von Wild- und Honigbienen in die Mitte der Gesellschaft.

Mit der Initiative „Deutschland summt!“ ist die Stiftung in über 25 Gemeinden, Städten und Landkreisen aktiv. Sie haben ein Bienenhilfs-Netzwerk aufgebaut, das die Menschen vor Ort informiert, inspiriert und mobilisiert.

Berliner Imkertag 2018 – Flyer

Plakat zum Imkertag 2018

Imkerreise 2018 nach Danzig

Die diesjähjrige Imkerreise führte die Mitglieder von 6. bis 9. September 2018 nach Polen.
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Ein neues Gift unter der Lupe

Liebe Natur-Retter,

auf eine solche Untersuchung wie diese von Siviter et al. aus UK zu Sulfoxaflor (Anhang 1) ist schon lange gewartet worden (Gäbe es kritische Bienenforschungs-Institutionen in Deutschland, wären diese sicherlich auch von den genannten EU-Institutionen unterstützt worden.).

Wegen der zunehmenden Resistenz der Schadinsekten auf Neonikotinoide (NN) (ref. 1), vor allem aber wegen der geltenden (Teil)-Verbote von NN erstrebt die Agro/Chemie-Industrie die Einführung von Folge-Präparaten. Vor allem propagiert wird das Sulfoxaflor, weil solche Sulfoxime eine von den NN unterschiedliche chemische Struktur hätten. Da aber beide Stoffgruppen über den Acethylcholin-Rezeptor, den sog. Nikotin-Rezeptor, der Neuronen wirken, ist anzunehmen, dass auch beim Sulfoxaflor die deletären subletalen Effekte der NN resultieren. Das Entsetzen unter kritischen Ökotoxikologen und Naturschutzverbänden war deshalb groß, als in der EU die Anwendung von Sulfoxaflor zugelassen worden ist (politische Daten zu Sulfoxaflor siehe Anhang 2. u. 3).

Siviter et al. (Anhang 1) haben frei-fliegende Völker der Schwarzen Erdhummel (Bombus terrestris) feld-realistischen Dosen von Sulfoxaflor ausgesetzt. Um mit adäquaten NN-Versuchen vergleichen zu können, wurden diese Versuchsreihen bei im Frühjahr blühenden Erntepflanzen durchgeführt. Ergebnis: Bei Sulfoxaflor-belasteten Hummel-Völkern wurden 54% weniger produktive Nachkommen (Königinnen und Drohnen) produziert – qualitativ gleiche Ergebnisse wie mit NN (ca. 70% weniger in 4 Studien mit Clothianidin oder Imidacloprid bei Rundlöf et al. (ref. 2) sowie 46% Reduktion mit Thiacloprid (ref. 3). Nach Hochrechnungen führen wiederholte derart gestörte Brut-Zyklen zum Untergang der Hummel-Völker.

Fazit: Sulfoxaflor beeinträchtigt die Reproduktion von Hummel-Völkern in gleicher Weise wie Neonikotinoide. Die Autoren raten davon ab, NN durch Sulfoxaflor zu ersetzen und fordern eine breitere Beweisführung vor der Zulassung neuer Pestizide durch Politik und Zulassungsbehörden.

Conclusion: Sulfoxaflor impacts upon bumblebee reproduction in the same way and amount as neonicotinoids. The authors are warning of the use of sulfoxaflor as direct replacement for neonicotinoids. They demand a broad evidence base prior to novel pesticide release by policy and regulations.

Beim BVL sind 3 Zulassungsanträge für Sulfoxaflor in Bearbeitung (Anhang 3). Wer kann das BVL und/oder die EU-Behörden auf diese bedenklichen Ergebnisse bzgl. Sulfoxaflor hinweisen?

Ref. 1) Bass, C. et al. The global status of insect resistance to neonicotiniod insecticides. Pestic. Biochem. Physio. 121, 87-87 (2015).
Ref. 2) Rundlöf, M. et al. Seed coating with neonicotinoid insecticide negatively affects wild bees. Nature 521, 77-85 (2015).
Ref. 3) Ellis,C. et al. The neonicotinoid insecticide thiacloprid impacts upon bumblebee colony development under field conditions. Environ. Sci. Technol. 51, 1727-1732 /2017).

Prof. Dr.-med. Klaus-Werner Wenzel

Sulfaxaflor in der USA und in der EU

Sulfoxaflor – Bumblebee – Siviter, Harry

Entomologischer Verein Krefeld bekommt den Science Hero Preis 2019 für Insektenforschung

05.09.2018 12:41

Prof. Dr. Ralf Meyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultätentag
Deutschlands

Die Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) zeichnet den Entomologischen Verein Krefeld, der sich seit 1905 mit der wissenschafltich orientierten Insektenkunde beschäftigt, mit dem Science Hero Preis aus. Die Krefelder Entomologen erheben seit über 30 Jahren systematisch den Bestand von Flugininsekten in zahlreichen Schutzgebieten über die gesamte Vegetationsperiode. Die KBF würdigt die Standhaftigkeit, mit der der Verein unabhängig von wissenschaftlichen Trends konstant entomologische Untersuchungen durchgeführt und so ein immens wichtiges Problem aufgezeigt hat. Der Preis wird am 14. Juni 2019 im Rahmen des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentags verliehen.

Mehr und bessere Forschungsaktivitäten zu Insekten sind nötig Massive Bestandsrückgänge von Insekten können gravierende Biodiversitätsschäden in der Natur verursachen und sind aufgrund von Kenntnisdefiziten ein unkalkulierbares, existenzielles Risiko. Die Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) hat deshalb jetzt entschieden, dass der Entomologische Verein Krefeld mit dem Science Hero Preis 2019 geehrt werden soll. Seit 1905 beschäftigt sich der Verein mit der wissenschaftlich orientierten Insektenkunde (Entomologie), wozu vor allem projektbezogene, finanzierte ebenso wie ehrenamtliche Forschungstätigkeiten sowie die konsequente
Archivierung aller Originalbelege in den Entomologischen Sammlungen in Krefeld zählen. Ein akuter Weckruf, dass künftig mehr und bessere Forschungsaktivitäten zu Insekten erforderlich sind, kam vom Entomologischen Verein Krefeld.

Die Krefelder Entomologen haben bereits vor dreißig Jahren die Methodik der Datenerhebung von Fluginsekten mittels Malaisefallen standardisiert und Untersuchungen mit konsequent identischem „sampling design“ in zahlreichen Schutzgebieten über ganze Vegetationsperioden durchgeführt. Daraus resultierten unschätzbare
Daten und Originalproben sowie eine vielbeachtete Publikation im Jahr 2017 in der internationalen Online-Fachzeitschrift „PLOS ONE“ und ein Kommentar in der Fachzeitschrift „Science“.

Diese jüngste Publikation zu den Daten der Krefelder Entomologen mit einem über 27 Jahre ermittelten Rückgang der Gesamtmenge an Insekten um ca. 76 Prozent in Schutzgebieten erreichte weltweites Aufsehen. Sie wurde von der Gelehrtengesellschaft „Royal Society of Biology“ als einer der „Big Biology Breakthroughs“ des Jahres 2017
bewertet. Aktuell wurden diese Untersuchungsergebnisse zu Insektenrückgängen unter Umweltrisiken in den diesjährigen „Global Risks Report“ aufgenommen.

Ökosysteme sind in Gefahr durch Biodiversitätsschäden

Insekten sind unverzichtbare Bestandteile terrestrischer Lebensräume. Sie sind die wichtigsten Akteure in der Bestäubung von Blütenpflanzen, regulieren Energie- und Nährstoffflüsse und sind Nahrungsquellen für viele andere Arten. „Wir sind bis heute keineswegs in der Lage, die zahlreichen von ihnen ausgeübten Funktionen im Naturhaushalt auch nur annähernd ausreichend zu verstehen“, so Dr. Martin Sorg, Mitglied des Entomologischen Vereins Krefeld. Verluste regional angepasster Populationen und vollständiges Aussterben von Arten in ganzen Naturräumen können irreversible Folgen haben. „Wir haben durch viele unserer Daten den Eindruck, das wir „baselines“ verloren haben und weiter verlieren, und in Unkenntnis über die schleichenden Verluste die jeweils historischen „Zustände“ in ihrer Artendiversität und dem „natürlicheren“ Volumen an Interaktionen gar nicht mehr ausreichend begreifen können“, bedauert Dr. Sorg. Durch ihre Forschungstätigkeit haben die Mitglieder des Entomologischen Vereins Krefeld aufgezeigt, dass durch Insektenrückgänge Ökosystemschäden zu befürchten sind, deren Ausmaß und deren Folgen aufgrund von Kenntnislücken nicht prognostizierbar sind. Hieraus resultiert erheblicher Forschungsbedarf und aktuell ist erkennbar, dass sich die „Forschungslandschaft“ in der Entomologie verändert – und weiter verändern muss. „Bisher betreibt man Biodiversitätsforschung zu Insekten vorzugsweise zu den artenärmsten Insektengruppen. Dies ist als extrem verengter Blickwinkel nicht ausreichend zielführend für ein Verständnis von Biodiversität. Man könnte auch sagen: Tausende von UFO-Fluginsektenarten durchstreifen das Land, üben vermutlich wichtigste
Funktionen in der Natur aus – und sind weder in ihrer Bestandsgefährdung bewertet – noch ist ihre Biologie ausreichend bekannt. Notwendig ist daher Grundlagenforschung und ein Langzeitmonitoring auch mit Schwerpunkten zu den artenreichsten Insektengruppen, zu denen der Kenntnisstand in eklatantem Maße defizitär ist,“ so Dr. Andreas Müller, Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld.

Preisverleihung

Die Konferenz Biologischer Fachbereiche fand heuer den Beitrag des Entomologischen Vereins Krefeld so wichtig, dass der Verein im nächsten Jahr mit dem Science Hero Preis ausgezeichnet werden soll.

