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Regionalkonferenz Bienen 21.06 2016 beim BMEL

– Bienen in der Kulturlandschaft –

In Behörden-gerechter Zeit von 9.00 – pünktlich um 17.10 konnte man Vieles erfahren über Bienen, über das fehlende Nahrungsangebot und über die zaghaften Versuche von Gemeinden, aus Rasenflächen einen von April bis Oktober blühenden Acker zu schaffen. Das macht immerhin hoffnungsfroh; auch dass man versucht, Landwirte zu überzeugen, Teile ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche für wilde Blüten herzugeben.
Doch Bienen in der Kulturlandschaft, die gibt es heute nur in ganz seltenen Fällen. Das wären historisch gewachsene Flächen, ein Biotop für die unterschiedlichsten Lebewesen. Sie wiederherzustellen, wäre die hauptsächlich von Naturfreunden angestrebte Rekultivierung. Das aber wurde de facto nicht thematisiert.

Herr Minister Christian Schmidt ist trotzdem voller Zuversicht, dass es den Bienen wieder besser geht, weil sie doch 2 Mrd. € Wert haben hinsichtlich der landwirtschaftlichen Produktionserträge. 80% Bestäuberleistung stecken dahinter. Er hofft auch auf eine bessere Risikobewertung durch das hauseigene Bieneninstitut am bundeseigenen JKI, dass nunmehr von Herrn Dr. Pistorius geführt wird. Lebensräume für die Insekten sollten verstärkt auch durch die Eh da-Flächen (Die Wortdefinition bleibt unausgesprochen.) gewonnen werden. Bienen sollen für die Landwirtschaft kein Nebeneffekt sein sondern ein besonderes Anliegen. Das gilt sowohl für die ökologische wie auch für die konventionelle Landwirtschaft.
Wobei anzufügen wäre, dass die konventionelle Landwirtschaft auch einmal ökologisch war.

Herr Maske als Präsident des Deutschen Bienenverbandes glaubt, dass der Landwirtschaftliche Ertrag durch eine verbesserte biodiversitäre Landschaft noch um rd. 30% zu steigern wäre. Das Problem der Bienenkrankheiten insbesondere durch die Übertragung durch die Varroa ließe sich in Zukunft u.U. durch eine genetische Veränderung der europäischen Biene verbessern.

Der Agrarökologe Matthias Trapp machte die Artenvielfalt in den Kommunen deutlich. Kombinierte Lebensräume mit Nahrungs- und Habitatangebot für die Insekten seien von besonderer Wichtigkeit. Auch hier wurden die Eh da-Flächen als gute Möglichkeit gesehen.

Wie man aber bei den kleinen zur Verfügung gestellten Flächen Habitate bzw. Biotope schaffen kann, bleibt sehr fraglich. Die Blüten alleine locken vor allem keine solitären Wildinsekten an.

Wilhelm Brinkmann als engagierter Imker zeigte die vielen Möglichkeiten auf, wie man aus Brachen und nur praktischen Rasenflächen für viele Monate des Jahres herrlich blühende Flächen schaffen kann. Der launig vorgetragene Bildereigen zeigte viele Möglichkeiten auf, wie man mit Engagement Gemeinden in Blütenmeeren versinken lassen kann.

Irgendwann wird er verraten, welche Mischungen, die er mit Daniele Felger (?) oder anderen zusammengetragen hat. Er wird uns noch beraten müssen über die Bodenbeschaffenheit, nachdem das Gelände min. 50 cm tief ausgefräst wurde.

Die Sicherung von Lebensräumen für Bestäuber ist ein Anliegen der Mitglieder des Städtetages Abt. Umwelt und Naturschutz. Das Projekt Städte wagen Wildnis soll dabei ein Baustein sein, sagte den Anwesenden Axel Welde.
Dass dabei die Städte am wenigsten vom Rückgang der Arten von Pflanze und Tier betroffen sind, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Herr Henning Schwarz als Leiter Umweltschutz der Deutschen Bahn – hier Netz AG könnte sich die Ansiedlungen von Imkern und Bienen auf den Flächen der DB (immerhin nach den Kirchen größter Grundstückseigner in Deutschaland) vorstellen. Infrastrukturen aber für Imker könnten nicht bereitgestellt werden. Im Rahmen eines langjährigen Pacht- oder Gestattungsvertrages ließen sich aber auch Vereinbarungen über Investitionen regeln. Zu berücksichtigen ist dabei aber auch, dass das Gleisnetz der DB auch weiterhin mit Glyphosat frei gehalten wird.

