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    gedaechtnis01Die Honigbiene produziert bei weitem nicht nur Honig. Vielmehr leistet sie durch die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie sichert die Ernten der meisten Kulturpflanzen. Sie liefert Propolis und Wachs. Die Medizin nimmt Ihre Pollensammlung und benutzt das Bienengift und und und.

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Wer schützt die Bienen und die anderen Bestäuber?

Wer kümmert sich um den Bestand?
Stand Juli 2016

bestaeuber01Biene in der Wildrosenblüte

Die Internetseite des Imkervereins Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. ist seit 2009 im Netz, seit 2012 auch unter der Adresse www.ivbzuuev.de zu finden. Warum betreiben wir „Hobbyimker“ einen solchen zeitlichen Aufwand?

Hobbyimker ist eine Bezeichnung, die dieser Beschäftigung nicht gerecht wird. Es klingt nach Freizeitvergnügen, dem man nachgehen kann, um es nach Belieben wieder einzustellen. Hobbyimker – weiblich wie männlich – sind Menschen, die eine unglaubliche Verantwortung übernommen haben, nicht für einige Monate, nicht für ein Jahr, sondern in der Regel lebenslang, bis die zu bewältigenden Gewichte das Imkern nicht mehr zulassen. Es ist die Verantwortung für die anvertrauten Tiere, für die Versorgung der Mitmenschen, für die nahe Umgebung und die Natur, wie sie sein sollte, wie wir sie für den Artenreichtum der Bestäuber brauchen. Den Hobbyimkern geht es nicht nur um die Ernten der Bienenprodukte.

Aus diesem Grunde treffen wir uns monatlich, tauschen Erfahrungen aus und lassen uns informieren über das, was Wissenschaft, Politik und die öffentlichen Medien zu sagen haben. Das ist wahrlich nicht immer geistreich und schon gar nicht logisch. Insbesondere bei den Politikern wird das auch nicht mehr erwartet. Sie haben in der Regel einen Resort-fremden Lebenslauf. Bei dem derzeitigen Durcheinander in der Beliebtheitsskala zählen nur noch die Stimmen. Doch neutrale wissenschaftliche Wertungen über die Gefahren für die Bestäuber die werden der Einfachheit halber besser nicht mehr wahrgenommen, um Schlagworte besser platzieren zu können. Und Charakter hat in der Politik eben schon überhaupt nichts mehr zu suchen. Man will schließlich nicht angreifbar sein, nicht im eigenen Land, nicht im europäischen Raum und schon gar nicht im Weltverband. So machen sich die Hobbyimker schlau, was die Wissenschaft erarbeitet hat und uns doch sagen will. Wir besuchen Kongresse, Symposien, Vorträge und Messen. Wir stehen zur Verfügung für Messestände, Informationsveranstaltungen und Runde Tische. Wir veröffentlichen viele Ergebnisse, die wir erfahren haben, die wir lesen, die uns vor allem die Naturschutzverbände zutragen, auch die vielen Unermüdlichen der Task Force Zusammenschlüsse von namhaften Wissenschaftlern, die Nachbarn und Freunde. Wir Hobbyimker pflegen somit ein kleines Netzwerk.

Das alles geschieht kostenlos aus Verantwortung, der Freude am Handeln und in der Hoffnung, doch irgendwann einmal ein offenes Ohr zu finden und auch getragen von der Meinung, dass die Rekultivierung oder Renaturierung in absehbarer Zeit doch einmal möglich sein müsste. Es wäre einfach, wenn man sich mit den wichtigsten Grunddaten einmal beschäftigt.

So fassen wir denn zusammen, was sich in den letzten Monaten dieses Jahres ereignet hat, nicht mehr nur unsere Region betreffend. Es war schon ein bunter Reigen.

Am 14.06.2016 hält Prof. Wenzel einen Vortrag über „Bienenkiller No 1“. Der Kurzvortrag des Symposiums vom 01.12.2015 wurde hier ausführlich vorgetragen, leider ohne Bildmaterial, weil die entsprechende Technik versagte. Dennoch konnte viel gelernt werden von der Wirksamkeit der Insektizide bzw. der Neonikotinoide. Ausführlich wurde die Wirkungsweise erklärt, der Einsatz der Gifte bei der Beizung von Saatgut oder die Anwendung auch im privaten Umfeld. Es wurde deutlich gemacht, wie durch Einsatz auch der Herbizide die Pflanzenvielfalt und damit die Vielfalt der Bestäuber weiter eingeschränkt wird. Wer es gut meint mit der Natur und den Sinn der Vielfalt begreift, der merkt zunächst, dass die Schmetterlinge fehlen.

VortragWenzel2016001Graphik aus dem Vortrag Prof. Wenzel

Dazu passt der Beitrag von Dagmar Dehmer vom 27.02.2016 im Tagesspiegel. Unter der Überschrift „Aus dem Staub gemacht“ wird der Wert der Arbeit des IPBES (Weltbiodiversitätsrat) beschrieben. Das Ergebnis sind Binsenweisheiten, gut für die Politik. Landnutzungsänderung, Intensivierung der Landwirtschaft, Pestizideinsatz, gentechnische Veränderungen, invasive Pflanzen- und Tiergattungen, Krankheiten wie Virenbefall sowie der Klimawandel ist die Spannbreite, die zum Artensterben geführt hat. Wer hätte das gedacht!