Dr. Müller, Vorsitzender des Entomologischen Vereins Krefeld, freut sich sehr über die Würdigung: „Wir bedanken uns herzlich für die Auszeichnung und nehmen diese auch als Anregung für künftige Forschungstätigkeiten abseits der normalen Wissenschaftsförderung gerne an.“ Der Preisträger erhält eine Bronze-Figur, die eine Eule als Symbol der Weisheit zeigt, die jedoch auf einem Paragraphen-Dschungel thront. Die Figur symbolisiert die Fesselung der für Deutschland so wichtigen Grundlagenforschung durch Bürokratie. Die Vergabe des Science Hero Preises erfolgt an Personen oder Organisationen in der biowissenschaftlichen Forschung und Lehre, die bürokratische Ausuferungen oder politische Absurditäten mit Humor bekämpfen, standhaft ertragen oder effizient vermieden haben. In diesem Fall honoriert die Konferenz Biologischer Fachbereiche die Standhaftigkeit, mit der der Verein unabhängig von wissenschaftlichen Trends konstant entomologische Untersuchungen durchgeführt und so
ein immens wichtiges Problem aufgezeigt hat. Die Preisverleihung findet am 14. Juni 2019 in Frankfurt am Main anlässlich der Eröffnung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätentages statt.

Die Konferenz Biologischer Fachbereiche existiert in ihrer jetzigen Form seit 1990. Sie vertritt die Biologischen Fakultäten und biologisch arbeitenden Institute und Fachbereiche der deutschen Universitäten.
Ihre Aufgabe ist die Beratung von gemeinsamen Angelegenheiten der Forschung und Lehre, die den biologischen Fachbereichen obliegen, sowie die Vertretung der daraus resultierenden Belange. Die Fachbereiche werden durch eine Senatorin oder einen Senator bei der Konferenz Biologischer Fachbereiche vertreten. Sprecher der Konferenz
Biologischer Fachbereiche ist PD Dr. Alois Palmetshofer von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sein Stellvertreter ist Professor Dr. Dietrich H. Nies von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Mit dem Science Hero Preis werden seit dem Jahr 2015 Personen oder Organisationen in der biowissenschaftlichen Forschung und Lehre geehrt, die Probleme im Bereich der Biowissenschaften durch gute Lehre und kreative Forschung aufgezeigt oder gelöst haben. Die Auszeichnung wird vergeben von der Konferenz Biologischer Fachbereiche.

Kristina Vonend

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dietrich H. Nies
Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg
Institut für Biologie
Professor für Mikrobiologie
Stellv. Sprecher KBF
Kurt-Mothes-Straße 3
06120 Halle (Saale)
Tel. 0345 5526352
E-Mail: dietrich.nies@mikrobiologie.uni-halle.de
www.kbf.bio

Priv. Doz. Dr. Alois Palmetshofer
Sprecher KBF
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Karrierekoordinator
Biozentrum Am Hubland Süd
97074 Würzburg
Tel: 0931 3184239
E-Mail: a.palmetshofer@uni-wuerzburg.de
www.kbf.bio

Zur Internationalen Grünen Woche in Berlin

Liebe Freunde der Imkerei in der Öffentlichkeit auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin der letzten Jahre,

die Wegbegleiterin und Hüterin über die angemessene Ordnung für das BMEL in der Halle 23, Frau Gabriele Heimbach, hat die Grenze zu den Altersbezügen erreicht. Wenn ich es recht deute, hat sie dabei 12 (zwölf) Ministerinnen und Minister der Landwirtschaft zufriedenstellen müssen und dann auch noch uns und dann auch noch mich. Welch` eine Akrobatik über die vielen Jahre. Das aber, meine lieben Freunde, hätte ich nicht ohne dies unnachahmliche Team geschafft. Dafür möchte ich danken. Nun kommen neue Gesichter, möglicherweise auch einige bekannte, die den Bogen des Miteinander neu spannen werden. Hoffen wir einmal, dass die Füße der neuen Mannschaft in die riesengroßen Fußstapfen der Gabriele Heimbach passen. Und hoffen wir auch auf die gleiche Belastungsfähigkeit.

Den Dankesbrief der immer hoch geschätzten Frau Heimbach aber möchte ich allen zeigen, vor allem aber denen, die unseren Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. in so hervorragender Weise auf der Messe unterstützt haben. Dieser Dank gilt eben Euch/uns allen.

Frau Heimbach hat ihren Dankesbrief schon vor langer Zeit erhalten. So können wir ihr nunmehr nur noch wünschen, ganz langsam zur Ruhe zu kommen bei immer bester Gesundheit.

Klimaretter

Schülerinnen und Schüler des Droste-Hülshoff-Gymnasiums haben sich diesen Titel auf ihre Fahne geschrieben.

Für eine Workshop-Veranstaltung am 15. Juni 2018 wurden die unterschiedlichsten Verbände angeschrieben und um eine Beteiligung gebeten. Auch der Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. stand auf dieser Wunschliste. Selten sagen wir Imker nein, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit und die Aufmerksamkeit für das Thema Bienen geht. Doch Bienen und Klima, wo kann es da Verknüpfungen geben. Seit 60 Mio Jahren gibt es Bienen auf diesem Erdball. Und was hat es in dieser Zeit für Klimaveränderungen gegeben! Die Bienen haben sich stets angepasst oder haben sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Das heißt, der Klimawandel, der uns allen doch viel Sorgen bereitet, scheint für die Bienen kein Thema zu sein. Und dennoch beschäftigen wir uns mit diesem Phänomen seit vielen Jahren nur eben im Rahmen einer anderen Fragestellung oder Thematisierung. Seit 1987 sammelt und veröffentlicht Günter Kißmann phänologische Daten in Berlin und veröffentlicht sie für den Berliner Imkerverband. Leider hat er das aus Altersgründen vor etwas mehr als einem Jahr eingestellt. Doch es wurden nicht nur Daten bestimmter Pflanzenkategorien zusammengetragen, sondern sie wurden in einen Zusammenhang gebracht mit den korrespondierenden Klimadaten und dem Verhalten der Honigbienen – hier in erster Linie der Nektareintrag. Und da ist er, der Zusammenhang zwischen Biene und Klima. Durch die periodischen Beobachtungen ausgewählter Pflanzen und deren Blühzeitpunkt unter Einbeziehung von Klimadaten lässt sich der Einfluss auf den Nektareintrag der Honigbienen ablesen. In erster Linie ist es aber die Phänologie, die hier die klimarelevanten Aussagen treffen kann (Abb. 1). Wenn man dann weiterhin die gesammelten Daten des Günter Kißmann und seiner Zulieferer über die letzten immerhin 30 Jahre vergleicht, kann man doch auch eine zunehmende Erwärmung des Berliner Stadtklimas auch unter Berücksichtigung der Unterschiede in den Jahren ablesen.

So haben wir die Aufgabe übernommen, einen Workshop unter diesem Gesichtspunkt zu leiten. Dabei haben wir uns aber verstärkt im Hinblick auf das städtische Mikroklima durch den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) . Historische Bauten eingebettet im Grün – ein Beitrag für die Klimarettung. Namhafte Architekten wie Muthesius, Taut, Luckhardt, Pölzig u.a. haben sich schon vor über hundert Jahren nicht nur Gedanken über eine zeitgemäße bauliche Hülle sondern auch über das Gesamtensemble mit entsprechendem Stadtgrün wie auch der häufig begrünten Fassaden gemacht (Abb. 2, Villa Max Liebermann Berlin-Wannsee 1912, Architekt Otto Baumgarten, Landschaft/Garten Alfred Brodersen). Aber auch heute tätige Planer suchen mehr und mehr den Schulterschluss mit den Naturverbänden oder aber den Planern für die Außenanlagen.

Dr. Evelyn Kersten vom BUND, Abt. Südwest und Reinhardt Löwe vom Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. haben zum oben beschriebenen Themenkreis insgesamt 4 Stunden referiert.

Dabei wurde uns in die Hände gespielt, dass die historische, als Naturdenkmal ausgewiesene Kohlhaseiche in Berlin Kohlhasenbrück am 12.März 2018 gefällt wurde. Sie wurde 145 Jahre alt. An ihr sollte man die Klimaveränderung feststellen können. Glücklicherweise wurden die Stammteile im nahe gelegenen Forst (Abb. 3) zwischengelagert, sodass mit Einverständnis der Försterei noch eine Scheibe des Baumes abgeschnitten werden konnte. Da diese Scheibe in einer effektiven Höhe von ca. 3,50 m zu finden war, kann man hier nur die Jahresringe von ca. 100 Jahren ermitteln und den Einfluss der klimatischen Veränderung versuchen zu deuten (Abb. 4, 5).

Ein weiterer Glückfall war der Hinweis von Günter Kißmann auf die Berliner Klimafibel (Abb.6). Hierin finden wir eine akribische Zahlenschau aller Wetterdaten für Berlin seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1907. Die Berliner Wetterkarte e.V. ist nunmehr ansässig im kleinen Berliner Klimazentrum im Wasserturm auf dem Fichteberg in Berlin-Steglitz. Viele Graphiken sind in dieser Fibel zu finden, sodass man über die letzten 100 Jahre bis 2007 eine gute Übersicht über die Klimaveränderung finden kann (Abb. 7, aus der „Berliner Klimafibel“, 2. Auflage 2016, Autoren Berliner Wetterkarte e.V.). Das alles sieht auf den ersten Blick nicht spektakulär aus. Doch nach Aussage vom Wetterexperten Sven Plöger sind schon Abweichungen von wenigen Grad Celsius häufig mit dramatischen Wetterentgleisungen verbunden.

Hier wäre es nun dringend an der Zeit, die Zusammenhänge zwischen den phänologischen und den dokumentierten meteorologischen Daten aufzuzeigen. Im bescheidenen Rahmen wird das seit 30 Jahren vom Obmann für die Beobachtung dieser Phänomene Günter Kißmann gemacht. Obleute der Berliner Imkervereine melden zum Thema die Daten des Blühzeitpunktes und der Gewichtsveränderung im Bienenstock. Die Wetterdaten werden von den Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes in Berlin übernommen. Dies Meldeschema gehorcht einer für Europa vorgegebenen Pflanzenauswahl (Abb. 8). Mit den zusätzlich ermittelten Waagstockergebnissen lassen sich nun Rückschlüsse ableiten auf die Effektivität einzelner Pflanzen im Hinblick auf den Nektareintrag. So kann man ablesen, dass es in dieser Stadt mit einem unglaublichen Artenreichtum an Pflanzen und Gehölzen drei Hauptmassentrachten für die Honigbiene gibt( Abb. 9). Ahorn, Robinie, Linde sind die ausgemachten Blüten, die für die Insekten hier insbesondere die Honigbiene von größtem Wert sind.