Das summende Rheinland beschrieb Heiko Schmied für NRW. Die Greeningtabelle für die Berechnung von Ökologisierungsprämien durch die EU kann im Internet gelesen werden. Es wäre die Basis bei der Schaffung von ökologischer Vorrangflächen. Probleme bei der zur Verfügungstellung von Flächen und Randstreifen unterschiedlicher Breite wurden aufgezeigt. Hier sollte man bei den Diskussionen mit den landwirtschaftlichen Betrieben die Ergebnisse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zu Rate ziehen. Nicht alles, was gut ist, ist auch Prämien-sicher.

Burkhard Golla vom JKI stellt das Projekt geobee vor. Die für Jedermann zugängliche Internetplattform zeigt die Abhängigkeit von Trachtpflanzen und Wildbienenaufkommen. Die einzelnen Trachtpflanzen sind mit Darstellung der Pollen aufgezeichnet. Es ist eine bewusst offene Datenbank, in die man sich deutschlandweit gerne einbringen kann.

Nahrungsverfügbarkeit und Fitness der Honigbienen in Abhängigkeit von Standort und Wetter. Christoph Otten zeigt für die unterschiedlichsten Regionen von Deutschland die Entwicklung des Honigertrages im Jahr auf. In dies Projekt sind nur Imker mit den modernsten Waagensystemen eingebunden (Das System wurde nicht verraten!). Durch den Sitz des Fachzentrums Bienen und Imkerei im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum , Rheinland-Pfalz konnten hier auch die dichtesten Erhebunsparameter gefunden werden.

Dorothee Lüken vom LAVES-Institut für Bienenkunde zeigte die Ertragsergebnisse von Imkern auf. Es wurde unterschieden zwischen Stadt-, Land- und Wanderimker. Dass auf Grund der Blütenvielfalt und der Blühpflanzendichte die Städte am besten abgeschnitten haben, hat nicht überrascht. Interessant aber waren die jahreszeitlichen Abhängigkeiten und der Vergleich der letzten Jahre auch im Vergleich mit Wetter und Klima.

Gedanken zur zeitgemäßen Beratung, Aus- und Fortbildung von Imkern hat Ralph Büchler vom Bieneninstitut Kirchhain vorgetragen. Bei rd. 10.000 angemeldeten Neuimkern pro Jahr sollte dringend ein Imkerberatungsdienst eingeführt werden. Ebenso ist die Qualität der Jungimkerausbildung grundsätzlich an theoretischen und begleitenden praktischen Lehrgängen zu orientieren. Die Ausbildung und das Heranführen an die Imkerei nur aus der Literatur oder über das Internet sei eine schlimme Entwicklung.

Björn Wilcken stellt sich als Veterinär und Vertreter des Veterinäramtes von Berlin-Mitte zuständig für die Bezirke Tempelhof und Schöneberg vor. Er erklärt die Wichtigkeit seiner Aufgaben im Hinblick auf die Erkennung und Beseitigung von Bienenkrankheiten. Dem Veterinär fällt gerade in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Berlin eine besondere Aufgabe zu. Insofern ist es besonders wichtig, die Einzelstandorte der Bienen zu kennen, um bei Auftreten einer Krankheit hinsichtlich eines Sperrbezirks reagieren zu können.

Werner von der Ohe vom LAVES – Institut für Bienenkunde, Celle beschreibt die Zusammenarbeit von Imkern und Veterinärbehörden. Hierbei werden die Schwierigkeiten deutlich für die Imker in den neuen Bundesländern. Veterinärbehörden für die Belange der Imker gibt es hier häufig noch nicht. Ähnliches gilt die Versorgung von Imkern über Bieneninstitute.

