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    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.

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Imkerpraxis

Literatur

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Verein

Interessantes anderswo

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Berliner Bienenvölker 2017

Ungewöhnlich hohe Verluste für Berliner Imker über den Winter


Bienen auf einer Bienenwabe in Alt Zeschdorf im Landkreis Märkisch-OderlandFoto: picture alliance / Patrick Pleul

B.Z., 30. April 2017 09:08 Aktualisiert 15:21

Etwa ein Fünftel der Berliner Bienenvölker ist nicht über den Winter gekommen. Das sind mehr als üblich.
Die Mitglieder des Imkerverbands hätten damit höhere Verluste als üblich hinnehmen müssen, sagte der Verbandsvorsitzende Benedikt Polaczek der Deutschen Presse-Agentur. In der Vergangenheit hätten die Werte deutlich niedriger gelegen, bei 10 bis 13 Prozent.

Wahrscheinlich spielten mehrere Ursachen eine Rolle, so Polaczek. Eine Schlüsselrolle komme den Winterbienen zu, die ausreichend Fettreserven bräuchten, um das Volk über den Winter zu bringen. Pestizide seien in der Stadt aber weniger ein Problem als auf dem Land.

Auch Brandenburger Imker mit heftigen Verlusten
Auch Brandenburger Imker hatten kürzlich heftige Verluste beklagt – dort starben laut Angaben 40 Prozent der Bienenvölker. Als Hauptursachen wurden die Varroamilbe, die Ausbreitung von Mäusen und der Klimawandel genannt.
Neben dem Imkerverband mit rund 1200 Mitgliedern, vor allem Hobby-Imkern, gibt es in Berlin zahlreiche nicht organisierte Halter. Der ganz große Stadtimker-Boom ist aus Sicht Polaczeks aber vorbei. „Die Leute haben begriffen, dass Imkerei Arbeit ist und auch Geld kostet.” Rund 1000 Euro müssten Interessierte für den Start der ersten eigenen Bienenvölker aufbringen. „Es ist auch eine Verpflichtung, dann für die Bienen zu sorgen”, sagte Polaczek.

Er misst das Interesse an der Nachfrage nach kostenlosen Einführungskursen in die Imkerei, die er an der Freien Universität gibt. Der Höhepunkt sei vor etwa drei Jahren mit bis zu 165 Teilnehmern an manchen Kurstagen gewesen. Seitdem sei die Interessentenzahl wieder rückläufig.

Stadtbienen schwärmen erst Anfang Mai aus
Mit dem ersten Schwärmen der Stadtbienen rechnet Polaczek in diesem Jahr erst in diesen Tagen, Anfang Mai. Das sei etwas später als zuletzt. „In früheren Jahren war es im April schon viel wärmer”, so der promovierte Agraringenieur und Imkermeister. Zu dieser Jahreszeit vergrößert sich das Bienenvolk. Es versucht mit dem Schwarmtrieb, sich zu teilen und so seine Staaten zu vermehren. Imker versuchen, dies kontrolliert zu lenken.

Eine Biene Ende März auf der Krokuswiese im Humboldthain  (Foto: Christian Barth)

Grundsätzlich sieht Polaczek die Stadtbienen bei guter Gesundheit. Das liege auch daran, dass Städter eher ein Verständnis für bunte Landschaften hätten – Blumenvielfalt an Baumscheiben und auf Balkonen etwa seien genau das, was Insekten brauchen. Die Artenvielfalt kann deshalb in der Stadt höher sein als in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft. Mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und dem Anbau in Monokulturen geben Umweltschützer der Branche eine Mitschuld am Rückgang von Insektenarten – auch hier ist die Stadtbiene eher im Vorteil.