Will man nun eine Rekultivierung in landwirtschaftlich genutzten Regionen anstreben, sind das die ersten Gehölze, die dem Imker als Hüter der Honigbiene und den vielen anderen Insekten als besondere Futterquelle und Energiespender zur Verfügung stehen müssen. Doch auch die trachtarme Zeit ist jeweils zu überbrücken. Daher werden von Reinhardt Löwe aus purer Neugier 100 Pflanzen im engsten Umfeld hinsichtlich des Blühzeitpunktes seit 2015 dokumentiert (Abb. 10). Es wäre ein erster Ansatz für die Neuanlage von Hecken, Parks, Randstreifen und Brachen, hier die Artenvielfalt (die Biodiversität von Fauna und Flora) wieder anzusiedeln und zu sichern. Es wäre eine dringend benötigte Alternative zur industriellen Landwirtschaft mit den Windparks und den möglichst blütenfreien Futtergrünflächen (Abb. 11).

Doch vergessen wir nicht die ganz entscheidenden Nebeneffekte. Muthesius und andere haben zwar nicht die Parks und Gärten wegen der klimatischen Beeinflussung angelegt, doch sie haben erheblich zur Verbesserung eines städtischen Mikroklimas beigetragen. Windbrechung, Bindung von Feinstäuben, Wasserregulierung in der Luft und im Boden sind heute mehr als damals von unschätzbarem Wert. Und so wird ständig um die Erhaltung von Grünflächen gekämpft. BUND und NABU sind bemüht, sich gegen Profiteure und Politiker zur Wehr zu setzen. Jede Entscheidung infrastruktureller oder baulicher Art darf nie auf Kosten der Lebensqualität der biodiversen Fauna und Flora getroffen werden. Dazu zählen eben auch die Menschen, die sich in diesem Umfeld bewegen. Gibt es auch nur das geringste Gesundheitsrisiko, gibt es verträglichere Alternativen, dann sind die schnellen Entscheidungen zu versagen und neu zu überdenken. Kein Baum, kein Strauch darf schnell und unbedacht abgeschnitten und entsorgt werden.

Aber auch im privaten Sektor kann viel für die Verbesserung des städtischen Mikroklimas getan werden. Flachdächer und Steildächer bis 45° können mit geringen Mitteln begrünt werden (Abb. 12, 13). Extensive Grünflächen sind dabei zu bevorzugen, weil sie außer einer Inspektion zur Brutzeit der Vögel (Kleine Moosflächen werden gerne als zus. Nestpolsterung genutzt.) keine besondere Pflege brauchen. Sedum sind Pflanzen in vielfältiger Ausprägung und sehr unterschiedlichem Blühzeitpunkt, es sind Sukkulenten, die lange Trockenzeiten überstehen. Diese Flächen absorbieren Stäube aller Art, sorgen für ein klimatisches Regulativ durch zus. Wärmedurchlasswiderstand und die Wasseraufnahme und –abgabe. Diese Flächen sind zudem bunt und damit Anlass, dass den Menschen eher ein Lächeln zu entlocken ist, als mit dem trockenen technischen Firlefanz, den man häufig nicht benötigt. Praktikabilität und Plausibilität sind im Rahmen von Entscheidungsfindungen häufig abhandengekommen. Vor allem die jungen Menschen können, nein, müssen lernen, das wiederzuentdecken.
Das Klima wird man nicht kurzfristig verbessern können, retten wahrscheinlich auch nicht. Doch einer Verschlechterung hinsichtlich der derzeitigen Entwicklung sollten wir uns alle gemeinsam entgegenstemmen.

Reinhardt Löwe


Abb. 1


Villa Max Liebermann Berlin-Wannsee 1912, Architekt Otto Baumgarten, Landschaft/Garten Alfred Brodersen
Abb. 2


Abb. 3


Abb. 4


Abb. 5


Abb. 6


Aus der „Berliner Klimafibel, 2.Auflg. 2016 , Autoren Berliner Wetterkarte e.V.
Abb. 7


Abb. 8


Abb. 9


Abb. 10


Abb. 11


Abb. 12


Abb. 13

20. Mai ist Weltbienentag !

Noch zum Weihnachtsfest 2017 haben die Vereinten Nationen (UN) den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt, weil die Bienen für die Ernährung der Weltbevölkerung wichtig sind. Vor allem aber soll das Bewusstsein der Menschen dieser Welt dahingehend geweckt werden, da viele Probleme um die Honigbiene, die wilden Artgenossen und die vielen anderen Insekten verschlafen werden.

Was machen wir nun daraus? Unserem kleinen Redaktionsstab ist da nicht viel zugetragen worden. Es wäre eine Chance gewesen, der Presse mitzuteilen, dass alle Imker dieser Stadt an diesem Tage ihre kleinen Imkereien öffnen.

Was macht der D.I.B.? Er stellt Poster und Werbemittel zur Verfügung – kostenlos oder gegen Gebühr. Warum gibt es da nicht ein Angebot für ein Werbebanner für die freiwillige Anbringung an den vielen deutschen Bienenständen? Das sollte sich in Zukunft ändern. Wir haben nun noch eine Woche Zeit, um zu Pfingsten doch einigen Interessierten die Probleme um die Imkerei und die Bienen zu erklären. Wir in Zehlendorf haben da ja reichlich Übung durch unsere aktive Beteiligung an der jährlich stattfindenden Internationalen Grünen Woche.

Doch wir sollten uns auch kritisch mit den Inhalten der Newsletter des D.I.B. (Newsletter) befassen. Für den Unterzeichner reicht diese Binsenweisheit nicht, dass man sich über das Verbot von drei wichtigen Neoniks im Freiland der Agrarregionen freut. Auch dass man weitere Schritte zum Erhalt der Artenvielfalt durch die Bundesregierung erhofft. Die Artenvielfalt muss man erst einmal wieder herstellen. Die ist durch die industriell geprägte Landwirtschaft weitgehend vernichtet worden.

Aus der Sicht des Unterzeichners ist es dabei unerträglich, dass die EU oder die Bundesregierung Entschädigungen und Förderungen zu leisten hat, wenn man zurückkehren will zur biologischen Vielfalt von Pflanze und Tier. Das alles wurde doch sehenden Auges vernichtet wegen des wirtschaftlichen Vorteils. Das ist doch bitte nun nicht durch den Steuerzahler finanziell auszugleichen.

Undifferenziert wird immer von Pflanzenschutzmitteln (PSM) gesprochen. Dabei vernichten die Herbizide alles Grün und lassen keine Blüte zu. Das ist kein Pflanzenschutz nur wegen der einen Gattung, die man bequemer ernten kann. Und die Neonikotinoide, die schützen eine Pflanze nur hinsichtlich des Angriffs einiger weniger Insekten. Sie vergiften dabei aber nicht nur den einen Schädling sondern fast alle Insekten. Dabei wird der allgemeine Verzehr dieser Pflanzen doch wohl auch mit viel Risiko zu betrachten sein. Dazu schreibt der D.I.B., dass nur vitale, gesunde Bienen mit den PSM besser umgehen können. Was ist das denn für eine Empfehlung! Wir machen uns damit zu Schergen dieser industriellen landwirtschaftlichen Entwicklung. Die Giftausbringung durch „Dropleg-Düsen“ soll gefördert werden, weil die Technik angeblich die Bienen schützt. Die vernichtende Eigenschaft der Chemikalie bleibt ungebrochen bestehen. Da ist der D.I.B. auf der IGW 2018 der Meinung, dass durch diese Technik 50% weniger Bienen vernichtet werden. Das aber bleibt wohl eher im Bereich der Glaubensbekenntnisse. Unabhängige Wissenschaftler sollten hier einmal neu bilanzieren.

Wir Stadtimker kennen viele dieser Probleme glücklicherweise nicht. Nur, wer in den Raps oder andere Massenblüten auf landwirtschaftlichen Flächen wandert, muss sich damit auseinandersetzen und eben die Imker außerhalb der Städte.

Wenn wir also am 20. Mai, dem Weltbienentag, unsere Bienenstände öffnen, dann sollten wir über diese Problemfelder berichten. Und wir sollten weitergeben, dass der von unseren Bienen erzeugte Stadthonig von besonderer Qualität ist, wenn der Imker auf eine sach- und bienengerechte Bienenhaltung achtet. Das Bienensterben, das in so mancher Textzeile hervorgehoben wird, ist in der Stadt bei verantwortlicher Pflege glücklicherweise eine seltene Feststellung. Dabei sollen wir den Glauben nicht verlieren, dass wir eines Tages unseren Enkeln wieder die blühenden Landschaften wiedergegeben können, in denen alle Insekten und auch unsere Honigbiene wieder die ihnen zustehende Nahrung finden, ohne die Gefahr der Vergiftung.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
10.05.2018

Peter Biastock


Es gibt Menschen, die sollten ewig leben. Ihre Zuverlässigkeit, ihre
Fürsorge für andere Menschen, ihre Hilfsbereitschaft, ihre
Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit im Einklang des Miteinanders
sind ohnegleichen. Peter war so einer von ihnen. Doch er sollte
nur siebenundsiebzig Jahre alt werden.
Wenige Tage vor dem Osterfest 2018 verstarb völlig
unerwartet, viel zu früh

Peter Biastock

Wer ihn kannte, wer mit ihm zu tun hatte, wird ihn nie vergessen.
Wer ihn nicht kannte, sollte sich über ihn erzählen lassen. Er
war ein einmalig toller Mensch, Ehemann, Vater, Kamerad,
Freund, Kumpel und nicht zuletzt Imkerkollege.
Möge seine in den letzten Wochen wohl sehr geschundene Seele
ihre ewige Ruhe finden, gebettet auf den Blüten seines geliebten
Garten, umflogen von den vielen tausend dankbaren Seelen
seiner über viele Jahre liebevoll gepflegten Bienen.