Eine abschließende Diskussion mit Torsten Ellmann, Werner von der Ohe, Jens Pistorius, Henning Schwarz, Björn Wilcken und Jörg Kalisch schloss die Referentenrunde.

Den Schlussakkord aber setzte Bernhard Polten, der noch nicht lange für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft tätig ist. Seine Sachkunde aber überraschte hinsichtlich der Zusammenfassung der Einzelthemen und Vortragsschwerpunkte dieses Tages. Welche Position Herr Polten im Hause BMEL genau bekleidet, werden wir noch herausfiltern. In jedem Fall aber freut er sich auf eine Weiterführung der Diskussion auch mit Beiträgen an das BMEL.

Da mag man denn doch sehr gespannt sein. Bis heute sind nach meiner Ansicht aus den vielen Gremien und Arbeitszirkeln hinsichtlich der blumig angekündigten Rückeroberung der Biodiversität für die landwirtschaftlich genutzten Flächen einige wenige Ackerrandstreifen herausgekommen. Die Diskussion aber hat sicherlich schon das Zehnjährige erreicht. Naturschutz- und Baumschutzbestimmungen sind auch heute noch vielfach Länder- oder gar Gemeindesache. So wird das mit der Renaturierung, der pestizidfreien oder pestizidreduzierten Landwirtschaft oder gar mit einer Rekultivierung in absehbarer Zeit nichts. So werden weitere Wildbienen und andere Bestäuber selbst von der Roten Liste verschwinden. Es gibt sie dann nicht mehr. Beruhigend aber ist (Das ist ironisch gemeint!), dass man sich wohl immer für neue Landschaften mit neuen Bienenvölkern bedienen kann, solange die vielen Stadtimker eine verantwortliche Imkerei betreiben. Hier herrscht ein Überangebot. Und die Naturschutzverbände werden in ihrem unermüdlichen Tun weiterhin dazu beitragen, dass doch die eine oder andere Gattung von Pflanze und Tier zu retten ist. Letzteres stört den Einen oder Anderen, wie eine Zwischenruferin am Ende der Veranstaltung verlauten ließ. Es wird somit umso wichtiger sein, die Rettung der Bestäuber und ihrer Nahrungs- und Habitatangebote immer wieder anzumahnen.

Die Vortragsrunde zu diesem Bienenkongress hat uns in erster Linie vermittelt, welche Möglichkeiten es für Gemeinden es gibt, das Blütenangebot übers Jahr zu verstärken, gut für die Bienen und erst recht gut fürs Auge und damit für die Seele. Es wurde aber leider kein Konzept vermittelt, was zu tun ist für die Biodiversität im landwirtschaftlich genutzten Bereich. So werden wir wenige Imker finden, die ihre Bienen ohne zu erwartende Massentrachten (Raps und Sonnenblume sind Ausnahmen) außerhalb der Städte und Gemeinden anzusiedeln. Solange wir keine Hecken und den Baumbestand zurück gewinnen, wird es nichts mit der Rekultivierung.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

Forschung für den guten Zweck?

Am 08.Juni dieses Jahres weiht Herr Bundesminister Christian Schmidt das Fachinstitut für Bienenschutz im Julius Kühn-Institut in Berlin-Dahlem ein. Der Sitz der neuen Forschungseinrichtung befindet sich in Braunschweig. Leiter der Einrichtung ist der Dipl.-Agr. Biologe Dr. Jens Pistorius. Herr Dr. Pistorius ist seit vielen Jahren Mitarbeiter im Hause JKI. Im Rahmen eines Berufungsverfahrens wurde er zum 1. April 2016 als Leiter des neu gegründeten Institutes benannt.

Aus der Pressemitteilung des JKI vom 01.04.2016 geht hervor, dass zu den künftigen Hauptaufgaben des Instituts die Beratung der Bundesregierung zu Fragen des Schutzes von Honig- und Wildbienen und Erarbeitung von Entscheidungshilfen zählt.

Eine weitere Aufgabe ist die Erfüllung gesetzlich zugewiesener Aufgaben (was immer darunter zu verstehen ist) im Rahmen der zonalen und nationalen Prüfungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und der harmonisierten EU-Wirkstoffprüfung.

