Aktuelles

    Herzlich Willkommen

    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.

  • Peter Biastock Es gibt Menschen, die sollten ewig leben. Ihre Zuverlässigkeit, ihre Fürsorge für andere Menschen, ihre Hilfsbereitschaft, ihre Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit im Einklang des Miteinanders sind ohnegleichen. Peter war so einer von ihnen. Doch er sollte nur siebenundsiebzig Jahre alt werden. Wenige Tage vor dem Osterfest 2018 verstarb völlig unerwartet, viel zu früh Peter Biastock Wer ihn kannte, wer mit ihm zu tun ...
  • Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen Der Tagesspiegel 21.03.2018 Pflanzenschutz in der Landwirtschaft Am Donnerstag treffen sich die EU-Mitgliedstaaten, um ein Verbot für das weltweit am häufigsten verwendete Pestizid zu diskutieren. Es ist die Gelegenheit, um unser ganzes Ernährungssystem zu überdenken. Ein Aufruf aus der Wissenschaft. Dave Goulson Die Beweise nehmen zu, dass der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft das Bienensterben befördert.Foto: Patrick Pleul/picture ...
  • Macht uns Bayer sprachlos, machtlos oder schlaflos? Sollen Pestizide in Europa zugelassen werden oder nicht? Welche sollen zugelassen werden? Die EFSA (wissenschaftliche Kommission der EU) hat bereits 3 Bienen-schädliche Neonikotinoide erkannt und den Einsatz aufgrund der hohen Toxizität als schädlich bezeichnet sowie empfohlen, den Einsatz zu verbieten. In der 12. Woche 2018 sollten die EU-Gremien über das weitere Verbot entscheiden. Zudem waren Sitzungen ...
  • Bienendichte Welcher Politiker kennt dieses Wort? Imker unterscheiden sich von anderen Menschen durch ihre Ausdauer, in der Regel durch Zuverlässigkeit, vor allem aber durch die unerschöpfliche Neugierde. Und wenn der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) – diesmal etwas früher als sonst, nämlich schon zur Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin – auf seiner immer prägnanten gelben Deutschlandkarte die Imkerzahlen ...
  • Kontrolle der Giftschränke Niemals sollten die Fragen beantwortet werden, ob das Sterben der Insekten mit den landwirtschaftlich verabreichten Cocktails aus den Giftküchen der Chemieriesen im Zusammenhang zu sehen ist, oder ob diese Zugaben gar für den Menschlichen Organismus eine Gefahr darstellen. Das wollten die Konzerne doch immer vermeiden, mit dem „na ja, denn macht mal so weiter“ der ...
  • Zufällig Heilmittel gegen Bienenfeind Varroa-Milbe entdeckt Lithiumchlorid verfüttert Quelle: www.forschung-und-wissen.de//nachrichten/umwelt/zufaellig-heilmittel-gegen-bienenfeind-varroa-milbe-entdeckt-13372512 Von: Dennis L. 10. Februar 2018 » 10:50 Uhr Stuttgart (Deutschland). Forschern der Universität Hohenheim könnte durch Zufall ein langerwarteter Durchbruch im Kampf gegen das Bienensterben gelungen sein. Die deutschen Forscher haben entdeckt, dass Lithiumchlorid möglicherweise ein Heilmittel sein kann, das ganze Bienenvölker vor der gefährlichen Varroa-Milbe schützen kann. Laut den Wissenschaftler kann Lithiumchlorid während ...
  • IGW 2018 Internationale Grüne Woche – Berlin Zehn Tage vom 18. – 28.Januar waren wieder viele unserer Mitglieder im Einsatz. Zusammen mit Mitarbeitern der FU Berlin wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die weitgehend unwissende Mehrheit der Besucher über die Probleme bei der Bienenhaltung zu informieren. Dabei ist die Halle 23a eine Besonderheit. Wir stehen hier auch für das BMEL ...
  • Deutsches Bienenmonitoring DeBiMo Schlussbericht für den Zeitraum 01/2014-12/2016 Zugespielt von unserem Natur-, Bienen- und Menschenfreund dem Toxikologen Werner Kratz macht dieser Titel doch auch den einfachen Imker neugierig -, unkommentiert auf 98 Seiten ein hartes Brot. Es wurde zusammengetragen von 6 „Bieneninstituten“ unterstützt vom Fachzentrum Mayen sowie der LUFA und vorgelegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ...
  • Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018 Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo, die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht nur Diskussionsstoff geboten. Sie hat uns vor allem mit für die Insektenwelt ganz fürchterlichen Fehlentscheidungen versorgt. Glyphosat und all die noch nicht genau identifizierten Neonikotinoide haben flächendeckend nicht nur die Honigbienen außerhalb der Städte in ...

Bilder

  • IGW 2018 Internationale Grüne Woche – Berlin Zehn Tage vom 18. – 28.Januar waren wieder viele unserer Mitglieder im Einsatz. Zusammen mit Mitarbeitern ...
  • Herbststürme sie schaden den Bienen nicht Verfolgt man den Kalender der Blüten, dann geht immer im August/September das gute Jahr für die ...
  • Imkerfahrt in den Spreewald 2017 (II) Im September kann der Imker erstmals im Jahr – abgesehen von den Wintermonaten – entspannt auf Reisen gehen. Wie im ...
  • IGW 2018 (19.01. – 28.01.2018 Halle 23a) Die IGW 2018 (19.01. – 28.01.2018 Halle 23a) rückt näher und soll von uns wieder im Rahmen der Sonderschau ...
  • Bienen und Blüten im August 2017 Bienen und Blüten im August 2017
  • Blüten mit Bienen und anderen Insekten 2017 Blüten mit Bienen und anderen Insekten 2017
  • IGW 2017 Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. und FU Berlin Abteilung Bienen auf der Sonderschau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf der ...
  • Tagesausflug in den Spreewald Am 10. September 2016 startete ein Bus voller Imker in den Spreewald. Wie immer ging es um 7.00 Uhr an ...
  • IGW 2016 Internationale Grüne Woche Berlin 15.01. – 24.01.2016 – ein Résumé – 10 Tage gute Aktionen für die Bienen und ...

Imkerpraxis

  • Macht uns Bayer sprachlos, machtlos oder schlaflos? Sollen Pestizide in Europa zugelassen werden oder nicht? Welche sollen zugelassen werden? Die EFSA (wissenschaftliche Kommission der EU) hat bereits 3 ...
  • Bienendichte Welcher Politiker kennt dieses Wort? Imker unterscheiden sich von anderen Menschen durch ihre Ausdauer, in der Regel durch Zuverlässigkeit, vor allem ...
  • Kontrolle der Giftschränke Niemals sollten die Fragen beantwortet werden, ob das Sterben der Insekten mit den landwirtschaftlich verabreichten Cocktails aus den Giftküchen der ...
  • Zufällig Heilmittel gegen Bienenfeind Varroa-Milbe entdeckt Lithiumchlorid verfüttert Quelle: www.forschung-und-wissen.de//nachrichten/umwelt/zufaellig-heilmittel-gegen-bienenfeind-varroa-milbe-entdeckt-13372512 Von: Dennis L. 10. Februar 2018 » 10:50 Uhr Stuttgart (Deutschland). Forschern der Universität Hohenheim könnte durch Zufall ein langerwarteter ...
  • Deutsches Bienenmonitoring DeBiMo Schlussbericht für den Zeitraum 01/2014-12/2016 Zugespielt von unserem Natur-, Bienen- und Menschenfreund dem Toxikologen Werner Kratz macht dieser Titel doch auch ...
  • Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018 Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo, die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht ...
  • Immer noch nicht wahrgenommene Erkenntnisse Dr. Werner Kratz von der FU Berlin fasst hier zusammen, welche neuen Erkenntnisse hinsichtlich des Einflusses von Neonikotinoiden auf das ...
  • Bienen- und Imkerwinter 2017/2018 Auf unserer letzten Versammlung haben wir uns ausgetauscht über die anstehenden Handgriffe, die der Imker zum Wohlergehen der ihm anvertrauten ...
  • Kataster, AFB-Sperrbezirke Die AFB-Sperrbezirke mit entsprechendem Kataster findet man unter ApisNETZ.de

Literatur

Probeimker

  • Imkerkurse 2018 Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. ...
  • Imker auf Probe April 2012 Seit nunmehr fünf Jahren bietet der Imkerverein Zehlendorf und Umgebung e.V. das „Probeimkern“ an. Wer Interesse hat an der ...
  • Modernes Hobby: Imkern Imkern als Hobby? Das sagt man so. Doch wer es ernst meint mit der Pflege der ihm anvertrauten Tiere, der ...