Beisetzung am 04.05.2018 14°° Uhr
Südwestkirchhof Stahnsdorf
14532 Stahnsdorf – Bahnhofstr. 2

Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen

Der Tagesspiegel 21.03.2018
Pflanzenschutz in der Landwirtschaft

Am Donnerstag treffen sich die EU-Mitgliedstaaten, um ein Verbot für das weltweit am häufigsten verwendete Pestizid zu diskutieren. Es ist die Gelegenheit, um unser ganzes Ernährungssystem zu überdenken. Ein Aufruf aus der Wissenschaft.

Dave Goulson

Die Beweise nehmen zu, dass der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft das Bienensterben befördert.Foto: Patrick Pleul/picture alliance

Menschen brauchen Bienen. Ohne die Arbeit von heimischen Honigbienen, Wildbienen und anderen Bestäubern würde fast ein Drittel unserer Lebensmittel verschwinden. Die Bedeutung dieser Insekten für natürliche Ökosysteme und unser eigenes Überleben kann nicht überschätzt werden. Viele Regierungen behaupten, dass die Standards für den Schutz unserer Bestäuber hoch genug sind. Aber als Wissenschaftler haben wir Jahrzehnte damit verbracht, das zerbrechliche Zusammenspiel von Insekten, der Umwelt und den Pflanzen, die wir zum Überleben brauchen, zu untersuchen. Und wir sind anderer Ansicht.

Zahlreiche wilde Bestäuber gibt es immer seltener und einige Arten sind heute weltweit ausgestorben. Die Ursachen für diese Rückgänge sind komplex und schließen auch den Verlust von Lebensräumen und die Ausbreitung nicht einheimischer Krankheiten mit ein. Doch es stellt sich zunehmend heraus, dass die Belastung durch Pestizide wahrscheinlich einen wesentlichen Beitrag dazu beiträgt. Insbesondere deutet eine immer größer werdende Anzahl von Forschungsarbeiten zu Neonicotinoid-Insektiziden darauf hin, dass diese eine Reihe schädlicher Wirkungen auf Bienen haben: Sie töten diese direkt, beeinträchtigen ihre Navigation, verringern ihre Fruchtbarkeit und unterdrücken ihr Immunsystem.

Pesitzid-Verbot hat keine messbaren Auswirkungen auf Ernteerträge

Aufgrund der zunehmenden Beweise, die Neonicotinoide mit dem Rückgang von Bienen in Verbindung bringen, hatte die Europäische Kommission 2012 eine Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Auftrag gegeben. Diese wurde im Januar 2013 veröffentlicht und kam zu dem Schluss, dass die drei am häufigsten verwendeten Neonicotinoide (Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin) ein “unannehmbares Risiko” für Bienen darstellen. Daher schlug die Europäische Kommission ein Verbot für die Verwendung dieser drei Stoffe bei blühenden Pflanzen, die von Bienen besucht werden, vor. Trotz heftiger Lobbyarbeit der Pestizidindustrie, die große Ernteverluste voraussagte, trat dieses Teilverbot im Dezember 2013 in Kraft. Auf europäischer Ebene scheint das Verbot keine messbaren Auswirkungen auf die Ernteerträge gehabt zu haben.
Seither häufen sich weitere Beweise für das Risiko, das diese Pestizide für Bienen darstellen. Ein neuer, belastender Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Agency, EFSA) hat gerade noch einmal bestätigt, dass fast alle derzeitigen Anwendungen von Neonicotinoid-Insektiziden ernsthafte Risiken für Bienen darstellen.

Pestizide richten nachhaltig Schäden an und kontaminieren Folgekulturen

Zwei Jahre lang wurden mehr als 1.500 Studien aus der ganzen Welt untersucht. Und eine detaillierten Auswertung von 588 wissenschaftlichen Experimenten aus der wissenschaftlichen Literatur wurde mit einem breiteren Rahmen durchgeführt. Dann wurden im vergangenen Monat die Resultate veröffentlicht, die den Schaden durch Neonicotinoide sowohl bei wilden als auch bei domestizierten Bienen bestätigten. Diese Erkenntnisse stehen im Einklang mit einer Reihe anderer Studien zu diesem Thema, die im letzten Jahr von unabhängigen Wissenschaftlern veröffentlicht wurden, sowie dem im 2015 erschienenen Bericht des “European Academy of Science Advisory Council” – einem Zusammenschluss nationaler Wissenschaftsakademien von Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Es ist klar geworden, dass Neonicotinoide nicht nur dann ein Risiko für Bienen darstellen, wenn diese an blühenden Pflanzen verwendet werden; sie bleiben lange nachdem die behandelte Pflanze verschwunden ist im Boden und kontaminieren Folgekulturen sowie Wildblumen an den Feldrändern.

Neue Chemikalien bringen neue Probleme

Dieser Bericht bestärkt sicherlich die Notwendigkeit weiterer Restriktionen für den Einsatz von Neonicotinoiden in ganz Europa – und darüber hinaus. Die EU-Mitgliedstaaten, die USA und Kanada, die alle den Umgang mit diesen Pestiziden überdenken, stehen nun in der Verantwortung, diese Chemikalien weiter einzuschränken. Außerdem würden wir argumentieren, dass auch ein grundlegendes Umdenken in der Landwirtschaft notwendig ist. Seit 60 Jahren fahren wir auf einem Pestizid-Karussell: Aufeinanderfolgende Generationen von Pestiziden werden herausgegeben – und ein oder zwei Jahrzehnte später wieder verboten, wenn der von ihnen verursachte Umweltschaden deutlich wird. Jedes Mal werden die Pestizide dann durch neue ersetzt, und jede neue Gruppe von Chemikalien bringt wiederum neue und unerwartete Probleme mit sich. In Anbetracht unserer Intelligenz ist es bemerkenswert, dass wir Menschen immer wieder den gleichen Fehler machen.

Unterzeichner: Prof. Dave Goulson, School of Life Sciences, University of Sussex, Prof. Dr. Randolf Menzel, Department Biologie, Freie Universität Berlin, Dr. Cristina Botías, Departamento de Ecología Integrativa, Estación Biológica de Doñana, Dr. Christopher N Connolly, Associate Director of CECHR, School of Medicine, University of Dundee, Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele, Director, Zoologisches Forschungsmuseum, Alexander König, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, Jeroen P. van der Sluijs, Copernicus Institute for Sustainable Development, Utrecht University and University of Bergen, Prof. Hans de Kroon, Professor of Plant Ecology and Director Institute for Water and Wetland Research, Radboud University Nijmegen, Prof. Rien Aerst, Vrije Universiteit Amsterdam, Frank Berendse, hoogleraar natuurbeheer en plantenecologie Wageningen University, Prof. Dr. Paul Struik, hoogleraar Gewasfysiologie, Wageningen University

Insektengifte Bienen und Hummeln harren ihrer Rettung

Heike Jahberg
Hannes Soltau

Macht uns Bayer sprachlos, machtlos oder schlaflos?

Sollen Pestizide in Europa zugelassen werden oder nicht? Welche sollen zugelassen werden?

Die EFSA (wissenschaftliche Kommission der EU) hat bereits 3 Bienen-schädliche Neonikotinoide erkannt und den Einsatz aufgrund der hohen Toxizität als schädlich bezeichnet sowie empfohlen, den Einsatz zu verbieten. In der 12. Woche 2018 sollten die EU-Gremien über das weitere Verbot entscheiden. Zudem waren Sitzungen des „Ständigen Ausschusses für Phytopharmaka“ für den 23./24.03.2018 vorbereitet. Naturprodukte als Alternativen zur chemischen Behandlung waren angedacht. Da aber war wie immer der in Kürze wohl weltweit größte Chemiekonzern wach und legte eine „wissenschaftliche“ Bayer-Publikation passend zum 22.03.2018 vor. Manion et al Curr. Biol Thiacloprid

Eine erste Stellungnahme von Prof. Randolf Menzel aus dem Mail-Verkehr mit Prof. Klaus Wenzel fügen wir zur Verdeutlichung hier ein. Menzel, Stellungnahme

Doch es ist eben wieder eine Mogelpackung. Oder wie sagt Dr. Anton Safer: eine Entlastungsstrategie. Es wird nicht differenziert die Wirkung der Neonikotinoide ausgewiesen auf die Immunabwehr, das Navigationsvermögen, die Lern- und Merkfähigkeit, den Geruchssinn und die Fortpflanzungsfähigkeit z.B. der Honigbiene. Doch die Bienen trifft es eben leider nicht alleine. Alle Insekten, Spinnen und dgl. sind betroffen.

Honigbienen und z.T. auch Wildbienen neben vielen anderen Insekten kann man in die Städte retten.

Auch wird nicht eingegangen auf die umfassende Vernichtung bzw. Vertreibung aller Bestäuber, sonstiger Insekten, der Kleinlebewesen zu Wasser und zu Land bis hin zu den Vögeln. Es wird nicht eingegangen auf die zunehmende Belastung der Böden, der Gewässer und der Lebensmittel und damit auch auf den möglichen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.

Was hier vorgelegt wurde als aktuelle Studie, ist keine umfassende Behandlung des Problems der Schädigung von Lebewesen. Es ist für einen Imker, den Pfleger dieser Spezies Biene, völlig unerklärlich, dass ein Konzern mit völlig unzureichenden Ergebnissen diese umfassenden Problemfelder um die Neonikotinoide und die vielen anderen Pestizide ausbremsen kann. Warum wird nicht einmal gesagt: Bitte hinten anstellen! Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse unabhängiger Wissenschaftler werden so in keiner Weise widerlegt. Sie werden aber leider auch nicht gewürdigt.

Die Entscheidung der EU-Gremien ist erst einmal wieder vertagt.

Doch das „Weiter so“ ist überhaupt nicht zu rechtfertigen.

Am 19.03.2018 hat sich nun auch Herr Maske vom D.I.B. zu Wort gemeldet mit der Forderung eines Verbots der Neonikotinoide. Pressetext_Neonikotinoide_19_03_2018 Das ist doch immerhin ein erster Einstieg in den Kampf für den Schutz der Bestäuber.

Da gab es dann nun auch nach zwei Jahren Einarbeitungszeit den „Erster Bienenschutztag “ in Braunschweig, veranstaltet vom Bieneninstitut des JKI. Da hat man sich gut dargestellt am 01.03.2018. Man hat unter anderem auch die Absicht verkündet, Pflanzenschutzmittel zu bewerten. Doch längst nicht alle Pestizide schützen die Pflanze wirklich. Man möchte auch durch neutrale Drittmittel unterstützt werden. Dabei ist das JKI eine Bundesbehörde des BMEL. Wieso braucht man da noch Drittmittel?