Das alles ist im Prinzip nicht schlecht. Doch garantiert eine Hausberufung eines bundeseigenen Instituts wirklich Forschungsneutralität? Die Bundesregierung, hier das BMEL, hat viele Interessen zu wahren. Die Interessen einer immer mächtiger werdenden Industrie, der landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe, an der Gesundheit der Bürger, am Wohlergehen der Imker und der für die Landwirtschaft so wichtigen Bestäuber sind zu berücksichtigen. Wer setzt hier Prioritäten? Wer beeinflusst hier wen? Wer achtet auf die Neutralität der Forschungsergebnisse und der Berichterstattung?

2009 wird im Deutschen Bienenjournal (Heft 4/2009) Herr Pistorius als Kriminologe in Sachen Bienengifte gesehen. Imker können den Verdacht der Vergiftung der Bienen untersuchen lassen. Das Beizmittel Clothianidin wird als ein Hauptverursacher für das Bienensterben regional unterschiedlich erkannt.
In den DLG-Mitteilungen (3/2009) schreibt Herr Pistorius unter „ Das Feindbild vieler Imker „ dass die Bienenschäden in Deutschland zurückgehen, wenngleich die größte Anzahl an Vergiftungen seit 30 Jahren gerade 2008 festgestellt werden musste. Er beschreibt auch die mögliche Wechselwirkung und Beeinflussung von Pflanzenschutzmitteln bei Nosema erkrankten Bienen besteht. Daneben finden wir eine halbseitige Anzeige von Syngenta. Wie geht das denn zusammen? Er sucht nach Ursachen der Vergiftung durch unsachgemäßen Gebrauch der Pestizide. Die Staubemission müsse deutlich reduziert werden. Zur ganzjährigen Verfügbarkeit von Trachtquellen schreibt er, dass neben der Förderung von Randstreifenprogrammen ebenfalls der Anbau von blühenden Zwischenfrüchten eine vielfältige Kulturlandschaft mit vielen blühenden Kulturen der Bienengesundheit dient.

Rekultivierung nennt man das. Doch wer betreibt ein solches Programm ernsthaft? Es werden zu diesem Themenzyklus immer nur neue Kommissionen und Arbeitskreise national und international gegründet.

Der Tagesspiegel schreibt am 02.Juni 2016. „Weniger Gift, mehr Erosion“ über die Problematik von Glyphosat. Ralf Nestler recherchiert hier auch über die Mitarbeiter des JKI. Da geht es denn nicht mehr um Bienengesundheit. Ein klein wenig werden die Risiken für den Menschen beschrieben. Die Internationale Krebsagentur wird so nebenbei als untauglich beschrieben. Die Qualen der Landwirtschaft aber, die liegen den Mitarbeitern des JKI doch wohl sehr am Herzen. 5.000 – in Worten fünftausend – Tonnen Glyphosat werden jährlich in Deutschland auf Äcker und in Weinbergen versprüht und das nur auf rd. 40% der landwirtschaftlichen Anbaufläche, allerdings ohne Weinanbau- und Obstanbauflächen. Untersuchungen haben gezeigt, dass es schon jetzt außer der Belastung im Pflanzenmaterial auch eine zunehmende Belastung des Grundwassers besteht. Der Regen wird dreißig Jahre brauchen, das Gift aus dem Boden zu waschen.
Und die Schädigung der Bestäuber auch der Honigbiene könnte sein, aber will man doch auch eigentlich nicht so genau wissen. Warum werden die aufwendigen Untersuchungen von Prof. Randolf Menzel und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht ins Kalkül gezogen. Braucht man das alles nicht mehr zu machen, wenn es denn das Bundes-eigene Fachinstitut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut gibt. Da kommen doch hinsichtlich der bis jetzt ausgebrachten, sehr unterschiedlichen Sichtweisen große Zweifel auf.

Bayer möchte Monsanto kaufen. Das wird wohl auch geschehen oder umgekehrt. Wird es dann noch ein Veto für den Einsatz von Glyphosat geben? Da wird dann wohl kein Bundes-eigenes Institut gesundheitliche Risiken entdecken.