Verein

Interessantes anderswo

Allgemeines

  • Die Veränderung des Horizonts 2017.07.08_Leserbrief_in_der_Walsroder_Zeitung 2017.07.11_Leserbrief_WZ_Backhaus Bereits im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt hat man zunächst vermutet, dann berechnet, dass die Erde doch wohl keine Scheibe ...
  • Biodiversität – Neustart Liebe Bienenfreunde, Frau Ministerin Hendricks ist eine der wenigen Politakteure, die sich trotz vieler Rückschläge vehement für den Naturschutz und damit ...
  • Glyphosat-Prozess – Was die Monsanto-Mails verraten Süddeutsche Zeitung 2. April 2017, 07:31 Uhr Den Unkrautvernichter Roundup gibt es in vielen Garten-Centern zu kaufen, wie hier in Paris neben ...
  • Biologischer Pflanzenschutz Am 14.02.2017 strahlte der NDR einen sehr interessanten Film aus. Dieser Beitrag ist eine gute Ergänzung zum Vortrag von ...
  • Auszüge aus dem Koalitionsvertrag 2016 Tierschutz stärken Die Koalition wird in Berlin ein Verbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzorganisationen einführen und unterstützt die Schaffung eines Verbandsklagerechts auf Bundesebene ...
  • IPBES auf Kollisionskurs Liebe Imkerfreunde, es ist schon sehr schmerzhaft, wenn man sich in der heutigen Zeit weniger um die Tagesprobleme der Hobby- oder ...
  • Im Bundestag summt ein neues Volk Der Tagesspiegel 11.07.2015 Summt da was? Bärbel Höhn inspiziert gemeinsam mit Journalisten den Bienenkasten. Bildquelle: Nora Lessing Er hat einen Holzrahmen, ist beidseitig ...
  • Belegstelleneröffnung Kohnert Buche am 27.05.2015 Am 27.05.2015 haben sich etliche Imker aus Brandenburg und Berlin zur diesjährigen Belegstelleneröffnung „Kohnert Buche“ zusammengefunden. In die Tiefen der ...
  • Bienenstandbegehung bei Ute am 06.06.2015 Eine Perle entsteht im Brandenburgischen. Mit unglaublich viel Herzblut und gestützt durch einen emsigen und wohl auch unermütlichen Helfer, dem ...

Peter Biastock


Es gibt Menschen, die sollten ewig leben. Ihre Zuverlässigkeit, ihre
Fürsorge für andere Menschen, ihre Hilfsbereitschaft, ihre
Freundlichkeit und ihre Herzlichkeit im Einklang des Miteinanders
sind ohnegleichen. Peter war so einer von ihnen. Doch er sollte
nur siebenundsiebzig Jahre alt werden.
Wenige Tage vor dem Osterfest 2018 verstarb völlig
unerwartet, viel zu früh

Peter Biastock

Wer ihn kannte, wer mit ihm zu tun hatte, wird ihn nie vergessen.
Wer ihn nicht kannte, sollte sich über ihn erzählen lassen. Er
war ein einmalig toller Mensch, Ehemann, Vater, Kamerad,
Freund, Kumpel und nicht zuletzt Imkerkollege.
Möge seine in den letzten Wochen wohl sehr geschundene Seele
ihre ewige Ruhe finden, gebettet auf den Blüten seines geliebten
Garten, umflogen von den vielen tausend dankbaren Seelen
seiner über viele Jahre liebevoll gepflegten Bienen.


Beisetzung am 04.05.2018 14°° Uhr
Südwestkirchhof Stahnsdorf
14532 Stahnsdorf – Bahnhofstr. 2

Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen

Der Tagesspiegel 21.03.2018
Pflanzenschutz in der Landwirtschaft

Am Donnerstag treffen sich die EU-Mitgliedstaaten, um ein Verbot für das weltweit am häufigsten verwendete Pestizid zu diskutieren. Es ist die Gelegenheit, um unser ganzes Ernährungssystem zu überdenken. Ein Aufruf aus der Wissenschaft.

Dave Goulson

Die Beweise nehmen zu, dass der Pestizideinsatz in der Landwirtschaft das Bienensterben befördert.Foto: Patrick Pleul/picture alliance

Menschen brauchen Bienen. Ohne die Arbeit von heimischen Honigbienen, Wildbienen und anderen Bestäubern würde fast ein Drittel unserer Lebensmittel verschwinden. Die Bedeutung dieser Insekten für natürliche Ökosysteme und unser eigenes Überleben kann nicht überschätzt werden. Viele Regierungen behaupten, dass die Standards für den Schutz unserer Bestäuber hoch genug sind. Aber als Wissenschaftler haben wir Jahrzehnte damit verbracht, das zerbrechliche Zusammenspiel von Insekten, der Umwelt und den Pflanzen, die wir zum Überleben brauchen, zu untersuchen. Und wir sind anderer Ansicht.

Zahlreiche wilde Bestäuber gibt es immer seltener und einige Arten sind heute weltweit ausgestorben. Die Ursachen für diese Rückgänge sind komplex und schließen auch den Verlust von Lebensräumen und die Ausbreitung nicht einheimischer Krankheiten mit ein. Doch es stellt sich zunehmend heraus, dass die Belastung durch Pestizide wahrscheinlich einen wesentlichen Beitrag dazu beiträgt. Insbesondere deutet eine immer größer werdende Anzahl von Forschungsarbeiten zu Neonicotinoid-Insektiziden darauf hin, dass diese eine Reihe schädlicher Wirkungen auf Bienen haben: Sie töten diese direkt, beeinträchtigen ihre Navigation, verringern ihre Fruchtbarkeit und unterdrücken ihr Immunsystem.

Pesitzid-Verbot hat keine messbaren Auswirkungen auf Ernteerträge

Aufgrund der zunehmenden Beweise, die Neonicotinoide mit dem Rückgang von Bienen in Verbindung bringen, hatte die Europäische Kommission 2012 eine Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Auftrag gegeben. Diese wurde im Januar 2013 veröffentlicht und kam zu dem Schluss, dass die drei am häufigsten verwendeten Neonicotinoide (Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin) ein “unannehmbares Risiko” für Bienen darstellen. Daher schlug die Europäische Kommission ein Verbot für die Verwendung dieser drei Stoffe bei blühenden Pflanzen, die von Bienen besucht werden, vor. Trotz heftiger Lobbyarbeit der Pestizidindustrie, die große Ernteverluste voraussagte, trat dieses Teilverbot im Dezember 2013 in Kraft. Auf europäischer Ebene scheint das Verbot keine messbaren Auswirkungen auf die Ernteerträge gehabt zu haben.
Seither häufen sich weitere Beweise für das Risiko, das diese Pestizide für Bienen darstellen. Ein neuer, belastender Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Agency, EFSA) hat gerade noch einmal bestätigt, dass fast alle derzeitigen Anwendungen von Neonicotinoid-Insektiziden ernsthafte Risiken für Bienen darstellen.