Dennoch begrüßt der Berliner Imkerverband, dass die Stadtreinigung BSR kürzlich den Verzicht auf den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat angekündigt hat. „Es gibt keine Chemie ohne Nebenwirkungen”, so Polaczek. Weitere für Bienen schädliche Stoffe wie Insektizide aus der Gruppe der Neonikotinoide kämen allerdings auch in Produkten vor, die Anwender für harmlos halten, betont er. Die Stoffe könnten etwa in Mitteln zur Entflohung von Haustieren enthalten sein.

Kommentar zum Nationalen Bienenaktionsplan (2017) und zum Schlussbericht des Deutschen Bienenmonitoring (2011-2013)

Fünf Seiten für den Nationalen Bienenaktionsplan und fünfundsechzig Seiten Schlussbericht für das Deutsche Bienenmonitoring (abgeschlossen 2013, vorgestellt 2017!) lassen ein wenig Spiel für Kommentare und ergänzende Meinungen.

Zunächst einmal sind Forderungen – an wen auch immer gerichtet – immer schlecht, wenn ein erfolgreicher Dialog angestrebt wird. Fundierte Forschungsergebnisse – öffentlich zugänglich und überprüfbar – sind Grundsteine für eine zwangsläufige Änderung bestehender Praktiken beim Gebrauch von Mitteln und Gerät für die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte, wie auch die Erfahrungen der vielen Praktiker (z.B. Imker).

Weiterhin fehlt die Trennung der Dialogebenen für die domestizierte Honigbiene und die wilden Bestäuber. Hier sind die Interessen der Imker und die der Umweltschützer nicht immer kongruent. Sie können aber in Einklang gebracht werden.

Erfahrungen außerhalb der produzierenden Landwirtschaft werden nicht berücksichtigt. Es gibt unterschiedliche Gesetzgebungen. Naturschutz und Baumschutz werden länderspezifisch sehr verschieden gedeutet, angewendet und häufig nur den landwirtschaftlichen Bedürfnissen angepasst.

Dann gibt es die zwei unterschiedlichen Betrachtungsweisen bei der Diskussion über die Pestizide. Diese schaden zum einen den Bestäubern, indem sie sie vernichten oder durch den erzeugten Nahrungsmangel vertreiben bis hin zur Ausrottung. Sie können aber zum anderen dem Verbraucher landwirtschaftlicher Erzeugnisse schaden, wenn die Rückstände dieser ungesunden chemischen Mittel im Lebensmittel nachweisbar sind. Hier muss schon der begründete Verdacht der körperlichen Schädigung ausreichen, diese Mittel nicht mehr einzusetzen.

Letztlich gibt es dann noch die Plausibilität zahlenmäßig ermittelter Ereignisse. Hier allerdings ist zunächst die Honigbiene als brauchbares Medium einzusetzen. Dankenswerterweise hat der Deutsche Imkerbund über viele Jahre viel brauchbares Zahlenmaterial zusammengetragen und veröffentlicht, das aber wohl wenig Beachtung findet. Der Unsicherheitsfaktor nicht registrierter Imker soll hierbei nicht beachtet werden, da er wohl nicht signifikant ist. Greift man die Bienendichte für Berlin mit über 6 Bienenvölkern/km² heraus, wird deutlich, dass Mecklenburg Vorpommern mit 0,64 Bienenvölkern/km² sicherlich unterversorgt ist. Empfehlungen der Literatur gehen von min. 3 Bienenvölkern/km² aus. Hier sind aber keine Forderungen aufzustellen, sondern die Notwendigkeit für eine Änderung aufzuzeigen. Dass sich die Bienendichte für Berlin in den Monaten Juni/Juli/August noch verdoppelt, sollte auch der Politik zu denken geben.

Das Landgericht Berlin hat einmal vorgetragen, dass Behörden sich gerne der Plausibilitätsanalyse bedienen. Sie urteilen nach riechen, schmecken und hören. Dass die Sinneswahrnehmung des Sehens besonders wichtig ist, wurde wie auch der Tastsinn vergessen. Nimmt man also einmal alle Sinne zusammen, dann wird die Wissenschaft fast entbehrlich. So kann man dann den „Gesunden Menschenverstand“ als Entscheidungskriterium bezeichnen und möglichst auch anwenden.