Der Unterzeichner dieser kritischen Betrachtung ist kein wissenschaftlicher Biologe oder Biochemiker. Er ist lediglich ein sehr aufmerksamer Betrachter und sorgenvoller Beobachter seines Umfeldes, vor allem wenn es um die Gesundheit und vor allem um die seiner Kinder geht. Er ist einer von rd. 104.000 Imkern des DIB in diesem Land, die versuchen, die ihnen anvertrauten Tiere, so wie es die Natur zulässt, am Leben zu erhalten und möglichst ohne Krankheiten und Parasitenbesatz durch den nächsten Winter zu bringen.
Man darf gespannt sein, was die Regionalkonferenz Bienen des BMEL am 21.06.2016 an neuen Erkenntnissen bringt?

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

Dem Deutschen Bienenvolke

Wir erinnern uns an die Plakatidee von Peter Schömbs zum Imkertag 2011 mit dem Geburtstagsjubileum 90 Jahre Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

Imkertag2011_Plakat001

Heute 2016 nun hat unser Vorsitzender Dr. Benedikt Polaczek das Leben in diesen Bienenstock gebracht. Hoffen wir auf eine gute Entwicklung und hoffen wir, dass unsere Politiker den Bienen die Aufmerksamkeit schenken werden entsprechend der Wichtigkeit in unserer Ernährungskette.

dR

Berliner Morgenpost
26.04.2016, 05:51
Dem Deutschen Bienenvolke
50.000 Tiere bekommen ein Zuhause direkt neben dem Reichstag

Berlin.  Bienen sind schwer regierbar. Jedenfalls weigern sie sich, emsig im Regierungsviertel auszuschwärmen, nur weil gerade ein Dutzend Kameras auf ihren Stock gerichtet ist. Es sei zu kalt, erklärt Bärbel Höhn, Grünen-Abgeordnete und Tochter eines Hobby-Imkers. „Die sind deshalb ein bisschen ruhig.“ Trotzdem ist man im Bundestag, wo am Montag 50.000 Bienen gleich neben dem Reichstag ein neues Zuhause gefunden haben, guter Hoffnung: Im Sommer soll es Honig geben.
Fraglich ist, ob sich der Namensvorschlag des SPD-Abgeordneten Martin Burkert durchsetzt. „Umweltfreundlicher Verkehrsflughonig“, schlägt der 51-Jährige vor, schließlich sei er Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Höhn Vorsitzende des Umweltausschusses. Auch die Königin des Bienenvolks ist noch namenlos.

Das rot-grüne Gemeinschaftprojekt hat ein pädagogisches Ziel: Die Politiker wollen darauf hinweisen, wie schwer es Bienen und Insekten in Deutschland haben, und wie wichtig sie für die Ernährung sind. Was den Bienen vor allem zu schaffen macht: Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft. Deswegen sammeln sie in der Stadt besseren Honig als auf dem Land, sagt Benedikt Polaczek, der an der Freien Universität Bienenhaltung unterrichtet. Es wird weniger gespritzt und es gibt mehr Blütensorten.

Bienen-Rettung ist en vogue. Die baden-württembergische Landesregierung ist stolz auf ihren „Regierungshonig“. Und auf dem Dach der Landesvertretung Brandenburg in Berlin wur-den vergangenen Juli die ersten 30 Kilo Honig geerntet. Im Bundestag waren nicht alle begeistert. Unter anderem hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert Bedenken, weil es immer wieder Probleme mit Wespen­stichen gab. Erfahrungen mit Haustieren hat man in den Büros der Parlamentarier wenig. „Ich hab schon mal eine Maus bei mir gehabt“, berichtet Höhn. „Da war ich froh, als sie wieder weg war.“

Bienen-Killer No 1

Am 14.06.2016 19:00 Uhr wird Herr Prof. Dr.-med. Klaus-Werner Wenzel einen Vortrag zum Thema halten. Die Kurzform wurde bereits am 01.12.2015 im Rahmen eines Symposiums zum Themenkreis „Einfluss der Neonikotinoide auf die Insekten“ gehalten. Inhalte der Gutachten und Forschungsergebnisse haben große Sorgen ausgelöst, weil viele Politiker , so scheint es, den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben. Abgesehen vom möglichen Krebsrisiko hat die Vernichtung der Bestäuber und damit der Rückgang der Biodiversität durch Pestizide fatale Folgen.