Pestizide richten nachhaltig Schäden an und kontaminieren Folgekulturen

Zwei Jahre lang wurden mehr als 1.500 Studien aus der ganzen Welt untersucht. Und eine detaillierten Auswertung von 588 wissenschaftlichen Experimenten aus der wissenschaftlichen Literatur wurde mit einem breiteren Rahmen durchgeführt. Dann wurden im vergangenen Monat die Resultate veröffentlicht, die den Schaden durch Neonicotinoide sowohl bei wilden als auch bei domestizierten Bienen bestätigten. Diese Erkenntnisse stehen im Einklang mit einer Reihe anderer Studien zu diesem Thema, die im letzten Jahr von unabhängigen Wissenschaftlern veröffentlicht wurden, sowie dem im 2015 erschienenen Bericht des “European Academy of Science Advisory Council” – einem Zusammenschluss nationaler Wissenschaftsakademien von Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Es ist klar geworden, dass Neonicotinoide nicht nur dann ein Risiko für Bienen darstellen, wenn diese an blühenden Pflanzen verwendet werden; sie bleiben lange nachdem die behandelte Pflanze verschwunden ist im Boden und kontaminieren Folgekulturen sowie Wildblumen an den Feldrändern.

Neue Chemikalien bringen neue Probleme

Dieser Bericht bestärkt sicherlich die Notwendigkeit weiterer Restriktionen für den Einsatz von Neonicotinoiden in ganz Europa – und darüber hinaus. Die EU-Mitgliedstaaten, die USA und Kanada, die alle den Umgang mit diesen Pestiziden überdenken, stehen nun in der Verantwortung, diese Chemikalien weiter einzuschränken. Außerdem würden wir argumentieren, dass auch ein grundlegendes Umdenken in der Landwirtschaft notwendig ist. Seit 60 Jahren fahren wir auf einem Pestizid-Karussell: Aufeinanderfolgende Generationen von Pestiziden werden herausgegeben – und ein oder zwei Jahrzehnte später wieder verboten, wenn der von ihnen verursachte Umweltschaden deutlich wird. Jedes Mal werden die Pestizide dann durch neue ersetzt, und jede neue Gruppe von Chemikalien bringt wiederum neue und unerwartete Probleme mit sich. In Anbetracht unserer Intelligenz ist es bemerkenswert, dass wir Menschen immer wieder den gleichen Fehler machen.

Unterzeichner: Prof. Dave Goulson, School of Life Sciences, University of Sussex, Prof. Dr. Randolf Menzel, Department Biologie, Freie Universität Berlin, Dr. Cristina Botías, Departamento de Ecología Integrativa, Estación Biológica de Doñana, Dr. Christopher N Connolly, Associate Director of CECHR, School of Medicine, University of Dundee, Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele, Director, Zoologisches Forschungsmuseum, Alexander König, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, Jeroen P. van der Sluijs, Copernicus Institute for Sustainable Development, Utrecht University and University of Bergen, Prof. Hans de Kroon, Professor of Plant Ecology and Director Institute for Water and Wetland Research, Radboud University Nijmegen, Prof. Rien Aerst, Vrije Universiteit Amsterdam, Frank Berendse, hoogleraar natuurbeheer en plantenecologie Wageningen University, Prof. Dr. Paul Struik, hoogleraar Gewasfysiologie, Wageningen University

Insektengifte Bienen und Hummeln harren ihrer Rettung

Heike Jahberg
Hannes Soltau

Macht uns Bayer sprachlos, machtlos oder schlaflos?

Sollen Pestizide in Europa zugelassen werden oder nicht? Welche sollen zugelassen werden?

Die EFSA (wissenschaftliche Kommission der EU) hat bereits 3 Bienen-schädliche Neonikotinoide erkannt und den Einsatz aufgrund der hohen Toxizität als schädlich bezeichnet sowie empfohlen, den Einsatz zu verbieten. In der 12. Woche 2018 sollten die EU-Gremien über das weitere Verbot entscheiden. Zudem waren Sitzungen des „Ständigen Ausschusses für Phytopharmaka“ für den 23./24.03.2018 vorbereitet. Naturprodukte als Alternativen zur chemischen Behandlung waren angedacht. Da aber war wie immer der in Kürze wohl weltweit größte Chemiekonzern wach und legte eine „wissenschaftliche“ Bayer-Publikation passend zum 22.03.2018 vor. Manion et al Curr. Biol Thiacloprid

Eine erste Stellungnahme von Prof. Randolf Menzel aus dem Mail-Verkehr mit Prof. Klaus Wenzel fügen wir zur Verdeutlichung hier ein. Menzel, Stellungnahme

Doch es ist eben wieder eine Mogelpackung. Oder wie sagt Dr. Anton Safer: eine Entlastungsstrategie. Es wird nicht differenziert die Wirkung der Neonikotinoide ausgewiesen auf die Immunabwehr, das Navigationsvermögen, die Lern- und Merkfähigkeit, den Geruchssinn und die Fortpflanzungsfähigkeit z.B. der Honigbiene. Doch die Bienen trifft es eben leider nicht alleine. Alle Insekten, Spinnen und dgl. sind betroffen.

Honigbienen und z.T. auch Wildbienen neben vielen anderen Insekten kann man in die Städte retten.

Auch wird nicht eingegangen auf die umfassende Vernichtung bzw. Vertreibung aller Bestäuber, sonstiger Insekten, der Kleinlebewesen zu Wasser und zu Land bis hin zu den Vögeln. Es wird nicht eingegangen auf die zunehmende Belastung der Böden, der Gewässer und der Lebensmittel und damit auch auf den möglichen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.

Was hier vorgelegt wurde als aktuelle Studie, ist keine umfassende Behandlung des Problems der Schädigung von Lebewesen. Es ist für einen Imker, den Pfleger dieser Spezies Biene, völlig unerklärlich, dass ein Konzern mit völlig unzureichenden Ergebnissen diese umfassenden Problemfelder um die Neonikotinoide und die vielen anderen Pestizide ausbremsen kann. Warum wird nicht einmal gesagt: Bitte hinten anstellen! Die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse unabhängiger Wissenschaftler werden so in keiner Weise widerlegt. Sie werden aber leider auch nicht gewürdigt.

Die Entscheidung der EU-Gremien ist erst einmal wieder vertagt.

Doch das „Weiter so“ ist überhaupt nicht zu rechtfertigen.

Am 19.03.2018 hat sich nun auch Herr Maske vom D.I.B. zu Wort gemeldet mit der Forderung eines Verbots der Neonikotinoide. Pressetext_Neonikotinoide_19_03_2018 Das ist doch immerhin ein erster Einstieg in den Kampf für den Schutz der Bestäuber.

Da gab es dann nun auch nach zwei Jahren Einarbeitungszeit den „Erster Bienenschutztag “ in Braunschweig, veranstaltet vom Bieneninstitut des JKI. Da hat man sich gut dargestellt am 01.03.2018. Man hat unter anderem auch die Absicht verkündet, Pflanzenschutzmittel zu bewerten. Doch längst nicht alle Pestizide schützen die Pflanze wirklich. Man möchte auch durch neutrale Drittmittel unterstützt werden. Dabei ist das JKI eine Bundesbehörde des BMEL. Wieso braucht man da noch Drittmittel?

Die Bedeutung des Instituts wäre sehr groß, wenn es denn zu Ergebnissen bei der Arbeit der 27 Angestellten kommen würde.