Die Möglichkeit für eine Veränderung der Landschaft liegt in einer Rückführung vernichteter Erfordernisse. Bäume und andere Gehölze sind Massentrachten für die Honigbiene und andere Bestäuber und erforderlich für die Versorgung des Bienenvolkes für die Winterzeit. Fallen diese Trachten aus, wird diese Region für die Biene und damit auch für den Imker uninteressant. Massentrachten aus der zufälligen Felderwirtschaft (z.B. Raps) sollen dabei kein Betrachtungskriterium sein. Für einen Hauptanteil der landwirtschaftlichen Erzeugung ist die Honigbiene unentbehrlich. Mit rd. 50.000 Bienen/Volk ist diese Leistung zunächst entscheidend.

Daneben aber sind die wildlebenden Bestäuber von gleicher Bedeutung. Allerdings ist die Einschätzung durch Art und Anzahl schwer zu fassen. Die anzustrebende Basis wird einhergehen mit auch diesen Spezies. Allerdings werden dann auch die Erfordernisse der floralen Biodiversität deutlich. Damit wäre dann die trachtarme Zeit auch für die Honigbiene gesichert. Weitere Bedingungen (Habitate, Wasser, Brachen, Biotope) sind mehrfach beschrieben und stellen eine Selbstverständlichkeit dar.

Damit wird klar: Kehrt einmal das logische Denken für die Vorgänge in der Natur zurück, kann die plausible Veränderung nicht schwer sein. Wenn dann noch auf das Denken das Handeln folgt, kann alles gelingen. Aber reden statt denken das geht nicht.

Der Mai ist nach dem kalten Frühjahr 2017 nicht mehr weit. Die Imker werden sich um die ihnen anvertrauten Tiere kümmern. Sie werden sich nicht mehr an den vielen Diskussionen um die Gefahren für die Bestäuber beteiligen können – bis zum September, wenn das aktive und arbeitsintensive Bienenjahr ausklingt. Ein Imker, der sich informiert, der sich kümmert, muss keine Sorge haben, die Tiere in pestizidfreier Region heil durch den Winter zu bringen. Die Varroa ist in der Zwischenzeit ein beherrschbarer Feind geworden. Man darf dem Imker aber für die Zukunft nicht zumuten, eine kleine Nische zu suchen, um seine Bienen gefahrlos aufstellen zu können. Die Regionen außerhalb der Städte brauchen die Bestäuber jeder Art viel wichtiger als in der Stadt. Der immer wiederkehrende Verweis auf die wirtschaftliche Wichtigkeit ist dabei entbehrlich.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
28.04.2017

Imkerliches von der internationalen Bienenkonferenz in Berlin 2017

Es war ein reichhaltiges Angebot über zwei Tage im März in Berlin. Für eine von jeweils 3 Foren musste man sich entscheiden. 1. Pathogenes – die Gesundheit der Bienen Beeinflussendes, 2. Biodiversität mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten und 3. Pflanzenschutzmittel – Umweltschutz.

Für den immer neugierigen Imker war das eine schwere Kost. Schon die Ent-scheidung für ein Forum fiel nicht leicht. So können denn nur einige Stichpunkte erwähnt bzw. bewertet werden.

Der Bericht muss somit unvollkommen bleiben.

Man kann aber vorwegnehmen, dass die vielen Erfahrungen und Meinungen der Imker für die Zukunftsaussichten für die Honigbiene und die vielen anderen Bestäuber hier weitgehend eine wissenschaftliche Bestätigung gefunden haben. Umso erstaunlicher sind da im Nachhinein die Entscheidungen oder vermehrt die Nichtentscheidungen der Politik, hier nicht heilend einzuwirken. Es bleibt zu hoffen, dass sich das nun zeitnah ändern wird.
Josef Settele vom Helmholz-Zentrum bestätigt die Wichtigkeit der Bestäuber, die für den Ertrag von 75% der Nutzpflanzen und von 90% aller Pflanzen zuständig sind. 50 Nationen sind beteiligt an der Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen nicht nur für das IPBES. Es soll eine Plattform sein für die Wiederherstellung bzw. der Rettung weltweiter Biodiversität.