Die Bedeutung des Instituts wäre sehr groß, wenn es denn zu Ergebnissen bei der Arbeit der 27 Angestellten kommen würde.

Informationen zu Bienenvergiftungsfällen hat das JKI auch ohne das Spezialinstitut schon vor Jahren und unter gleicher Leitung erarbeitet. Wir werden sehen, wie sich dieses Institut entwickelt, wenn es Stellung nehmen muss zu den Traktaten der chemischen Industrie. Das Klopfen auf eigene Schultern sollte erst nach guten Ergebnissen folgen und nach dem Beweis neutralen Handelns.

Den volkswirtschaftlichen Nutzen von Bienen hat derweil die Universität Hohenheim im Rahmen des „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft – BÖLN “ – erarbeitet.

Das ist im Prinzip nichts Neues. Doch es werden nunmehr differenzierte Werte veröffentlicht, die selbst einen Politiker, dem eher die Wirtschaft und die Ökonomie eines Landes und der Landwirtschaft am Herzen liegt, dennoch interessieren dürfte. Dabei ist bei der Erarbeitung der Studie aufgefallen, dass die positive Entwicklung der Imkereien eher in der Nähe von städtischen Ansiedlungen stattfindet. Doch es wird wohl noch lange dauern, bis man merkt, warum das so ist. Bayer & Co wird dann wieder einen adäquaten Verursacher ausmachen, da die hauseigenen Forschungsergebnisse immer wieder den völlig gefahrlosen Einsatz des chemischen Cocktails beweisen.

Doch es gibt für die Chemieriesen natürlich einen Ausweg, wie im Pressebericht „FÖL Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V.“ zu lesen ist.

Bayer & Co könnten demnach also ihre Gifte außerhalb der EU in das Saatgut einbauen und über Polen legal einführen.

Völlig unverständlich ist dabei, wie das möglich sein kann, zumal die Verantwortlichen wie jeder Bürger unseres Landes doch auch auf eine gesunde und einwandfreie Ernährung angewiesen sind.

Den Unterzeichner dieses Betrags hat diese Entwicklung zwar nicht sprachlos, schon gar nicht wortlos aber doch zeitweise schlaflos gemacht. So sind auch die Imkerkollegen – weiblich wie männlich – dieser oder einer anderen Stadt eher nicht die Zielgruppe für diese Problemfelder. Doch die Werbeabhängigkeiten der großen Medien vor allem im Printmedienbereich lassen leider nur selten objektive Stellungnahme zu diesen Problemen zu. So ist nun wieder der Zwerg www.ivbzuuev.de) gefragt.

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, welchen mutigen Artikel zum Stop des Pestizidkarussells der Tagesspiegel am 21.03.2018 mit den Autoren Goulson, Menzel u.a. veröffentlicht hat. Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen

Man kann nur hoffen, dass diese, unsere Leser dies alles weitertragen an die Nachbarn, Freunde, an einige Politiker und möglicherweise auch an die Landwirte. Es muss doch allen klar zu machen sein, wie wir uns schaden, wenn wir zulassen, dass die Artenvielfalt, die Biodiversität vernichtet wird. Und es beginnt eben bei den Bestäubern, die zunächst die landwirtschaftlich genutzten Regionen stadtwärts verlassen, weil ihnen das Futter genommen wurde. Suchen sie dann immer noch nach einer letzten tapferen Blüte, wird ihnen nach dem Leben getrachtet.

Warum haben die Wirtschaftsmächtigen keinen Zugang mehr zur lebenserhaltenden Logik?

Reinhardt Löwe
27.03.2018

Bienendichte

Welcher Politiker kennt dieses Wort?

Imker unterscheiden sich von anderen Menschen durch ihre Ausdauer, in der Regel durch Zuverlässigkeit, vor allem aber durch die unerschöpfliche Neugierde.

Und wenn der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) – diesmal etwas früher als sonst, nämlich schon zur Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin – auf seiner immer prägnanten gelben Deutschlandkarte die Imkerzahlen und die der Bienenvölker des Vorjahres präsentiert, dann scheint doch die Welt immer in Ordnung zu sein.

Bild 1 Angabe der Imker und Bienenvölker / Landesverband und Zusammenstellung der Großstädte, die gesondert zu berücksichtigen wären

Ist die Bienenwelt wirklich in Ordnung? Da wird immer wieder beteuert, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch wer hinterfragt einmal diese Zahlen? Sind sie redlich? Sind sie ausreichend für die Bestäuberversorgung in diesem Land? Wie verteilen sich die Bestäuber und die Honigbienen in diesem Land?

Seit einigen Jahren hat sich der Verfasser dieser Zeilen die Mühe gemacht, diese Zahlen einmal aufzugliedern und an die Flächen der Bundesländer, so gut es eben geht, anzupassen. Es ist schwierig, weil die Flächen der Landesverbände sich nicht immer mit den Flächen der Bundesländer decken. Nur Letztere sind weitgehend definiert. Damit ergeben sich automatisch kleine Rechenfehler, die jeder dem Lehrerberuf zugetaner Mensch sofort akribisch entdecken und möglicherweise auch errechnen kann. Doch es macht sich sonst niemand die Mühe, die Wertigkeit der Deutschlandkarte des D.I.B. einmal auf den Prüfstand zu stellen. So ergibt sich denn eine Liste mit einem unglaublichen Zahlenkonvolut.

Bild 2 Entwicklung der Imker- und der Bienenvölkerzahlen in den Bundesländern

Doch sieht man dann etwas genauer hin, wird man viele Dinge ablesen können.
Zunächst einmal soll Erfreuliches berichtet werden.

Die Entwicklung der Imkerei und der Anzahl der Bienenvölker hat sich in den letzten zwei Jahren insgesamt verbessert.

Doch dann schauen wir noch genauer hin. Wie sieht sie denn aus, die Entwicklung in den mehrheitlich landwirtschaftlich genutzten Regionen? Da kommt eine Gesundung leider nur sehr mühsam in Gang oder eben gar nicht. 3 Bienenvölker / km² sollte es als Minimum geben, um die Blütenversorgung und Fruchtentwicklung einigermaßen sicherzustellen. Das erreichen wir als Deutschland-weiten Durchschnittswert – immerhin. Das aber ist Augenwischerei. Entnehmen wir wieder einmal nur die deutschen Millionenstädte aus der Wertung, ist nicht einmal eine positive Entwicklung festzustellen. Und die Flächenländer der Landwirtschaft sie sind mit weniger als einem Bienenvolk/km² häufig unterversorgt. Dafür aber erfahren die großen Städte eine unglaubliche Entwicklung. Hier soll einmal nicht nach den Ursachen gefragt werden, wenngleich das leicht zu beantworten wäre. Die Großstädte entwickeln sich zur Arche für Bienen und auch für die vielen anderen Bestäuber, die man hier noch vielfach findet. Schaut man aber etwas genauer hin, wird man auch die Modeerscheinung einer wenig verantwortlichen Bienenhaltung erkennen. Da muss nun niemand aufschreien. Aber es macht sicherlich keinen weder ökonomischen noch ökologischen Sinn, Bienen auf dem Berliner Dom zu pflegen. Für die öffentliche Aufmerksamkeit war es gut. Nun aber muss man sich wieder auf die Verantwortung für Biene und Mensch besinnen.

Und da fragt man doch sofort, wie sich denn die Entwicklung der Bienenhaltung in einer Stadt wie Berlin so entwickelt hat. Man kann vorwegnehmen, dass diese Entwicklung unglaublich ist. Von einer Bienendichte 3,12 im Jahr 2001 registrieren wir im Dezember 2017 eine Bienendichte von 7,94 Bienenvölker/km². Doch stimmt diese Zahl? Sie stimmt eben nur nach den Mitgliedsmerkmalen des D.I.B.

Bild 3 Entwicklung der Imker- und der Bienenvölkerzahlen in Berlin und Umgebung

Dieser Ausschnitt macht deutlich, mit welchen Problemen die Imkerei in Deutschland zu kämpfen hat. Nimmt man nicht im D.I.B. organisierte Imkerverbände und ungemeldete Vereine als Schätzung mit hinzu, ergeben sich völlig andere Werte. Dem Verfasser ist nicht bekannt, dass es hier eine seriöse Erfassung aller Imker und deren Bienenvölker in dieser und Umgebung gibt. Die Mehrung beruht daher auf Schätzungen, die aber doch eben so beobachtet wurden. Danach entwickelt sich die Bienendichte in dieser Stadt im saisonalen Standardbereich von 7,94 auf 10,07 Bienenvölker/km². In Mecklenburg-Vorpommern sind es 0,78 und in Brandenburg 0,88 – 1,1 unter Berücksichtigung anderer Verbände. Wirft man weiter die Beobachtungen zur Zeit der Robinien- und Lindenblüte mit in die Waagschale und bewertet die Wanderung nach Berlin in dieser Zeit mit 20%, dann kommt man auf eine saisonale Bienendichte von ca. 21,42 Bienenvölker/km².

„Welch ein Erfolg“ könnte der D.I.B. vermelden! Doch eben dieser Aufschwung birgt auch Gefahren. Damit nicht der Verdacht des Futterneids aufkommt, sollte man festhalten, dass diese Stadt auch für noch viel mehr Insekten Nektar- und Pollenreserven zur Verfügung hält. 440.000 Straßenbäume, viele Parkanlagen, Kleingartenkolonien, Privatgärten und nicht zuletzt der Grunewald mit seinen 22,3 km² – weitgehend als Mischwald – stellen ein Schlaraffenland für alle Insekten, Vögel, Amphibien und anderes Kleingetier dar. Die Gefahr aber liegt in der Möglichkeit der Verbreitung von Krankheiten und Parasiten und das in jede Richtung. Es bleibt in dem Zusammenhang verborgen, wie sich die Veterinärämter mit diesem Problem auseinandersetzen. Der Versuch, zu erfahren, wie die Veterinäre in dieser Stadt miteinander vernetzt sind, ist erbärmlich fehlgeschlagen. Für Berlin gibt es z.B. keine gültigen Aussagen zum Stand der Sperrbezirke für die AFB. Glaubt man öffentlichen Registern, dann hat es die AFB in Berlin in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Das aber ist einfach falsch.