Informationen zu Bienenvergiftungsfällen hat das JKI auch ohne das Spezialinstitut schon vor Jahren und unter gleicher Leitung erarbeitet. Wir werden sehen, wie sich dieses Institut entwickelt, wenn es Stellung nehmen muss zu den Traktaten der chemischen Industrie. Das Klopfen auf eigene Schultern sollte erst nach guten Ergebnissen folgen und nach dem Beweis neutralen Handelns.

Den volkswirtschaftlichen Nutzen von Bienen hat derweil die Universität Hohenheim im Rahmen des „Bundesprogramm Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft – BÖLN “ – erarbeitet.

Das ist im Prinzip nichts Neues. Doch es werden nunmehr differenzierte Werte veröffentlicht, die selbst einen Politiker, dem eher die Wirtschaft und die Ökonomie eines Landes und der Landwirtschaft am Herzen liegt, dennoch interessieren dürfte. Dabei ist bei der Erarbeitung der Studie aufgefallen, dass die positive Entwicklung der Imkereien eher in der Nähe von städtischen Ansiedlungen stattfindet. Doch es wird wohl noch lange dauern, bis man merkt, warum das so ist. Bayer & Co wird dann wieder einen adäquaten Verursacher ausmachen, da die hauseigenen Forschungsergebnisse immer wieder den völlig gefahrlosen Einsatz des chemischen Cocktails beweisen.

Doch es gibt für die Chemieriesen natürlich einen Ausweg, wie im Pressebericht „FÖL Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V.“ zu lesen ist.

Bayer & Co könnten demnach also ihre Gifte außerhalb der EU in das Saatgut einbauen und über Polen legal einführen.

Völlig unverständlich ist dabei, wie das möglich sein kann, zumal die Verantwortlichen wie jeder Bürger unseres Landes doch auch auf eine gesunde und einwandfreie Ernährung angewiesen sind.

Den Unterzeichner dieses Betrags hat diese Entwicklung zwar nicht sprachlos, schon gar nicht wortlos aber doch zeitweise schlaflos gemacht. So sind auch die Imkerkollegen – weiblich wie männlich – dieser oder einer anderen Stadt eher nicht die Zielgruppe für diese Problemfelder. Doch die Werbeabhängigkeiten der großen Medien vor allem im Printmedienbereich lassen leider nur selten objektive Stellungnahme zu diesen Problemen zu. So ist nun wieder der Zwerg www.ivbzuuev.de) gefragt.

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, welchen mutigen Artikel zum Stop des Pestizidkarussells der Tagesspiegel am 21.03.2018 mit den Autoren Goulson, Menzel u.a. veröffentlicht hat. Es ist Zeit, das Pestizid-Karussell zu stoppen

Man kann nur hoffen, dass diese, unsere Leser dies alles weitertragen an die Nachbarn, Freunde, an einige Politiker und möglicherweise auch an die Landwirte. Es muss doch allen klar zu machen sein, wie wir uns schaden, wenn wir zulassen, dass die Artenvielfalt, die Biodiversität vernichtet wird. Und es beginnt eben bei den Bestäubern, die zunächst die landwirtschaftlich genutzten Regionen stadtwärts verlassen, weil ihnen das Futter genommen wurde. Suchen sie dann immer noch nach einer letzten tapferen Blüte, wird ihnen nach dem Leben getrachtet.

Warum haben die Wirtschaftsmächtigen keinen Zugang mehr zur lebenserhaltenden Logik?

Reinhardt Löwe
27.03.2018

Bienendichte

Welcher Politiker kennt dieses Wort?

Imker unterscheiden sich von anderen Menschen durch ihre Ausdauer, in der Regel durch Zuverlässigkeit, vor allem aber durch die unerschöpfliche Neugierde.

Und wenn der Deutsche Imkerbund e.V. (D.I.B.) – diesmal etwas früher als sonst, nämlich schon zur Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin – auf seiner immer prägnanten gelben Deutschlandkarte die Imkerzahlen und die der Bienenvölker des Vorjahres präsentiert, dann scheint doch die Welt immer in Ordnung zu sein.

Bild 1 Angabe der Imker und Bienenvölker / Landesverband und Zusammenstellung der Großstädte, die gesondert zu berücksichtigen wären

Ist die Bienenwelt wirklich in Ordnung? Da wird immer wieder beteuert, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch wer hinterfragt einmal diese Zahlen? Sind sie redlich? Sind sie ausreichend für die Bestäuberversorgung in diesem Land? Wie verteilen sich die Bestäuber und die Honigbienen in diesem Land?

Seit einigen Jahren hat sich der Verfasser dieser Zeilen die Mühe gemacht, diese Zahlen einmal aufzugliedern und an die Flächen der Bundesländer, so gut es eben geht, anzupassen. Es ist schwierig, weil die Flächen der Landesverbände sich nicht immer mit den Flächen der Bundesländer decken. Nur Letztere sind weitgehend definiert. Damit ergeben sich automatisch kleine Rechenfehler, die jeder dem Lehrerberuf zugetaner Mensch sofort akribisch entdecken und möglicherweise auch errechnen kann. Doch es macht sich sonst niemand die Mühe, die Wertigkeit der Deutschlandkarte des D.I.B. einmal auf den Prüfstand zu stellen. So ergibt sich denn eine Liste mit einem unglaublichen Zahlenkonvolut.

Bild 2 Entwicklung der Imker- und der Bienenvölkerzahlen in den Bundesländern

Doch sieht man dann etwas genauer hin, wird man viele Dinge ablesen können.
Zunächst einmal soll Erfreuliches berichtet werden.

Die Entwicklung der Imkerei und der Anzahl der Bienenvölker hat sich in den letzten zwei Jahren insgesamt verbessert.

Doch dann schauen wir noch genauer hin. Wie sieht sie denn aus, die Entwicklung in den mehrheitlich landwirtschaftlich genutzten Regionen? Da kommt eine Gesundung leider nur sehr mühsam in Gang oder eben gar nicht. 3 Bienenvölker / km² sollte es als Minimum geben, um die Blütenversorgung und Fruchtentwicklung einigermaßen sicherzustellen. Das erreichen wir als Deutschland-weiten Durchschnittswert – immerhin. Das aber ist Augenwischerei. Entnehmen wir wieder einmal nur die deutschen Millionenstädte aus der Wertung, ist nicht einmal eine positive Entwicklung festzustellen. Und die Flächenländer der Landwirtschaft sie sind mit weniger als einem Bienenvolk/km² häufig unterversorgt. Dafür aber erfahren die großen Städte eine unglaubliche Entwicklung. Hier soll einmal nicht nach den Ursachen gefragt werden, wenngleich das leicht zu beantworten wäre. Die Großstädte entwickeln sich zur Arche für Bienen und auch für die vielen anderen Bestäuber, die man hier noch vielfach findet. Schaut man aber etwas genauer hin, wird man auch die Modeerscheinung einer wenig verantwortlichen Bienenhaltung erkennen. Da muss nun niemand aufschreien. Aber es macht sicherlich keinen weder ökonomischen noch ökologischen Sinn, Bienen auf dem Berliner Dom zu pflegen. Für die öffentliche Aufmerksamkeit war es gut. Nun aber muss man sich wieder auf die Verantwortung für Biene und Mensch besinnen.

Und da fragt man doch sofort, wie sich denn die Entwicklung der Bienenhaltung in einer Stadt wie Berlin so entwickelt hat. Man kann vorwegnehmen, dass diese Entwicklung unglaublich ist. Von einer Bienendichte 3,12 im Jahr 2001 registrieren wir im Dezember 2017 eine Bienendichte von 7,94 Bienenvölker/km². Doch stimmt diese Zahl? Sie stimmt eben nur nach den Mitgliedsmerkmalen des D.I.B.