Mari Moora aus Estland zeigt die Gefahren des Klimawandels auf. Dies allerdings wurde im Hinblick auf die Pflanzen-Biodiversität vorgetragen. Die Bienen haben klimatische Veränderungen über viele millionen Jahre durch ständige Anpassung ertragen. Die derzeitige Klimaerwärmung aber hat gefährlich viel Fahrt aufgenommen und ist damit nicht mit früheren Phänomenen vergleichbar. Ein besonderes Problem ist dabei die geringe Anpassungsfähigkeit eines Pilzes (Mycorrhizal), der in Symbiose das Wachstum von 80% aller Pflanzen ausgehend vom Wurzelstock gewährleistet. Stirbt der Pilz, stirbt auch die Pflanze.

Der Verlust der Biodiversität bei der Entwicklung und Verbreitung von Haustierrassen war der von Roswitha Baumann vorgetragene Forschungsschwerpunkt für die FAO. Dass zukünftig die Honigbienen mit ins Programm aufgenommen werden, war wohl ein Produkt aus der Referentenwahl für diesen Kongress. Das für die Welternährung drittwichtigste Haustier wurde bis dato weitgehend vernachlässigt.

Überraschend war z.T. die wissenschaftliche Definition der Biodiversität. Bis jetzt wurde für den Durchschnittsbürger mit dem besonderen Hang zur Natur unter diesem Begriff die Artenvielfalt von Pflanze und Tier verstanden. Sie war schon heute in weiten Teilen verloren gegangen. Dass aber durch Sammlung von Sperma vieler unterschiedlicher Bienenrassen Kreuzungen gezüchtet werden, die dann zur verstärkten Biodiversität beitragen, das war doch zumindest überraschend. Diese weltweit gesammelten Samenspenden werden auch eingefroren, um hier in Zukunft weiter tätig sein zu können. Das Institut von Walter Sheppard ist federführend in dieser Entwicklung. Es mag im den USA ein Ausweg sein, da seit 1922 die Einfuhr von Bienenrassen aus Ländern außerhalb der USA verboten ist.

Das Projekt Smartbees, das von Kaspar Bienefeld vom LIB in Hohen Neuendorf vorgestellt wurde und mit 6,0 Mio € EU-Fördergeld betrieben wird, zeigt ähnliche Ansätze. Hier allerdings soll durch Züchtungen die Varroatoleranz verbessert werden. Eingestreute Beispiele von Versuchen in Nepal und Syrien haben für den einfachen Imker keinen Zusammenhang erkennen lassen. Da kann man nur gespannt sein, welche Forschungsergebnisse eines Tages auf dem Tisch liegen. Zur Zeit wird hier auch die Virenvielfalt, die von der Varroa ins Bienenvolk getragen wird, verstärkt untersucht.

Interessant waren die Ausführungen von James Cresswell, der in wissenschaftlich fundierten 10-Tagestests die Auswirkungen von Pestiziden auf den Organismus von Bienen dargestellt hat. Insbesondere wurden Toxiditäten von Produkten getestet, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Volker Grimm hat den Zuhörer mit Modelluntersuchungen vertraut gemacht. Diese Modellierungen sollen auf Grund von eingegebenen Einzeldaten Zukunftsperspektiven erkennbar werden lassen. Die Vielzahl der Axiomen aber lassen auch einen sehr unseriösen Gebrauch zu. Es beginnt mit der Eingabe von Daten, die für wichtig gehalten werden. Wer entscheidet das? Hier ist die Brauchbarkeit trotz der Entwicklungsleistung von Juliane Horn und Matthias Becher nach Vorlage der Ergebnisse kritisch zu hinterfragen. Interessenten sollten sich im Internet mit der Arbeit BEEHVE vertiefend beschäftigen.