Wie also kann man Bienen bei einer solchen Dichte schützen? Wie ist die Verständigung zwischen den Stadtteilämtern organisiert? Wie ist die Leitung des Landesverbandes eingebunden? Wer organisiert die Aufstellung der „Wandervölker“? Erfolgt eine Kontrolle der Völker trotz des vorliegenden Gesundheitszeugnisses?

Viele Fragen beunruhigen sowohl den sesshaften wie auch den wandernden Imker in der Stadt und auch den, der von außerhalb kommt, wenn ihm denn bewusst ist, wie dicht die Bienen in dieser Stadt zusammensitzen bzw. –fliegen. Unabhängig von der Gefahr der Krankheits- und Parasitenübertragung wird dadurch auch die Pflege eigener, sauberer Bienenrassen immer schwieriger. Die Carnica, in Berlin mehrheitlich bevorzugt, soll besonders sanftmütig und leistungsstark sein. Das aber sagen auch die Buckfastimker von der Biene, die Bruder Adam mit so viel Hingabe entwickelt hat. Man ist auch geneigt eben das zu glauben, wenn man die Berichte der Buckfast-Zuchtgruppe im „Der Buckfastimker“ verfolgt. Da wünscht man sich insgeheim, dass auch die eigenen Verbände mit der gleichen Hingabe und Sorgfalt sich um die Pflege der Bienen kümmern. Das aber ist alles gefährdet bei einer Bienendichte von 21,42 Bienenvölkern/km². Es scheint daher dringend geboten, eine Organisation und ein Regulativ für die vielen Bienenstandorte bei dieser Bienendichte zu schaffen. Ernähren kann man sie alle. Doch man muss auch alles dafür tun, damit jeder Imker seine gesunden Bienen ohne Verluste bei verantwortlicher Pflege über den Winter bringt.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
06.03.2018

Kontrolle der Giftschränke

Niemals sollten die Fragen beantwortet werden, ob das Sterben der Insekten mit den landwirtschaftlich verabreichten Cocktails aus den Giftküchen der Chemieriesen im Zusammenhang zu sehen ist, oder ob diese Zugaben gar für den Menschlichen Organismus eine Gefahr darstellen. Das wollten die Konzerne doch immer vermeiden, mit dem „na ja, denn macht mal so weiter“ der Politik.
Doch das unbändige Drängen besorgter Bürger um die Naturschutzverbände und vor allem die Hartnäckigkeit der TFSP, der Task Force on Systemic Pesticides, haben die Diskussion um die Sorge für das Wohlergehen für Tier, Mensch und schließlich die Biodiversität nicht ruhen lassen. Und es scheint erfolgreich zu sein, dies stete Drängen nach Anerkennung neutral gefundener wissenschaftlicher Erkenntnisse. EFSA (wissenschaftlicher Beirat der EU) und TFSP haben nun jüngst ein Bündel an fundierten Untersuchungen auf den Tisch gelegt, das selbst Politiker möglicherweise zum Umdenken bewegen wird. Die Chance ist groß, da man zur Zeit dabei ist, das Umdenken zu lernen.

Doch wer steckt hinter dieser Task Force?

2009 haben sich Entomologen, Ornithologen und andere diese Bereiche tangierende Wissenschaftler zu einem Gedankenaustausch zusammengefunden. Der Grund war die Feststellung eines unglaublichen Rückgangs von Insekten. Es wurden Studien von unabhängigen Institutionen initiiert. Und es bestätigte sich die Vermutung, dass das Sterben oder zumindest die Verringerung der Insekten und Bestäuber im Zusammenhang stand mit der neuen Generation an Pestiziden. Die in den 90ger Jahren eingeführten systemischen Pestizide und neurotoxischen Neonikotinoide und auch das Fipronil könnten die Ursache sein. Es gab derart viele Indizien, die diesen Verdacht erhärteten, sodass man sich entschloss, eine Task Force, d.h. eine internationale Arbeitsgruppe unabhängiger Wissenschaftler zusammenzurufen. Seit 2012 hat diese Gruppe in verstärktem Ausmaß auf sich aufmerksam gemacht und alle Erkenntnisse zu diesem Themenkreis immer wieder der Öffentlichkeit und vor allem den politischen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht. Doch die Chemiekonzerne kauften optisch seriöse Gegengutachten ein. Es stand ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor im Raum. Da wurde zunächst die Bedeutung der Gesundheit von Tier und Mensch für vertretbar unbedeutend erklärt. Nun aber sind Papiere veröffentlicht, die eine derartige wissenschaftliche Breite und bewiesene Tiefe haben, dass selbst die EFSA als Kontrollgremium die ersten Pestizide als für den Menschen gesundheitlich bedenklich eingestuft hat. Dem interessierten Leser – das sind wohl alle, die diese Seite durchsuchen – geben wir diese neuen Dokumente als Link in den Anhang.

www.efsa.europa.eu/de/press/news/180228
www.tfsp.info/de/resources/
https://link.springer.com/article/10.1007
https://link.springer.com/article/10.1007/s11356-017-1052-5

Es wird nachgewiesen, dass der Landwirtschaft kein nennenswerter Schaden entsteht, wenn sie den Giftschrank verschlossen hält, zumindest aber doch sehr behutsam damit umgeht. Wir sollten nicht nachlassen, dies Dilemma weiter zu verfolgen. Und wir sollten vor allem die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Biodiversität auch auf den einen oder anderen Acker zurückkehrt, sodass dann auch Imker die Honigbienen wieder frei fliegen lassen können, mit der Zuversicht einer lohnenden Honigernte frei von Pestiziden.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
28.02.2018

Zufällig Heilmittel gegen Bienenfeind Varroa-Milbe entdeckt

Lithiumchlorid verfüttert

Quelle: www.forschung-und-wissen.de//nachrichten/umwelt/zufaellig-heilmittel-gegen-bienenfeind-varroa-milbe-entdeckt-13372512
Von: Dennis L.
10. Februar 2018 » 10:50 Uhr

Stuttgart (Deutschland). Forschern der Universität Hohenheim könnte durch Zufall ein langerwarteter Durchbruch im Kampf gegen das Bienensterben gelungen sein. Die deutschen Forscher haben entdeckt, dass Lithiumchlorid möglicherweise ein Heilmittel sein kann, das ganze Bienenvölker vor der gefährlichen Varroa-Milbe schützen kann. Laut den Wissenschaftler kann Lithiumchlorid während der normalen Fütterung verabreicht werden. Die Kosten und der Arbeitsaufwand für den Einsatz neuen Medikaments sind damit sehr gering.

Die Studie wurde im renommierten Magazin Nature veröffentlicht. Bisher konnten die Forscher keine bedeutenden Nebenwirkungen beim Einsatz des Medikaments auf die Bienen, Imker und Verbraucher feststellen. Der untersuchte Honig wies keine Ablagerung des Lithiumchlorids auf. Es spricht also alles dafür, dass das in der Natur reichlich vorkommende Mittel bald im größeren Stil eingesetzt werden kann.
Erfolg stellt sich schnell ein

Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde erklärte, dass „Lithiumchlorid Bienen in Zuckerwasser aufgelöst verfüttern werden kann. Bei unseren Versuchen haben bereits geringe Mengen der Lösung ausgereicht, um innerhalb weniger Tage die auf den Bienen aufsitzenden Milben abzutöten – ohne Nebenwirkungen für die Bienen“.

Das Leichtmetall Lithiumchlorid kommt in großen Mengen in der Natur vor. Weltweit werden die Vorräte auf über 40 Millionen Tonnen beziffert. Es kommt als Lithiumchlorid-Salz in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen vor. Bisher wird das Salz vor allen als Trocknungsmittel und Enteiserlösung eingesetzt. In der Medizin wird es aber auch seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur Behandlung depressiver Menschen eingesetzt.

Die Forscher arbeiten nun daran die optimale Dosierung festzustellen, bevor der Wirkstoff als Medikament auf den freien Markt kommen kann. Durch eine möglichst niedrige Dosierung soll erreicht werden, dass Nebenwirkungen auf Bienen und Konsumenten des Honigs so klein wie möglich ausfallen. Die Forscher verhandeln bereits mit Unternehmen, die die Entwicklung weiterführen wollen.
Zufällig Entdeckung nach zwei Jahren Forschung

Die Wissenschaftler verfolgten eigentlich einen wesentlich komplexeren Ansatz zur Bekämpfung der Varroa-Milbe, bei dem Gene der Milbe ausgeschaltet werden sollten. Dazu sollten den Bienen RNA-Bruchstücke (Ribonukleinsäure) verabreicht werden, die die Milben dann durch das Blut der Bienen aufnehmen. Die aufgenommene Ribonukleinsäure zerstört dann in der Milbe zum Leben notwendige Gene. Bei Kontrollexperimenten stellen die Forscher fest, dass die Milben auch bei der Verwendung unspezifischen RNA-Bruchstücken getötet wurden.

Später bemerkten die Forscher, dass nicht die RNA-Bruchstücken sondern das Lithiumchlorid für den Tod der Milben verantwortlich war. Während der Experimente haben die Wissenschaftler Lithiumchlorid eingesetzt, um die RNA-Bruchstücke zu isolieren bevor sie den Bienen verabreicht wurden.

Anton Safer schrieb am 02.Februar 2018:
auf Youtube findet man manchmal auch Vernünftiges,
so zum Beispiel diesen Bericht zur Eignung von Lithiumchlorid für die Varroabehandlung: Lithiumchlorid – ein neues Varroamittel?
Wegen der Bruttoxizität von LiCl wird vor dessen unbedachtem Einsatz gewarnt!!!!!

IGW 2018

Internationale Grüne Woche – Berlin

Zehn Tage vom 18. – 28.Januar waren wieder viele unserer Mitglieder im Einsatz. Zusammen mit Mitarbeitern der FU Berlin wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die weitgehend unwissende Mehrheit der Besucher über die Probleme bei der Bienenhaltung zu informieren. Dabei ist die Halle 23a eine Besonderheit. Wir stehen hier auch für das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). Es war damit schon eine eigenwillige Mission. Wie sollte man erklären, dass ein Minister, der Schirmherr dieser Halle war, Glyphosat für die Landwirtschaft gutheißt. Es bleibt immer ein schlechtes Gefühl gepaart mit einer Vermutung, dass Politiker selten sachdienlich handeln; dafür aber von völlig unerklärlichen Beweggründen getragen werden.