Bild 3 Entwicklung der Imker- und der Bienenvölkerzahlen in Berlin und Umgebung

Dieser Ausschnitt macht deutlich, mit welchen Problemen die Imkerei in Deutschland zu kämpfen hat. Nimmt man nicht im D.I.B. organisierte Imkerverbände und ungemeldete Vereine als Schätzung mit hinzu, ergeben sich völlig andere Werte. Dem Verfasser ist nicht bekannt, dass es hier eine seriöse Erfassung aller Imker und deren Bienenvölker in dieser und Umgebung gibt. Die Mehrung beruht daher auf Schätzungen, die aber doch eben so beobachtet wurden. Danach entwickelt sich die Bienendichte in dieser Stadt im saisonalen Standardbereich von 7,94 auf 10,07 Bienenvölker/km². In Mecklenburg-Vorpommern sind es 0,78 und in Brandenburg 0,88 – 1,1 unter Berücksichtigung anderer Verbände. Wirft man weiter die Beobachtungen zur Zeit der Robinien- und Lindenblüte mit in die Waagschale und bewertet die Wanderung nach Berlin in dieser Zeit mit 20%, dann kommt man auf eine saisonale Bienendichte von ca. 21,42 Bienenvölker/km².

„Welch ein Erfolg“ könnte der D.I.B. vermelden! Doch eben dieser Aufschwung birgt auch Gefahren. Damit nicht der Verdacht des Futterneids aufkommt, sollte man festhalten, dass diese Stadt auch für noch viel mehr Insekten Nektar- und Pollenreserven zur Verfügung hält. 440.000 Straßenbäume, viele Parkanlagen, Kleingartenkolonien, Privatgärten und nicht zuletzt der Grunewald mit seinen 22,3 km² – weitgehend als Mischwald – stellen ein Schlaraffenland für alle Insekten, Vögel, Amphibien und anderes Kleingetier dar. Die Gefahr aber liegt in der Möglichkeit der Verbreitung von Krankheiten und Parasiten und das in jede Richtung. Es bleibt in dem Zusammenhang verborgen, wie sich die Veterinärämter mit diesem Problem auseinandersetzen. Der Versuch, zu erfahren, wie die Veterinäre in dieser Stadt miteinander vernetzt sind, ist erbärmlich fehlgeschlagen. Für Berlin gibt es z.B. keine gültigen Aussagen zum Stand der Sperrbezirke für die AFB. Glaubt man öffentlichen Registern, dann hat es die AFB in Berlin in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Das aber ist einfach falsch.

Wie also kann man Bienen bei einer solchen Dichte schützen? Wie ist die Verständigung zwischen den Stadtteilämtern organisiert? Wie ist die Leitung des Landesverbandes eingebunden? Wer organisiert die Aufstellung der „Wandervölker“? Erfolgt eine Kontrolle der Völker trotz des vorliegenden Gesundheitszeugnisses?

Viele Fragen beunruhigen sowohl den sesshaften wie auch den wandernden Imker in der Stadt und auch den, der von außerhalb kommt, wenn ihm denn bewusst ist, wie dicht die Bienen in dieser Stadt zusammensitzen bzw. –fliegen. Unabhängig von der Gefahr der Krankheits- und Parasitenübertragung wird dadurch auch die Pflege eigener, sauberer Bienenrassen immer schwieriger. Die Carnica, in Berlin mehrheitlich bevorzugt, soll besonders sanftmütig und leistungsstark sein. Das aber sagen auch die Buckfastimker von der Biene, die Bruder Adam mit so viel Hingabe entwickelt hat. Man ist auch geneigt eben das zu glauben, wenn man die Berichte der Buckfast-Zuchtgruppe im „Der Buckfastimker“ verfolgt. Da wünscht man sich insgeheim, dass auch die eigenen Verbände mit der gleichen Hingabe und Sorgfalt sich um die Pflege der Bienen kümmern. Das aber ist alles gefährdet bei einer Bienendichte von 21,42 Bienenvölkern/km². Es scheint daher dringend geboten, eine Organisation und ein Regulativ für die vielen Bienenstandorte bei dieser Bienendichte zu schaffen. Ernähren kann man sie alle. Doch man muss auch alles dafür tun, damit jeder Imker seine gesunden Bienen ohne Verluste bei verantwortlicher Pflege über den Winter bringt.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
06.03.2018

Kontrolle der Giftschränke

Niemals sollten die Fragen beantwortet werden, ob das Sterben der Insekten mit den landwirtschaftlich verabreichten Cocktails aus den Giftküchen der Chemieriesen im Zusammenhang zu sehen ist, oder ob diese Zugaben gar für den Menschlichen Organismus eine Gefahr darstellen. Das wollten die Konzerne doch immer vermeiden, mit dem „na ja, denn macht mal so weiter“ der Politik.
Doch das unbändige Drängen besorgter Bürger um die Naturschutzverbände und vor allem die Hartnäckigkeit der TFSP, der Task Force on Systemic Pesticides, haben die Diskussion um die Sorge für das Wohlergehen für Tier, Mensch und schließlich die Biodiversität nicht ruhen lassen. Und es scheint erfolgreich zu sein, dies stete Drängen nach Anerkennung neutral gefundener wissenschaftlicher Erkenntnisse. EFSA (wissenschaftlicher Beirat der EU) und TFSP haben nun jüngst ein Bündel an fundierten Untersuchungen auf den Tisch gelegt, das selbst Politiker möglicherweise zum Umdenken bewegen wird. Die Chance ist groß, da man zur Zeit dabei ist, das Umdenken zu lernen.

Doch wer steckt hinter dieser Task Force?

2009 haben sich Entomologen, Ornithologen und andere diese Bereiche tangierende Wissenschaftler zu einem Gedankenaustausch zusammengefunden. Der Grund war die Feststellung eines unglaublichen Rückgangs von Insekten. Es wurden Studien von unabhängigen Institutionen initiiert. Und es bestätigte sich die Vermutung, dass das Sterben oder zumindest die Verringerung der Insekten und Bestäuber im Zusammenhang stand mit der neuen Generation an Pestiziden. Die in den 90ger Jahren eingeführten systemischen Pestizide und neurotoxischen Neonikotinoide und auch das Fipronil könnten die Ursache sein. Es gab derart viele Indizien, die diesen Verdacht erhärteten, sodass man sich entschloss, eine Task Force, d.h. eine internationale Arbeitsgruppe unabhängiger Wissenschaftler zusammenzurufen. Seit 2012 hat diese Gruppe in verstärktem Ausmaß auf sich aufmerksam gemacht und alle Erkenntnisse zu diesem Themenkreis immer wieder der Öffentlichkeit und vor allem den politischen Entscheidungsträgern zugänglich gemacht. Doch die Chemiekonzerne kauften optisch seriöse Gegengutachten ein. Es stand ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor im Raum. Da wurde zunächst die Bedeutung der Gesundheit von Tier und Mensch für vertretbar unbedeutend erklärt. Nun aber sind Papiere veröffentlicht, die eine derartige wissenschaftliche Breite und bewiesene Tiefe haben, dass selbst die EFSA als Kontrollgremium die ersten Pestizide als für den Menschen gesundheitlich bedenklich eingestuft hat. Dem interessierten Leser – das sind wohl alle, die diese Seite durchsuchen – geben wir diese neuen Dokumente als Link in den Anhang.

www.efsa.europa.eu/de/press/news/180228
www.tfsp.info/de/resources/
https://link.springer.com/article/10.1007
https://link.springer.com/article/10.1007/s11356-017-1052-5