Verfolgen sollte man die weiteren Ergebnisse der Forschung an der Plant Research in Wageningen, die von Sjef van der Steen dargestellt wurden. Der Einfluss von Pestiziden auf die Honigbiene, die Hummeln und Wildbienen – hier am Beispiel der Osmia – wurde hier in aufwendigen Feldversuchen durchgeführt und dargestellt. 2×60 Bienenvölker für Testreihen zu bewerten, scheint mehr als repräsentativ zu sein. Interessant sind dabei auch die Beobachtungen, dass eine Honigbiene bei der Nektar- und Pollensammlung ungern mehr als 1 km zurücklegt. Die bis jetzt immer angenommenen 4 km sind eher die Ausnahme. Eine Wildbiene z.B. sieht ihren Flugradius bei 150 m als Maximum an. Das sind entscheidende Erkenntnisse bei dem Versuch einer Rekultivierung ländlicher Regionen. Hier sind vor allem Erkenntnisse hinsichtlich der von den Bestäubern bevorzugten einjährigen Blühpflanzen, Stauden und Gehölze zu beachten. Über die fehlenden Habitate bei der Anlage von Blühstreifen wurde nicht gesprochen. Die empfohlene Anlage von Hecken mach diesen Hinweis aber möglicherweise auch überflüssig.

Die von Tom Steeger aus den USA vorgetragenen Methoden für wissenschaftliche Risikobewertung ist wohl ein imponierendes Instrumentarium für politische Entscheidungen in den vereinigten Staaten. Da aber die Datenbasis weitgehend auf den Mitteilungen auskunftswilliger Imker beruht, ist das Ergebnis zumindest sehr kritisch zu hinterfragen. Es kommt hinzu, dass man sich bei der Erarbeitung von Statistiken vieler Subinstitutionen bedient. Auf das Phänomen des auch für die USA gewaltigen Bienensterbens (500.000 Völker in einem Jahr) konnte nicht klärend eingegangen werden.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass wissenschaftliche Ergebnisse die Erkenntnisse von praktizierenden Imkern betätigen. Möglicherweise werden diese „Amateur-ergebnisse“ in Zukunft mehr beachtet.

Pflanzenschutzmittel sind ein Dilemma. Sie schützen wirklich nur die Pflanzen, vernichten aber die Fauna und können ein Risiko für den Menschen darstellen. Auf die vernichtende Wirkung der Neonikotinoide wurde in diesen beiden vom Unterzeichner besuchten Foren wenig eingegangen.

Die Varroa ist eine Geißel für die Honigbiene. Sie muss weiter erforscht werden, um die Bekämpfung weiter zu verbessern.

Die Landwirtschaft ist aufgerufen, nach der Intensivierung landwirtschaftlich genutzter Regionen wieder den Futteranreiz herzustellen für alle Bestäuber. Es hat sich gezeigt, dass die Biodiversität auch nach dem herkömmlichen Verständnis für alle Menschen – egal ob Erzeuger oder Verbraucher – von besonderer Wichtigkeit ist. Es bedarf eigentlich keiner Fördermechanismen, wenn man erkennt, dass das Wohlergehen aller Lebewesen von dieser Vielfalt abhängt.