Herr Professor Wenzel hat sich als Humanmediziner dieser Thematik in ungewohnter Weise angenommen. Er hält Kontakt zu vielen namhaften Wissenschaftlern dieser Welt, verarbeitet Forschungsergebnisse und Gutachten und macht durch den interdisziplinären Austausch dieser Ergebnisse mit reicher Bebilderung die uns bedrohenden Gefahren deutlich. Dies alles wird leicht verständlich vorgetragen. Ungeachtet ist es für einen Menschen, der bemüht ist, ein möglichst gesundes Umfeld zu erhalten, eine schwere Kost.

Nicht nur für Imkerinnen und Imker dieser Stadt sind die angebotenen Inhalte und die
anschließende Diskussion von Interesse. Politiker und Naturschützer sollten dringend
zum Zuhörerkreis gehören.

Weitere Inhalte und eine Lageplanskizze finden Sie hier: Vortrag und Anreise.

Hersteller und Bundesinstitut sollen Krebsrisiken von Glyphosat verheimlicht haben

Umweltschützer haben Strafanzeige gegen den Pestizidhersteller Monsanto und das Bundesinstitut für Risikobewertung gestellt. Sie sollen Krebsrisiken von Glyphosat verschleiert haben. 
VON SARAH KRAMER

DER TAGESSIEGEL vom 22.04.2016
veröffentlicht den nachfolgenden Text unter dem Titel:
Glyphosat: EinFall für den Staatsanwalt?

Umweltschutzorganisationen aus ganz Europa, darunter das Umweltinstitut München, haben Strafanzeige wegen Betruges gegen den US-Chemiekonzern Monsanto, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) gestellt. Sie sollen bei der Bewertung des umstrittenen Pestizids Glyphosat Studien bewusst falsch ausgelegt haben, um die Wiederzulassung des europaweit meist genutzten Pflanzenvernichtungsmittels zu ermöglichen.

„Die Pestizidhersteller haben diesen Studien bereits im Zulassungsantrag fälschlich methodische Fehler unterstellt. Das BfR hat diese Falschdarstellungen kritiklos übernommen“, sagte der Bremer Epidemiologe und Gutachter Eberhard Greiser am Donnerstag. „Mein Eindruck ist, dass auf diese Weise praktisch alle epidemiologischen Studien, die der Wiederzulassung von Glyphosat im Wege stehen, systematisch aussortiert wurden.“

Die WHO stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission verhandeln seit mehreren Monaten über die erneute Zulassung des Breitbandpestizids. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat Anfang des Jahres als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft; Hersteller wie Monsanto und das BfR haben dieser Einschätzung widersprochen und das Pflanzenschutzmittel als „nicht krebserregend“ eingestuft.

Dabei hätten selbst von der Industrie eingereichte Krebsstudien mit Labormäusen signifikante Tumorfunde ergeben, über die auch das BfR informiert gewesen sei, sagte Gutachter Greiser am Donnerstag. Er verwies zugleich auf eine öffentlich zugängliche Untersuchung aus dem Jahr 2001, wonach der Kontakt mit Glyphosat bei schwangeren Frauen zu einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko in der zweiten Schwangerschaftshälfte führen kann.

Krebserregende Wirtstoffe sind in der EU verboten
Laut den EU-Vorgaben für die Zulassung von Pestiziden müssen Pflanzenschutzmittel verboten werden, wenn sie nachgewiesenermaßen onkogenes Potenzial haben, also Krebserkrankungen hervorrufen können. Wird in zwei voneinander unabhängigen Tierstudien Krebs nachgewiesen, darf der Wirkstoff in der EU nicht zugelassen werden. Im Fall von Glyphosat sei das klar gegeben, sagte Greiser.
Die EU-Kommission will Mitte Mai über die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels entscheiden.
Sarah Kramer

Das Europa-Parlament hat bereits dafür gestimmt, die Nutzung des Wirkstoffs für weitere sieben Jahre zu gestatten. Zudem forderten die Abgeordneten weitere Informationen über mögliche gesundheitlichen Folgen des Herbizids. Forderungen von Grünen und Teile der Linken, die Zulassung gar nicht zu erneuern, fand damit keine Mehrheit. Allerdings ist das Votum des EU-Parlaments für die Entscheidung der Kommission nicht bindend.