Es wird nachgewiesen, dass der Landwirtschaft kein nennenswerter Schaden entsteht, wenn sie den Giftschrank verschlossen hält, zumindest aber doch sehr behutsam damit umgeht. Wir sollten nicht nachlassen, dies Dilemma weiter zu verfolgen. Und wir sollten vor allem die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Biodiversität auch auf den einen oder anderen Acker zurückkehrt, sodass dann auch Imker die Honigbienen wieder frei fliegen lassen können, mit der Zuversicht einer lohnenden Honigernte frei von Pestiziden.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
28.02.2018

Zufällig Heilmittel gegen Bienenfeind Varroa-Milbe entdeckt

Lithiumchlorid verfüttert

Quelle: www.forschung-und-wissen.de//nachrichten/umwelt/zufaellig-heilmittel-gegen-bienenfeind-varroa-milbe-entdeckt-13372512
Von: Dennis L.
10. Februar 2018 » 10:50 Uhr

Stuttgart (Deutschland). Forschern der Universität Hohenheim könnte durch Zufall ein langerwarteter Durchbruch im Kampf gegen das Bienensterben gelungen sein. Die deutschen Forscher haben entdeckt, dass Lithiumchlorid möglicherweise ein Heilmittel sein kann, das ganze Bienenvölker vor der gefährlichen Varroa-Milbe schützen kann. Laut den Wissenschaftler kann Lithiumchlorid während der normalen Fütterung verabreicht werden. Die Kosten und der Arbeitsaufwand für den Einsatz neuen Medikaments sind damit sehr gering.

Die Studie wurde im renommierten Magazin Nature veröffentlicht. Bisher konnten die Forscher keine bedeutenden Nebenwirkungen beim Einsatz des Medikaments auf die Bienen, Imker und Verbraucher feststellen. Der untersuchte Honig wies keine Ablagerung des Lithiumchlorids auf. Es spricht also alles dafür, dass das in der Natur reichlich vorkommende Mittel bald im größeren Stil eingesetzt werden kann.
Erfolg stellt sich schnell ein

Rosenkranz, Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde erklärte, dass „Lithiumchlorid Bienen in Zuckerwasser aufgelöst verfüttern werden kann. Bei unseren Versuchen haben bereits geringe Mengen der Lösung ausgereicht, um innerhalb weniger Tage die auf den Bienen aufsitzenden Milben abzutöten – ohne Nebenwirkungen für die Bienen“.

Das Leichtmetall Lithiumchlorid kommt in großen Mengen in der Natur vor. Weltweit werden die Vorräte auf über 40 Millionen Tonnen beziffert. Es kommt als Lithiumchlorid-Salz in Salzlaugen, Salzseen und Heilquellen vor. Bisher wird das Salz vor allen als Trocknungsmittel und Enteiserlösung eingesetzt. In der Medizin wird es aber auch seit Mitte des 20. Jahrhunderts zur Behandlung depressiver Menschen eingesetzt.

Die Forscher arbeiten nun daran die optimale Dosierung festzustellen, bevor der Wirkstoff als Medikament auf den freien Markt kommen kann. Durch eine möglichst niedrige Dosierung soll erreicht werden, dass Nebenwirkungen auf Bienen und Konsumenten des Honigs so klein wie möglich ausfallen. Die Forscher verhandeln bereits mit Unternehmen, die die Entwicklung weiterführen wollen.
Zufällig Entdeckung nach zwei Jahren Forschung

Die Wissenschaftler verfolgten eigentlich einen wesentlich komplexeren Ansatz zur Bekämpfung der Varroa-Milbe, bei dem Gene der Milbe ausgeschaltet werden sollten. Dazu sollten den Bienen RNA-Bruchstücke (Ribonukleinsäure) verabreicht werden, die die Milben dann durch das Blut der Bienen aufnehmen. Die aufgenommene Ribonukleinsäure zerstört dann in der Milbe zum Leben notwendige Gene. Bei Kontrollexperimenten stellen die Forscher fest, dass die Milben auch bei der Verwendung unspezifischen RNA-Bruchstücken getötet wurden.

Später bemerkten die Forscher, dass nicht die RNA-Bruchstücken sondern das Lithiumchlorid für den Tod der Milben verantwortlich war. Während der Experimente haben die Wissenschaftler Lithiumchlorid eingesetzt, um die RNA-Bruchstücke zu isolieren bevor sie den Bienen verabreicht wurden.

Anton Safer schrieb am 02.Februar 2018:
auf Youtube findet man manchmal auch Vernünftiges,
so zum Beispiel diesen Bericht zur Eignung von Lithiumchlorid für die Varroabehandlung: Lithiumchlorid – ein neues Varroamittel?
Wegen der Bruttoxizität von LiCl wird vor dessen unbedachtem Einsatz gewarnt!!!!!

IGW 2018

Internationale Grüne Woche – Berlin

Zehn Tage vom 18. – 28.Januar waren wieder viele unserer Mitglieder im Einsatz. Zusammen mit Mitarbeitern der FU Berlin wurde Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die weitgehend unwissende Mehrheit der Besucher über die Probleme bei der Bienenhaltung zu informieren. Dabei ist die Halle 23a eine Besonderheit. Wir stehen hier auch für das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). Es war damit schon eine eigenwillige Mission. Wie sollte man erklären, dass ein Minister, der Schirmherr dieser Halle war, Glyphosat für die Landwirtschaft gutheißt. Es bleibt immer ein schlechtes Gefühl gepaart mit einer Vermutung, dass Politiker selten sachdienlich handeln; dafür aber von völlig unerklärlichen Beweggründen getragen werden.

So haben wir uns denn durchgewurstelt durch den reichhaltigen Themenkreis. Wir haben klar gemacht, dass das Bienensterben wenig in den Städten stattfindet. Das Problem der Varroa wurde dabei nicht kleingeredet. Wir haben die unterschiedlichen Bienendichten in Stadt und Land erklärt. So waren auch die Wirkungsweisen der unterschiedlichen Pestizide für manchen Besucher neu in dieser Ausprägung.

Eine wiederholt gute Positionierung war wieder Indiz für die Wichtigkeit unserer Themen und die Ernsthaftigkeit unseres Auftretens. Es war ein guter Stand mit einer immer wieder gern gesehenen repräsentativen Ausstattung. Wir sollten das beibehalten, wenn man uns lässt. Wohl nirgends auf der Messe wird sonst ein so breites Angebot an Antworten für einen riesigen Fragenkatalog angeboten.

Dass Frau Heimbach als Ausstellungschefin des BMEL uns in diesem Jahr ein letztes Mal begleitet, weil sie nunmehr außerhalb der politischen Felder etwas für die Seele tun will, muss man bedauern. Die vielen inhaltlichen – auch ein wenig die formalen – Auseinandersetzungen waren immer sportlich geprägt. Allein das wird fehlen. Aber so ist das im Leben, wenn man denn doch loslassen kann. Sie soll es vom Sommer an besser haben und sich doch immer wieder gerne an unserer Zusammenarbeit auf der Sonderschau in der Halle 23 a erinnern.

Die Organisation des Standes ist in der Zwischenzeit Routine, die Betreuung aber ist immer wieder eine große Herausforderung. Unseren vielen Mitarbeitern und auch denen der FU möchte ich bei dieser Gelegenheit herzlichen Dank sagen.

Reinhardt Löwe
07.02.2018

Deutsches Bienenmonitoring DeBiMo

Schlussbericht für den Zeitraum 01/2014-12/2016

Zugespielt von unserem Natur-, Bienen- und Menschenfreund dem Toxikologen Werner Kratz macht dieser Titel doch auch den einfachen Imker neugierig -, unkommentiert auf 98 Seiten ein hartes Brot. Es wurde zusammengetragen von 6 „Bieneninstituten“ unterstützt vom Fachzentrum Mayen sowie der LUFA und vorgelegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Wer aber de facto Auftraggeber war, wer die Arbeit finanziert, erschließt sich nicht so recht.