So haben wir uns denn durchgewurstelt durch den reichhaltigen Themenkreis. Wir haben klar gemacht, dass das Bienensterben wenig in den Städten stattfindet. Das Problem der Varroa wurde dabei nicht kleingeredet. Wir haben die unterschiedlichen Bienendichten in Stadt und Land erklärt. So waren auch die Wirkungsweisen der unterschiedlichen Pestizide für manchen Besucher neu in dieser Ausprägung.

Eine wiederholt gute Positionierung war wieder Indiz für die Wichtigkeit unserer Themen und die Ernsthaftigkeit unseres Auftretens. Es war ein guter Stand mit einer immer wieder gern gesehenen repräsentativen Ausstattung. Wir sollten das beibehalten, wenn man uns lässt. Wohl nirgends auf der Messe wird sonst ein so breites Angebot an Antworten für einen riesigen Fragenkatalog angeboten.

Dass Frau Heimbach als Ausstellungschefin des BMEL uns in diesem Jahr ein letztes Mal begleitet, weil sie nunmehr außerhalb der politischen Felder etwas für die Seele tun will, muss man bedauern. Die vielen inhaltlichen – auch ein wenig die formalen – Auseinandersetzungen waren immer sportlich geprägt. Allein das wird fehlen. Aber so ist das im Leben, wenn man denn doch loslassen kann. Sie soll es vom Sommer an besser haben und sich doch immer wieder gerne an unserer Zusammenarbeit auf der Sonderschau in der Halle 23 a erinnern.

Die Organisation des Standes ist in der Zwischenzeit Routine, die Betreuung aber ist immer wieder eine große Herausforderung. Unseren vielen Mitarbeitern und auch denen der FU möchte ich bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank sagen.

Reinhardt Löwe
07.02.2018

Deutsches Bienenmonitoring DeBiMo

Schlussbericht für den Zeitraum 01/2014-12/2016

Zugespielt von unserem Natur-, Bienen- und Menschenfreund dem Toxikologen Werner Kratz macht dieser Titel doch auch den einfachen Imker neugierig -, unkommentiert auf 98 Seiten ein hartes Brot. Es wurde zusammengetragen von 6 „Bieneninstituten“ unterstützt vom Fachzentrum Mayen sowie der LUFA und vorgelegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Wer aber de facto Auftraggeber war, wer die Arbeit finanziert, erschließt sich nicht so recht.

Doch was ist eigentlich ein Deutsches Bienenmonitoring – deutsch ist klar, also regional auf Deutschland bezogen – ? Es ist die Protokollierung von Beobachtungen und Messdaten, die nach einer definierten Dauer Schlussfolgerungen für spätere Entscheidungen zulassen soll für die Probleme, hier die Biene betreffend, in der Landwirtschaft und der Imkerei. Dass es sich bei dieser Betrachtungsebene nur um die Untersuchung der Honigbiene handelt, ist einem kritischen Betrachter zu wenig. Die Welt der Bestäuber und anderer Insekten scheint doch in Gefahr. Das gesamte Ökosystem ist in Gefahr. Aber gut, beschränken wir die Betrachtung auf die Probleme um die Honigbiene.

Blättert man diese 98 Seiten einmal konzentriert aber quer durch, ist das für einen Menschen mit durchschnittlicher Begabung für die Zusammenhänge in der Natur zunächst imponierend. Mit den vielen Beschreibungen von Vorgehensweisen, chemisch-analytischen Untersuchungen, die immer in graphischen Bildern enden, glaubt man an den wissenschaftlichen Wert dieser Arbeit. Man wird aber skeptisch, dass nun zum Abschluss wieder nur die Varroa der Grund für das nicht nur von Imkern gefürchtete Bienensterben ist. Unbedeutend scheinen Einfluss und Wirkung von Herbiziden und Neonikotinoiden zu sein.

Eingereicht und vorgelegt bei der Bundesanstalt (BLE) – immerhin ein Gremium mit rd. 1.350 Insassen – , bitte ich diese Anstalt für meine Kollegen ohne Internet um 3 Druckexemplare. Nein, Gedrucktes gibt es hier nicht aber ein pdf, zur Verfügung gestellt von der Universität Hohenheim. Das legt den Verdacht nahe, dass dies so wichtige Papier keine Auftragsarbeit der BLE war, sondern ganz andere Auftraggeber mit völlig anderen Interessen als Basis hatte. Damit aber deklassiert sich dies hochrangige Institutsgremium ohne Ross mit nunmehr zweifelhaftem Reiter selbst.

Man beginnt nunmehr nach der Wissenschaftlichkeit dieser Arbeit zu fahnden. Repräsentativ bei weniger als 1/1.000stel der verbandgebundenen Imkerschaft, d.h. weniger als Mikrozensus, geht nicht. Wo haben diese untersuchten Imker ihren Sitz? Wo stehen diese Bienenvölker? Das alles bleibt zunächst verborgen. Eine kleine Karte gibt globalen Aufschluss über die Verteilung der Untersuchungsstandorte. Schleswig-Holstein ist dabei wieder nicht berücksichtigt. Da scheinen sich Institutionen einig. Auch bei der F.R.A.N.Z. – Studie des Thünen-Instituts aus dem September 2017 ist das so gewesen. Doch was will man machen, wenn man Höfe mit min. 2.000 ha Größe sucht. Vier Imkereien in Berlin sind natürlich wichtig bei der Frage ums Bienensterben! Es ist noch nicht so bekannt, dass die Probleme in Stadt und Land doch erhebliche Unterschiede zeigen sowohl hinsichtlich der Sterblichkeit der Bienen wie im Ernteergebnis. Es sind ebenso viele Imker in Berlin untersucht worden wie in Brandenburg! Mecklenburg-Vorpommern mit 3 ausgesuchten Imkern an der polnischen Grenze und 4 Beobachtungsstandorten in der Mitte eines Agrarflächenlandes lässt doch schon bei diesem Auswahlverfahren Zweifel an der Redlichkeit wissenschaftlichen Arbeitens aufkommen.

Wer denkt sich denn so etwas aus?

Für die Ziele und die Aufgabenstellung wird geschrieben, dass für die Beobachtung möglichst dieselben Methoden im Vordergrund stehen sollen. Da muss man doch kein Wissenschaftler sein. Das ist doch eine Grundbedingung. Wer also hat die Ergebnisse hier erarbeitet, bewertet und veröffentlicht. Wer ist denn erstaunt, dass er im Bienenbrot wenig Neonikotinoide findet? Ein Abgleich der Untersuchungsergebnisse mit den Spritzprotokollen der landwirtschaftlichen Betriebe mit dem Standort der Bienen und dem mehr oder weniger belasteten Bienenprodukt findet nicht statt. Dass viele Bienen nach solch belasteter Nektaraufnahme auf Grund des gestörten Orientierungsvermögens den Weg nicht mehr in den Stock finden, bleibt unerwähnt.

Glyphosatbelastungen in Honig und Bienenbrot mit möglichem Einfluss auf das Verhalten der Bienenvölker waren bis auf zwei wohl eher unbedeutende Ausreißer eher nicht signifikant.

Wozu also und für wen werden diese Untersuchungen gemacht – für das BLE? Das ist wohl kaum der Fall. Es geht ja hier nur um die Honigbiene. Bienensterben und Wildbienen, diese Begriffe in diesem Zusammenhang scheinen von untergeordneter Bedeutung.

Durch den Verweis auf das pdf für den Schlussbericht, wird man neugierig, wie diese Anstalt (BLE) organisiert ist und womit sie sich beschäftigt. Ein großer Auftritt im Internet wird ausgebreitet für die Rechtfertigung von 1.350 Mitarbeitern. Da findet man Abhandlungen über die „Biologische Vielfalt und genetische Ressourcen“. Man findet den Ansatz über die Strategie des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) zur Agrarbiodiversität – welch eine Wortschöpfung. Da wird auch tatsächlich eine Blüte mit einer Hummel abgebildet. „Blüte der Wegwarte mit Hummel als Bestäuber“ steht darunter. Es soll auch die Agrarbiodiversität erhalten bleiben. Dass es die zumindest in den meisten landwirtschaftlich genutzten Regionen in Deutschland überhaupt nicht mehr gibt, hat man dort noch nicht gemerkt. Die Wichtigkeit dieser biodiversen Hoffnungen betont auf diesen vielen Seiten auch in einem Vorwort die Frau Ilse Aigner. Wie aktuell ist das denn?

Die Biene aber weder als Wild- noch als Honigbiene auch nicht die vielen anderen Bestäuber werden, soweit ich das festgestellt habe, an keiner Stelle erwähnt. Die Honigbiene als drittwichtigstes Nutztier in der Landwirtschaft wird in der Anstalt des Ministeriums vergessen.

Das mag schon ein Vorgriff auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land sein. Entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird der Einfluss der Pestizide auf das Bienensterben wie auch der entstehende Schaden in diesem Werk, so wie von den Herstellern der Produkte klein geredet.

Für das Bienensterben ist nach diesem Schlussbericht fast nur die Varroa verantwortlich. Das scheint auch das Ziel der Untersuchung gewesen zu sein. Schließlich war das Ergebnis ja auch schon 2013 erarbeitet worden.

Verwirrend ist zudem, wenn man beim Stöbern Arbeiten von Klaus Wenzel, Peter Hoppe und Anton Safer aus den Jahren 2014/2015 findet. Sie haben schon damals die Vorgängerversionen für ein Monitoring 2003/2013 in ihrer Wissenschaftlichkeit für ausgesprochen fragwürdig angesehen und dies auch detailliert dargelegt. Das Ergebnis der Arbeit (DeBiMo) war schon damals entsprechend dem heutigen anzusehen.

Wozu und für wen wird also dieser Aufwand betrieben?