In Deutschland werden 40 Prozent der Ackerflächen mit Glyphosat behandelt
Nach Angaben des Europaparlaments ist der weltweite Verbrauch von Glyphosat in den vergangenen Jahrzehnten um das 260-Fache angestiegen – von 3200 Tonnen im Jahre 1974 auf 825.000 Tonnen im Jahre 2014. In Deutschland werden etwa 40 Prozent der Ackerfläche mit glyphosathaltigen Pflanzengiften behandelt. Wie sich Deutschland bei der Abstimmung über eine Neuzulassung verhalten wird, ist noch nicht klar.

Kommentar des IVBZUUEV
Wie soll ein Imker die Glaubwürdigkeit von Volksvertretern für die Region, das Land oder gar den Kontinent einschätzen?
Zwei Verdachtsmomente stehen im Raum:
1. Glyphosat ist krebserregend.
2. Glyphosat schadet allen Insekten und Bestäubern.

Zu beiden Fällen gibt es die unterschiedlichsten Gutachten bzw. Forschungs-ergebnisse. Da aber die Interessenlagen vom Hersteller der Chemikalie und die der Verbraucher völlig verschieden sind, muss mit gesundem Menschenverstand und sachdienlichem Verstand insbesondere hinsichtlich einer für Mensch und Tier verträglichen Umwelt geurteilt und entschieden werden. Sind aber die möglicherweise schädlichen Einflüsse des Insektizids bis heute auch nur mit einem kleinen Fragezeichen versehen, darf es keine Genehmigung für einen weiteren Einsatz geben. Es kommt hinzu, dass der ökonomische Gewinn für die Landwirtschaft durch den Einsatz der Mittel als derartig unbedeutend nachgewiesen wurde. Damit steht alle Zeit der Welt zur Verfügung, zunächst wirklich alle Gutachten kritisch und neu zu bewerten.

Viele Imker in unserer Stadt sind in der Zwischenzeit soweit sensibilisiert, dass sie sich gern in Verkaufsgespräche einmischen, bei denen es um den Insektizideinsatz geht. In den Privatgärten unserer Städte brauchen wir keine chemischen Mittel gegen Insekten oder Kräuter. Wir brauchen nur mehr Aufklärung über die negativen Auswirkungen dieser Mittel auf die Gesundheit von Menschen und Tieren. Wir brauchen Aufklärung hinsichtlich ökologischer Methoden. Es dabei nicht nur um die Auswirkungen auf die Gesundheit sondern auch um die Auswirkung auf eine fatale ökonomische Entwicklung. Die meisten Pflanzen sind hinsichtlich des Ernteergebnisses auf Bestäuber angewiesen. Und es tröstet wenig, wenn wir eines Tages zwar Obst und Gemüse nur noch als Raritäten für Wenige zur Verfügung haben. Und es kann auch nicht beruhigen, dass wir das alles in betrunkenem Zustand erleben dürfen, weil der Wein windbestäubt wird.

Für einen Politiker muss hinsichtlich der Entscheidungsfindung das Wohlergehen der Mehrheit der Menschen oberstes Gebot sein. Solange es nur den kleinsten Zweifel an der Richtigkeit eines Gutachtens oder Forschungsergebnisses gibt, darf keine risikobehaftete Entscheidung getroffen werden. Besteht der Verdacht der Krebserregung, besteht der Verdacht der negativen Beeinflussung von Bestäubern durch Pestizide, darf es keine Zulassung für den Einsatz geben. Das Pestizid leitet sich im Wortstamm von pestis, der Seuche der Geißel ab. Das klingt nicht nach Gesundheit, nicht nach Leben.
dR