Doch was ist eigentlich ein Deutsches Bienenmonitoring – deutsch ist klar, also regional auf Deutschland bezogen – ? Es ist die Protokollierung von Beobachtungen und Messdaten, die nach einer definierten Dauer Schlussfolgerungen für spätere Entscheidungen zulassen soll für die Probleme, hier die Biene betreffend, in der Landwirtschaft und der Imkerei. Dass es sich bei dieser Betrachtungsebene nur um die Untersuchung der Honigbiene handelt, ist einem kritischen Betrachter zu wenig. Die Welt der Bestäuber und anderer Insekten scheint doch in Gefahr. Das gesamte Ökosystem ist in Gefahr. Aber gut, beschränken wir die Betrachtung auf die Probleme um die Honigbiene.

Blättert man diese 98 Seiten einmal konzentriert aber quer durch, ist das für einen Menschen mit durchschnittlicher Begabung für die Zusammenhänge in der Natur zunächst imponierend. Mit den vielen Beschreibungen von Vorgehensweisen, chemisch-analytischen Untersuchungen, die immer in graphischen Bildern enden, glaubt man an den wissenschaftlichen Wert dieser Arbeit. Man wird aber skeptisch, dass nun zum Abschluss wieder nur die Varroa der Grund für das nicht nur von Imkern gefürchtete Bienensterben ist. Unbedeutend scheinen Einfluss und Wirkung von Herbiziden und Neonikotinoiden zu sein.

Eingereicht und vorgelegt bei der Bundesanstalt (BLE) – immerhin ein Gremium mit rd. 1.350 Insassen – , bitte ich diese Anstalt für meine Kollegen ohne Internet um 3 Druckexemplare. Nein, Gedrucktes gibt es hier nicht aber ein pdf, zur Verfügung gestellt von der Universität Hohenheim. Das legt den Verdacht nahe, dass dies so wichtige Papier keine Auftragsarbeit der BLE war, sondern ganz andere Auftraggeber mit völlig anderen Interessen als Basis hatte. Damit aber deklassiert sich dies hochrangige Institutsgremium ohne Ross mit nunmehr zweifelhaftem Reiter selbst.

Man beginnt nunmehr nach der Wissenschaftlichkeit dieser Arbeit zu fahnden. Repräsentativ bei weniger als 1/1.000stel der verbandgebundenen Imkerschaft, d.h. weniger als Mikrozensus, geht nicht. Wo haben diese untersuchten Imker ihren Sitz? Wo stehen diese Bienenvölker? Das alles bleibt zunächst verborgen. Eine kleine Karte gibt globalen Aufschluss über die Verteilung der Untersuchungsstandorte. Schleswig-Holstein ist dabei wieder nicht berücksichtigt. Da scheinen sich Institutionen einig. Auch bei der F.R.A.N.Z. – Studie des Thünen-Instituts aus dem September 2017 ist das so gewesen. Doch was will man machen, wenn man Höfe mit min. 2.000 ha Größe sucht. Vier Imkereien in Berlin sind natürlich wichtig bei der Frage ums Bienensterben! Es ist noch nicht so bekannt, dass die Probleme in Stadt und Land doch erhebliche Unterschiede zeigen sowohl hinsichtlich der Sterblichkeit der Bienen wie im Ernteergebnis. Es sind ebenso viele Imker in Berlin untersucht worden wie in Brandenburg! Mecklenburg-Vorpommern mit 3 ausgesuchten Imkern an der polnischen Grenze und 4 Beobachtungsstandorten in der Mitte eines Agrarflächenlandes lässt doch schon bei diesem Auswahlverfahren Zweifel an der Redlichkeit wissenschaftlichen Arbeitens aufkommen.

Wer denkt sich denn so etwas aus?

Für die Ziele und die Aufgabenstellung wird geschrieben, dass für die Beobachtung möglichst dieselben Methoden im Vordergrund stehen sollen. Da muss man doch kein Wissenschaftler sein. Das ist doch eine Grundbedingung. Wer also hat die Ergebnisse hier erarbeitet, bewertet und veröffentlicht. Wer ist denn erstaunt, dass er im Bienenbrot wenig Neonikotinoide findet? Ein Abgleich der Untersuchungsergebnisse mit den Spritzprotokollen der landwirtschaftlichen Betriebe mit dem Standort der Bienen und dem mehr oder weniger belasteten Bienenprodukt findet nicht statt. Dass viele Bienen nach solch belasteter Nektaraufnahme auf Grund des gestörten Orientierungsvermögens den Weg nicht mehr in den Stock finden, bleibt unerwähnt.

Glyphosatbelastungen in Honig und Bienenbrot mit möglichem Einfluss auf das Verhalten der Bienenvölker waren bis auf zwei wohl eher unbedeutende Ausreißer eher nicht signifikant.

Wozu also und für wen werden diese Untersuchungen gemacht – für das BLE? Das ist wohl kaum der Fall. Es geht ja hier nur um die Honigbiene. Bienensterben und Wildbienen, diese Begriffe in diesem Zusammenhang scheinen von untergeordneter Bedeutung.

Durch den Verweis auf das pdf für den Schlussbericht, wird man neugierig, wie diese Anstalt (BLE) organisiert ist und womit sie sich beschäftigt. Ein großer Auftritt im Internet wird ausgebreitet für die Rechtfertigung von 1.350 Mitarbeitern. Da findet man Abhandlungen über die „Biologische Vielfalt und genetische Ressourcen“. Man findet den Ansatz über die Strategie des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) zur Agrarbiodiversität – welch eine Wortschöpfung. Da wird auch tatsächlich eine Blüte mit einer Hummel abgebildet. „Blüte der Wegwarte mit Hummel als Bestäuber“ steht darunter. Es soll auch die Agrarbiodiversität erhalten bleiben. Dass es die zumindest in den meisten landwirtschaftlich genutzten Regionen in Deutschland überhaupt nicht mehr gibt, hat man dort noch nicht gemerkt. Die Wichtigkeit dieser biodiversen Hoffnungen betont auf diesen vielen Seiten auch in einem Vorwort die Frau Ilse Aigner. Wie aktuell ist das denn?

Die Biene aber weder als Wild- noch als Honigbiene auch nicht die vielen anderen Bestäuber werden, soweit ich das festgestellt habe, an keiner Stelle erwähnt. Die Honigbiene als drittwichtigstes Nutztier in der Landwirtschaft wird in der Anstalt des Ministeriums vergessen.

Das mag schon ein Vorgriff auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land sein. Entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen wird der Einfluss der Pestizide auf das Bienensterben wie auch der entstehende Schaden in diesem Werk, so wie von den Herstellern der Produkte klein geredet.

Für das Bienensterben ist nach diesem Schlussbericht fast nur die Varroa verantwortlich. Das scheint auch das Ziel der Untersuchung gewesen zu sein. Schließlich war das Ergebnis ja auch schon 2013 erarbeitet worden.

Verwirrend ist zudem, wenn man beim Stöbern Arbeiten von Klaus Wenzel, Peter Hoppe und Anton Safer aus den Jahren 2014/2015 findet. Sie haben schon damals die Vorgängerversionen für ein Monitoring 2003/2013 in ihrer Wissenschaftlichkeit für ausgesprochen fragwürdig angesehen und dies auch detailliert dargelegt. Das Ergebnis der Arbeit (DeBiMo) war schon damals entsprechend dem heutigen anzusehen.

Wozu und für wen wird also dieser Aufwand betrieben?