Dieser Bericht mag vorrangig eine persönliche Einschätzung sein. Da wir uns in dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf aber seit Jahren mit diesen Themenkreisen kritisch auseinandersetzen, sollte Vieles richtig bewertet worden sein.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
29.03.2017

Biologischer Pflanzenschutz

Am 14.02.2017 strahlte der NDR einen sehr interessanten Film aus. Dieser Beitrag ist eine gute Ergänzung zum Vortrag von Prof. Dr. Stephan Scherer, den er bei uns im Verein im März 2014 gehalten hat (s.a. die Zusammenfassung „Blatthonig/Honigtau“). Der Film vom 14.02.17 zeigte mit vielen imponierenden makroskopischen Aufnahmen, wie es heute möglich ist, eine behutsame Schädlingsbekämpfung durchzuführen. Zur Zeit ist dies wohl eher nur in geschlossenen Atmosphären möglich. Frau Dr. Petra Christiansen-Weniger zeigt mit beeindruckenden Aufnahmen, wie Insekten Insekten vernichten. Ich hatte versucht, hier einen intensiveren Kontakt herzustellen, weil doch die Bienen heute vermehrt unter den chemischen Kampfstoffen leiden. Da aber die Berichte auf der Internetseite für Frau Christiansen-Weniger zu polemisch sind, wurde auf einen weiteren Austausch verzichtet.
Da man aber den Politikern, die schlussendlich über Freigabe, Überprüfung oder Verbot von Pestiziden entscheiden, nur sehr selten wissenschaftliche Begründungen bzw. Analysen beibringen kann, muss man m.E. einen anderen Sprachgebrauch wählen. Nichts ist schlimmer, als Abhandlungen und Berichte zu verfassen, die niemand lesen mag. Unsere Internetseite ist heute nicht nur bei den Imkern in Deutschland sehr gefragt. Neben der gezielt eingesetzten Polemik steckt in unseren kleinen Berichten viel Recherche, geführt von Neugierde für eine Disziplin, die der Imker in der Regel nicht gelernt hat, für die er aber ein großes Interesse zeigt.
Der eingefügte link für den interessierten Imker, Landwirt, Politiker oder Biologen zu diesem 30-minütigen Film aus der NDR Mediathek „Kampf ums Gewächshaus“ eröffnet die Gelegenheit.

Brandenburger Imker oder die Kollegen in den anderen Regionen der intensiven Landwirtschaft wären sicherlich sehr daran interessiert, wenn es diese biologischen Kampfmittel auch für die Flächen unter freiem Himmel gäbe. Wir wollen doch bitte nicht aufhören, unseren zwar geringen Einfluss geltend zu machen, die Ausbringung von Herbiziden und Neonikotinoiden zumindest zu reduzieren. Ein Verbot wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
03.03.2017

Brandenburger Imker verdienen die Tapferkeitsmedaille

Zum wiederholten Male haben sie sich getroffen. Die wohl 100 Neugierigen, ihren Tieren, den Honigbienen, Verantwortlichen haben nicht den weiten Weg gescheut, um wieder und wieder neue Erkenntnisse zu erfahren. Es geht um das Wissen, wie man in heutiger Zeit in Brandenburg noch imkern kann, ohne ständig Verluste akzeptieren zu müssen. Dabei geht es nicht um Bienenkrankheiten, nicht um die Parasiten, die den Tieren das Leben im Bienenstock schwer machen. Das hat man weitgehend gut im Griff. Man tauscht sich heute mehr aus als früher.

Heute aber gibt es andere viel größere Probleme.

Pestizide der unterschiedlichsten Ausprägung, z.T. in variablen Kombinationen, werden in der Landwirtschaft in großen Mengen ausgebracht. Das ist erlaubt, wenn man die Rechtslage prüft. Vor Jahrzehnten schon wurden die Mittel geprüft und trotz ihrer ca. 6.000fachen Wirkung gegenüber DDT (Das ist nun verboten.) als für den Menschen ungefährlich eingestuft.

Nun gut, man hat die Welt der Insekten und der wilden Pflanzen vernichtet. Doch das war ja auch gewollt. Dass man mit den Wilden Bienen und anderen Insekten nun auch die Honigbiene vertrieben hat, damit haben die Hersteller der Präparate nicht gerechnet. Und die Imker, die waren ja immer flexibel. Die haben dann versucht, diese vergifteten Regionen zu meiden. Das aber geht nun wohl nicht mehr so einfach. Die bearbeiteten Felder werden immer größer und zahlreicher.