Die Imker werden ratlos bleiben. Die landwirtschaftlichen Betriebe können nach „bewährtem“ Muster weiter machen wie bisher. Die Frage nach dem Rückgang der Insekten und hier vornehmlich der Bestäuber bleibt für diese Institutionen offen. Doch die wilden Insekten leiden doch so gar nicht unter der Varroamilbe. Die Milbe existiert für die solitär lebenden Verwandten der Honigbiene nicht. Und dennoch sterben die Solitärinsekten oder verschwinden. Was sagt denn das Monitoring zu einem solchen Nebenschauplatz?

Schade, dass die Plausibilität nicht einfach hinterfragt wird.

Herbizide und Fungizide verhindern das Wachstum der meisten Pflanzen. Damit werden die Insekten ferngehalten – auch die Honigbienen. Das kann man doch wohl auch ohne Monitoring kapieren!

Für den interessierten Imker geben wir hier die Möglichkeit, den Schlussbericht, anzusehen. Der Ausdruck als Hilfe für mögliche Maßnahmen gegen das Bienensterben, der lohnt nicht.

Ein solches Deutsches Bienenmonitoring macht einen Imker, einen der Natur verbundenen Menschen, einen Mitbürger, der sich auch für diese Entwicklung mit verantwortlich sieht, unglücklich, ratlos oder zornig. Nützliche, wissenschaftliche und wohl auch finanziell geförderte Arbeiten sollten solider sein. Die Beherrschung der Varroa haben die meisten Imker, selbst die, die das nur im Nebenberuf betreiben, ganz gut im Griff. Dazu werden heute keine 98 Seiten eines Schlussberichts mehr benötigt.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
07.01.2018

Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018

Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo,

die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht nur Diskussionsstoff geboten. Sie hat uns vor allem mit für die Insektenwelt ganz fürchterlichen Fehlentscheidungen versorgt. Glyphosat und all die noch nicht genau identifizierten Neonikotinoide haben flächendeckend nicht nur die Honigbienen außerhalb der Städte in die Flucht geschlagen oder aber gezielt vernichtet. Fast alle Insekten hat es getroffen. Weiterhin können die Landwirte nun wieder sagen „wir machen alles gesetzeskonform“. Dass das wieder für die nächsten Jahre möglich ist mit dem JA der deutschen Bundesregierung, führt das ganze Gerede um Renaturierung und Biodiversität ad adsurdum.

Wir haben darüber mehr berichtet als über die kleinen Probleme der Bienenpflege unserer Imkerschaft. Das sollte sich ändern, wenn wir vor allem mit unseren Leidensgenossen in den landwirtschaftlich genutzten Regionen verkünden können, dass der Pestizideinsatz auf dem Rückzug ist. Das aber ist nur durch Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen. Und für diesen Ansatz gibt es nun eine neue Perspektive.

Es war wieder Klaus Wenzel, der wie auch viele andere, mit denen wir verbunden sind, für die Insekten im Netz immer unterwegs ist, der mir diese frohe Kunde zugetragen hat. Es ist gut, dass man nicht nur immer Schlimmes findet. Es ist wieder eine dieser kleinen Chancen, die man sofort ergreifen muss. Wir Imker in den Städten müssen die Sorge nicht zwingend teilen. Doch wir haben die Verpflichtung und Verantwortung, unser Wissen um die Probleme bei der Pflege der Honigbienen nicht nur in die Nachbarschaft sondern soweit wir können, auch in die Welt zu tragen.

So wollen wir denn zunächst den 20. Mai dick in unseren Bienenkalender schreiben. Auf Antrag der Slowenischen Imker, unterstützt von den EU-Mitgliedsstaaten (unsere Politiker müssen gefehlt haben) ist dieser Tag

von der UN zum Weltbienentag

ausgerufen worden. Nutzen wir diese Chance, um allen, die wir kennen, nun vor allem an diesem Tag alle Probleme um die Bienenhaltung und die Insektenwelt mitzuteilen.

Vor allem wir Imker sind die Anwälte für diese so gefährdete Tiergattung. Das Jahr 2018 kann damit der Start auch für erfolgreiche Verkündungen sein. Es wäre dabei unerlässlich, wenn auch unsere Politiker sich das ganz besonders zu Herzen nähmen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin Zehlendorf und Umgebung e.V.
26.12.2017

UN führt Weltbienentag ein

Von: Samuel White | EURACTIV.com | translated by Tim Steins
21. Dez. 2017 (aktualisiert:  21. Dez. 2017)


Ab sofort ist der 20. Mai Weltbienentag. [Shutterstock]

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Der Vorschlag dafür kam aus Slowenien. Er wurde von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Mit dem Bienentag soll das Bewusstsein über die wichtige Rolle der Insekten und die schwindenden Bestände geschärft werden.

Die Entscheidung wurde am gestrigen Mittwoch bei der UN-Generalversammlung in New York getroffen. Mit dem Weltbienentag soll „durch Bildung und Aktivitäten das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind sowie ihr Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung erhöht werden,“ heißt es in der Entschließung.

Bienen und andere Bestäuber sind essenziell wichtig für die globale Lebensmitteproduktion und tragen zur Lebensmittelsicherheit bei. Laut Schätzungen des Weltrats für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) schaffen sie mit ihrer „Arbeit“ einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 577 Milliarden US-Dollar.

Außerdem sind die Insekten ein wichtiger Bestandteil vieler Ökosysteme und werden als guter Indikator für ein gesundes Ökosystem angesehen.


Bienen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt. [Olga Kok/Shutterstock]

Spanisches Landwirtschaftsministerium warnt: Das Bienensterben geht weiter

Die Honigproduktion ist gesunken, warnt das spanische Landwirtschaftsministerium. Das Bienensterben sei eine ernste Gefahr für die globalen Lebensmittelketten.

In Europa sind die Bestände an Bestäuber-Insekten in den vergangenen 30 Jahren um bis zu drei Viertel zurückgegangen. Die genaue Ursache dafür ist unklar, viele Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der vermehrte Einsatz von Neonikotinoiden als Pflanzenschutzmittel eine wichtige Rolle spielt.

Diese weitläufig genutzten Pestizide haben Auswirkungen auf die Nervensysteme von Insekten sowie auf ihr Gewicht und ihre Fortpflanzungsorgane. Normalerweise werden sie vor der Aussaat auf Samen aufgetragen. Tatsächlich absorbieren die späteren Pflanzen jedoch weniger als 20 Prozent der Chemikalien; der Rest sickert in die Umgebung ein.

Slowenien, das den Antrag für den Weltbienentag gestellt hatte, verbietet seit 2011 die Nutzung von Neonikotinoiden und ist somit eines der ersten EU-Länder, das in dieser Hinsicht gehandelt hat. Die EU hatte im Jahr 2013 einen Stopp für drei Neonikotinoid-Verbindungen verfügt. Inzwischen wird über ein Komplettverbot diskutiert.

In Slowenien hat die Bienenhaltung eine lange Tradition. Jeder 200. Slowene ist Imker – der höchste Wert weltweit. Das Land hatte sich bereits seit drei Jahren bei der UN für einen offiziellen Weltbienentag eingesetzt.
Vize-Premierminister Dejan Židan begrüßte die Entscheidung der UN-Generalversammlung. Er erklärte: „Dies ist nur der Anfang eines schwierigen Prozesses zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber. Um erfolgreich zu sein, müssen wir die Regierungen aller Länder, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft an Bord holen.”

Er forderte weiter, es müssten konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um die Bienenhaltung überall auf der Welt voranzutreiben.

Slowenien will nun eine internationale Imkerschule aufbauen, in der (angehende) Imker aus aller Welt, insbesondere aus Entwicklungsländern, Grundwissen für den Umgang mit den wichtigen Insekten erlernen sollen.

Imkerkurse 2018

Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. kostenlose Imkerkurse an.

Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby, für das sich immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg begeistern.

Mit der Bienenhaltung ist jedoch eine Verantwortung verbunden, sowohl den Bienen als auch den Mitmenschen gegenüber.

Zur Aneignung der Grundkenntnisse der Bienenhaltung empfiehlt sich den zukünftigen Imkern entsprechende Fachliteratur und ein Besuch bei unseren Imkerkursen.

Für Imker und Imkeranfänger:
Vorbereitung zu einer praktischen Weiterbildung in Vereinen

Samstag, 17.03.2018
Geschichte und Einführung in die Imkerei
Verschiedene Rähmchengrößen und Bienenbeutentypen
Bienen in Berlin, Vorteile – Nachteile für die Imkerei in der Stadt

Samstag, 14.04.2018
Erste Völkerkontrolle: Volksstärke, Königinnenrichtigkeit, richtige Brut, Temperatursicherheit für die wachsenden Völker, etc.
Imkerarbeiten im Frühling, Tote Bienen entfernen, Abnahme von leeren Waben

Samstag, 26.05.2018
Völkerführung in der Stadt
Völkervermehrung/Ablegerbildung um den Völkerbestand zu erneuern und erweitern
Schwarmvorbeugung

Samstag, 16.06.2018
Königinnenzucht, Tipps für Hobbyimker
Bienenprodukte: Honig, Pollen, Wachs, etc.

Samstag, 25.08.2018
Imkerarbeiten im Herbst
Varroosebekämpfung, Milbenbekämpfung mit unterschiedlichen Methoden und Mitteln
Wintervorbereitung, Futterversorgung, Wintersitz, Beutesicherung

Veranstaltungsort:
Freie Universität Berlin
Institut für Zoologie, Großer Hörsaal Nr. 110
Königin-Luise-Str. 1-3
14195 Berlin

Uhrzeit:
jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr

Referent:
Dr. Benedikt Polaczek
Imkermeister an der Freien Universität Berlin
Institut für Veterinär-Biochemie
Tel.: 030 838 53945
Email: polaczek@zedat.fu-berlin.de

Veranstalter:
Institut für Veterinär-Biochemie
Fachbereich Veterinärmedizin
Freie Universität Berlin
14161 Berlin
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Einspanier, Oertzenweg 19b

Diese Kurse dienen der Weiterbildung und als Vorbereitung für ein praxisorientiertes Lernen in Vereinen.

Bei einer Teilnahme an mindestens vier Terminen, kann eine offizielle Teilnahmebescheinigung erstellt werden.

Für die Ausstellung dieser Bescheinigung berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5,00 €

Eine vorherige Anmeldung zu den Kursen ist nicht nötig.