Die Imker werden ratlos bleiben. Die landwirtschaftlichen Betriebe können nach „bewährtem“ Muster weiter machen wie bisher. Die Frage nach dem Rückgang der Insekten und hier vornehmlich der Bestäuber bleibt für diese Institutionen offen. Doch die wilden Insekten leiden doch so gar nicht unter der Varroamilbe. Die Milbe existiert für die solitär lebenden Verwandten der Honigbiene nicht. Und dennoch sterben die Solitärinsekten oder verschwinden. Was sagt denn das Monitoring zu einem solchen Nebenschauplatz?

Schade, dass die Plausibilität nicht einfach hinterfragt wird.

Herbizide und Fungizide verhindern das Wachstum der meisten Pflanzen. Damit werden die Insekten ferngehalten – auch die Honigbienen. Das kann man doch wohl auch ohne Monitoring kapieren!

Für den interessierten Imker geben wir hier die Möglichkeit, den Schlussbericht, anzusehen. Der Ausdruck als Hilfe für mögliche Maßnahmen gegen das Bienensterben, der lohnt nicht.

Ein solches Deutsches Bienenmonitoring macht einen Imker, einen der Natur verbundenen Menschen, einen Mitbürger, der sich auch für diese Entwicklung mit verantwortlich sieht, unglücklich, ratlos oder zornig. Nützliche, wissenschaftliche und wohl auch finanziell geförderte Arbeiten sollten solider sein. Die Beherrschung der Varroa haben die meisten Imker, selbst die, die das nur im Nebenberuf betreiben, ganz gut im Griff. Dazu werden heute keine 98 Seiten eines Schlussberichts mehr benötigt.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
07.01.2018

Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018

Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo,

die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht nur Diskussionsstoff geboten. Sie hat uns vor allem mit für die Insektenwelt ganz fürchterlichen Fehlentscheidungen versorgt. Glyphosat und all die noch nicht genau identifizierten Neonikotinoide haben flächendeckend nicht nur die Honigbienen außerhalb der Städte in die Flucht geschlagen oder aber gezielt vernichtet. Fast alle Insekten hat es getroffen. Weiterhin können die Landwirte nun wieder sagen „wir machen alles gesetzeskonform“. Dass das wieder für die nächsten Jahre möglich ist mit dem JA der deutschen Bundesregierung, führt das ganze Gerede um Renaturierung und Biodiversität ad adsurdum.

Wir haben darüber mehr berichtet als über die kleinen Probleme der Bienenpflege unserer Imkerschaft. Das sollte sich ändern, wenn wir vor allem mit unseren Leidensgenossen in den landwirtschaftlich genutzten Regionen verkünden können, dass der Pestizideinsatz auf dem Rückzug ist. Das aber ist nur durch Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen. Und für diesen Ansatz gibt es nun eine neue Perspektive.

Es war wieder Klaus Wenzel, der wie auch viele andere, mit denen wir verbunden sind, für die Insekten im Netz immer unterwegs ist, der mir diese frohe Kunde zugetragen hat. Es ist gut, dass man nicht nur immer Schlimmes findet. Es ist wieder eine dieser kleinen Chancen, die man sofort ergreifen muss. Wir Imker in den Städten müssen die Sorge nicht zwingend teilen. Doch wir haben die Verpflichtung und Verantwortung, unser Wissen um die Probleme bei der Pflege der Honigbienen nicht nur in die Nachbarschaft sondern soweit wir können, auch in die Welt zu tragen.

So wollen wir denn zunächst den 20. Mai dick in unseren Bienenkalender schreiben. Auf Antrag der Slowenischen Imker, unterstützt von den EU-Mitgliedsstaaten (unsere Politiker müssen gefehlt haben) ist dieser Tag

von der UN zum Weltbienentag

ausgerufen worden. Nutzen wir diese Chance, um allen, die wir kennen, nun vor allem an diesem Tag alle Probleme um die Bienenhaltung und die Insektenwelt mitzuteilen.

Vor allem wir Imker sind die Anwälte für diese so gefährdete Tiergattung. Das Jahr 2018 kann damit der Start auch für erfolgreiche Verkündungen sein. Es wäre dabei unerlässlich, wenn auch unsere Politiker sich das ganz besonders zu Herzen nähmen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin Zehlendorf und Umgebung e.V.
26.12.2017

UN führt Weltbienentag ein

Von: Samuel White | EURACTIV.com | translated by Tim Steins
21. Dez. 2017 (aktualisiert:  21. Dez. 2017)


Ab sofort ist der 20. Mai Weltbienentag. [Shutterstock]

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Der Vorschlag dafür kam aus Slowenien. Er wurde von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Mit dem Bienentag soll das Bewusstsein über die wichtige Rolle der Insekten und die schwindenden Bestände geschärft werden.

Die Entscheidung wurde am gestrigen Mittwoch bei der UN-Generalversammlung in New York getroffen. Mit dem Weltbienentag soll „durch Bildung und Aktivitäten das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind sowie ihr Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung erhöht werden,“ heißt es in der Entschließung.

Bienen und andere Bestäuber sind essenziell wichtig für die globale Lebensmitteproduktion und tragen zur Lebensmittelsicherheit bei. Laut Schätzungen des Weltrats für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) schaffen sie mit ihrer „Arbeit“ einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 577 Milliarden US-Dollar.

Außerdem sind die Insekten ein wichtiger Bestandteil vieler Ökosysteme und werden als guter Indikator für ein gesundes Ökosystem angesehen.


Bienen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt. [Olga Kok/Shutterstock]

Spanisches Landwirtschaftsministerium warnt: Das Bienensterben geht weiter

Die Honigproduktion ist gesunken, warnt das spanische Landwirtschaftsministerium. Das Bienensterben sei eine ernste Gefahr für die globalen Lebensmittelketten.

In Europa sind die Bestände an Bestäuber-Insekten in den vergangenen 30 Jahren um bis zu drei Viertel zurückgegangen. Die genaue Ursache dafür ist unklar, viele Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der vermehrte Einsatz von Neonikotinoiden als Pflanzenschutzmittel eine wichtige Rolle spielt.

Diese weitläufig genutzten Pestizide haben Auswirkungen auf die Nervensysteme von Insekten sowie auf ihr Gewicht und ihre Fortpflanzungsorgane. Normalerweise werden sie vor der Aussaat auf Samen aufgetragen. Tatsächlich absorbieren die späteren Pflanzen jedoch weniger als 20 Prozent der Chemikalien; der Rest sickert in die Umgebung ein.

Slowenien, das den Antrag für den Weltbienentag gestellt hatte, verbietet seit 2011 die Nutzung von Neonikotinoiden und ist somit eines der ersten EU-Länder, das in dieser Hinsicht gehandelt hat. Die EU hatte im Jahr 2013 einen Stopp für drei Neonikotinoid-Verbindungen verfügt. Inzwischen wird über ein Komplettverbot diskutiert.

In Slowenien hat die Bienenhaltung eine lange Tradition. Jeder 200. Slowene ist Imker – der höchste Wert weltweit. Das Land hatte sich bereits seit drei Jahren bei der UN für einen offiziellen Weltbienentag eingesetzt.
Vize-Premierminister Dejan Židan begrüßte die Entscheidung der UN-Generalversammlung. Er erklärte: „Dies ist nur der Anfang eines schwierigen Prozesses zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber. Um erfolgreich zu sein, müssen wir die Regierungen aller Länder, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft an Bord holen.”

Er forderte weiter, es müssten konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um die Bienenhaltung überall auf der Welt voranzutreiben.

Slowenien will nun eine internationale Imkerschule aufbauen, in der (angehende) Imker aus aller Welt, insbesondere aus Entwicklungsländern, Grundwissen für den Umgang mit den wichtigen Insekten erlernen sollen.