Zum wiederholten Male erklärt nun Herr Dr. Kratz den Anwesenden die Wirkungsweise der Mittel. Er weist auf die Analysen und Studien vor allem die von Prof. Menzel hin. Es ist bewiesen, dass diese Mittel allen schadet: Der Natur in ihrer Biodiversität, den Insekten vor allem, sekundär den Vögeln, Amphibien, Reptilien und anderen Kleinlebewesen. Wieder werden die Präparate benannt mit ihrer verhängnisvollen Wirkung mit dem jeweils Vielfachen gegenüber DDT, das nun schon so lange verboten ist. Doch gesetzlich ist das bis heute alles ok.
Dr. Peter Clausing hält den nächsten Vortrag mit dem Inhalt, ob Pestizide möglicherweise Krebs erzeugen. Na ja der Verdacht besteht ja schon lange – viele Jahre. Es werden viele bekannte Krebsarten benannt. Der Ausbruch wird auch mit diesen Pestiziden in Verbindung gebracht. Es gibt zum Thema in der Zwischenzeit auch 136 Veröffentlichungen. Herr Dr. Clausing stellt auch abschließend fest, dass diese Chemikalien die Verursacher für Krebserkrankungen sind. Ein Verbot aber kann er nicht einmal in Aussicht stellen, weil die vielen tausend Analysen über Jahrzehnte ausgewertet werden können. Der Einsatz von Herbiziden und Neonikotioiden ist somit weiterhin im Rahmen der vorgegebenen Dosierungsmengen erlaubt.

Für den Landesbauernverband Brandenburg war der Präsident , Herr Henrik Wendorff, zur Diskussionsrunde erschienen. Immerhin stand diesmal ein sehr wichtiger Gesprächspartner zur Verfügung im Haus der Natur in Potsdam am 27.02.2017. Doch er hatte es leicht. Die Brandenburger Landwirte bearbeiten ihre Felder nicht gesetzeswidrig. Und man ist immer gesprächsbereit. Die Geschichte mit den blühenden Ackerrandstreifen hat sich nicht durchgesetzt. Es hat nur Geld gekostet. Förderung stand nur unter so differenziert komplizierten Auflagen zur Verfügung, dass die Weiterverfolgung für einen Landwirt rein wirtschaftlich nicht mehr vertretbar wäre. Ungeachtet dessen versucht jeder Bauer eine angemessene Feldrandhygiene ( Das ist schon ein toller Terminus.) zu betreiben. Doch man ist auch auf dieser Seite immer gesprächsbereit. Nur eine Reduzierung des Pestizideinsatzes kann nicht erwartet werden, solange es kein Verbot gibt.

Herr Dr. Radtke vom LIB in Hohen Neuendorf berichtete dann noch von Möglichkeiten, der Pestizidreduzierung durch eine veränderte Felderwirtschaft, die wohl ökonomisch vor allem aber ökologisch vertretbar ist.
Es folgte eine entspannte Diskussion zwischen den Beteiligten mit den Imkerinnen und Imkern, die für diesen Abend viele Kilometer gefahren sind. Für einen Berliner Imker ist das eine Erfahrung, die kaum nachvollziehbar erscheint. In Berlin gibt es nur noch wenige Pestizide im Einsatz. Selbst das von den Bezirksämtern sonst so geschätzte Glyphosat kommt kaum noch auf die Pflanze. Obstgehölze werden in der Regel nicht mehr mit chemischen Mitteln behandelt. Die ökologischen Trends sind nicht zuletzt durch den BUND und den NABU an die meisten Mitbürger durchgedrungen. 440.000 Straßenbäume, fast immer blühende Gärten, Parks und Kleingartenkolonien bescheren den Bienen in der Stadt eine so reiche Nektarernte, dass sie dem Imker viel davon abgeben können.

Die nunmehr 2.512 Brandenburger Imker, die ertragen das Dilemma der fehlenden politischen Entscheidungen. Sie suchen den Kontakt zum Landwirt. Sie versuchen Spritz- und Bienenflugtermine zu entkoppeln. Gelingt das, ist man schon einigermaßen zufrieden. Massentrachten sind dabei Mangelware. Der Raps bildet eine Ausnahme. Da aber muss man schon wieder Acht geben, dass die Glyphosatbestandteile im Honig den Grenzwert nicht überschreiten. Das kann alles nicht der richtige Weg sein, wenn man bestrebt ist, bekömmliche Lebensmittel zu erzeugen. Das gilt für den Landwirt wie für den Imker.

80% Bestäubungsleistung geht von den Bienen aus. Diesen Schatz sollten wir uns erhalten. Die Brandenburger Imker, von denen es allerdings immer noch zu wenige gibt, können sehr stolz sein, wenn es von 2015 bis 2016 unter diesen Umständen fast 10% mehr Imker und entsprechend mehr Bienenvölker gibt. Herr Lucke als kommissarischer Vorstandsvorsitzender und Diskussionsleiter des Abends hat das in seiner Bescheidenheit nicht verkündet. Der D.I.B. aber hat auf seiner Internetseite die Aktuellen Zahlen für 2016 veröffentlicht.

Dabei kann man auch ablesen, dass es in Berlin eine ähnliche Entwicklung gibt. Das aber führt zu einer in der Zwischenzeit sehr problematischen Bienendichte von über 7 Bienenvölkern / km². Nimmt man die nicht organisierten Imker und die vielen, vielen Wanderimker des Sommers hinzu, kommen wir auf eine Bienendichte, die sicherlich über 10 liegt. Da ist der Imker dann aufgerufen, sich mit noch mehr Sorgfalt und Disziplin seinen Tieren zuzuwenden. Die Durchmischung der Rassen, die Ausbreitung von Bienenkrankheiten und die Mehrung von Parasiten sind immer schwerer zu beherrschende Parameter.

Zum besseren Verständnis wird hier noch einmal die aktualisierte Übersicht mit einem deutlichen Verweis auf die Entwicklung in Brandenburg eingefügt.

Das aber sind im Vergleich zu den Schwierigkeiten in den landwirtschaftlich genutzten Regionen in Deutschland immer noch beherrschbare Probleme. Wir haben in den Großstädten doch immerhin eine Biodiversität, die zwar nicht der angestammten Kultur entspricht, aber doch für die Hoffnung auf eine bessere Natur viel Spielraum lässt. Das gibt es in den Regionen der intensiven Landwirtschaft nicht mehr und wird es auch nicht geben, solange man mit Herbiziden die meisten Pflanzen vernichtet, die für die meisten wilden Insekten die Hauptnahrungsgrundlage darstellen. Insektizide und Neonikotinoide geben der kleinen Tierwelt den Rest. Wird der Verbrauch dieser Pestizide nicht drastisch eingeschränkt, braucht man eine Diskussion über die Wiederherstellung der Artenvielfalt von Pflanze und Tier überhaupt nicht zu beginnen.

Der Brandenburger Imker wird weiter nach Nischen suchen müssen, in denen er seine Bienenstöcke aufstellen kann. Es wird schwer bleiben, die Tiere am Leben zu erhalten und giftfreie Bienenprodukte zu ernten. Wer sein Bemühen dennoch nicht aufgibt, verdient viel Hochachtung.

Blumen wie diese Kornblume soll es nicht mehr geben, sagt der Vertreter des Bauernverbandes. Wer Kornblumen im Feld hat, zeigt den Beweis für eine schlechte Bodenkultur. Das ist schade, nicht weil es die Lieblingsblume meines Großvaters war, sondern weil die Bienen sich gierig darauf stürzen, um Pollen und Nektar zu ernten.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.,
als Gast in der Runde der Brandenburger Imker
01.03.2017