Das hält aber die Verantwortlichen nicht davon ab, z.B. das Genehmigungsverfahren der EU für Glyphosat möglicherweise doch wieder zu verlängern. Am 06.06.2016 erscheint im Tagesspiegel der Beitrag „Auf Zeit spielen“. Monsanto hat schon Einbußen beim Umsatz erlitten. Man muss diese Feststellung nicht werten. Werten aber muss man den Verdacht der Krebserregung. Es ist nicht bewiesen. Doch allein beim Verdacht muss doch den Beteiligten die Gesundheit der Bürger mehr am Herzen liegen als Umsatzeinbußen. Es kommt hinzu, dass die Pflanzenvielfalt unbekümmert reduziert wird. Doch die international kochende Sarah Wiener sagt am 11.03.2016 im Tagesspiegel, dass ein Schutz vor Pestiziden in Nahrungsmitteln nahezu unmöglich ist. Sie betreibt Ökolandwirtschaft. Auch in ihrem Urin wurde Glyphosat festgestellt. Dagegen soll man sich nicht wehren können? Die Genehmigung über den Juli 2016 hinaus erfolgt nicht mehr.

Dass nun ein Imker in Spree-Neiße seinen Verdacht bestätigt sah, dass im geernteten Honig größere Mengen Glyphosat enthalten sind, sollte wohl nicht so ganz öffentlich werden. Das ist spätestens seit dem 15.06.2016 vorbei. Unter „Imker in Sorge“ berichtet die Berliner Morgenpost ausführlich. Das ist eine schlimme Entwicklung. Der Imker ist 10 Kilometer weiter gezogen, um dem Pestizidnebel zu entkommen.
Dazu passt auch der Beitrag des Landwirtschaftsministers aus Schleswig-Holstein, Robert Habeck. Er ist der Meinung „Ökonomie und Ökologie passen nicht per se zusammen“. Das schreibt er im Tagesspiegel am 16.06.2016. Der Untertitel „Für Bioprodukte etwa reicht der Hartz-IV-Regelsatz nicht“ gibt den Anspruch des Politikers wieder. Hier fließen denn auch Schlagworte wie Kohleausstieg und Steuergerechtigkeit ein. Dass es aber wohl die Möglichkeit gibt, ökologischen Landbau zu betreiben, das wird nicht erwähnt. Auch, dass ein solcher Landbau ökonomisch sein kann, wird nicht erkannt. Dass viele Nahrungsmittel – auch unser so geliebter Honig – durch den Zusatz Bio sich im Preis verdoppeln bei qualitativ und quantitativ gleichem Inhalt, das haben wir Bürger alle zu verantworten. Von der Sache her muss es nicht sein.

Doch bei allem Hin und Her bleibt die Bundesregierung, hier das BMEL, nicht untätig. In Brüssel wird sich beim Glyphosatthema wegen interner Uneinigkeit der Stimme enthalten. Doch „Die Biene wird Bundessache“ Schreibt die Berliner Morgenpost am 08.06.2016. So gibt es auch zum gleichen Thema die Presseerklärung vom 01.04.2016 des JKI (Julius Kühn Institut) in eigener Sache „Neues Fachinstitut für Bienenschutz nimmt Arbeit auf“. Das BMEL hat damit zum Thema Bienen ein eigenes Forschungsinstitut, das für die Bundesregierung in Sachen Bienen der Wahrheitsfindung dienen soll.

Gleiches klingt an beim Kongress des BMEL „Bienen in der Kulturlandschaft“ am 21.06.2016 in Berlin. Nur hat man dabei noch nicht erkannt, dass durch die wunderschönen Blühstreifen und bepflanzten Verkehrsinseln das menschliche Herz zwar frohlocken mag, aber die Biodiversität nicht wieder hergestellt werden kann. Da bedarf es schon größerer Maßnahmen. Das aber haben die Beteiligten an der Landwirtschaft noch nicht erkannt.

bestaeuber03Gut für die Seele sind die kleinen Felder in den Kommunen

Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass die Berliner Woche in der 28.Kalenderwoche 2016 zu berichten weiß: „ Artenvielfalt statt Einheitsrasen“. In der Stadt haben fast alle Insekten einen so reich gedeckten Tisch zur Verfügung, dass insbesondere die Honigbiene bei guter imkerlicher Pflege keine Sorgen haben muss, den nächsten Winter nicht zu überstehen. Da könnten Politiker und andere Entscheidungsträger einhaken, wenn sie nach Möglichkeiten einer verbesserten Artenvielfalt im landwirtschaftlich genutzten Bereich suchen.

Unabhängig von aller Literatur und neuesten Forschungsergebnissen sind meine Frau und ich wie vielfach im Jahr und das seit vielen Jahren nach Butjadingen gefahren. Das ist ein gutes Stückchen Deutschland mit mindestens 90% Landwirtschaft. Hier aber hat sich nun der Blick verändert nach vielen Jahren Imkerei. Man findet hier keine Blüte mehr. Die Ausnahme ist der kleine Bauerngarten. Es ist ein Landstrich der Monokulturen geworden. Man baut Mais an für die Biogasanlagen. Das sind keine Lebensmittel mehr. Man mäht das Gras vor der Blüte, weil 5% mehr Eiweiß gewonnen werden können. 5%!! Dafür gibt es kaum noch Bestäuber. Gehölze jeder Art werden in diesem Landstrich, der doch eigentlich unter fürchterlichem Dauerwind leidet, abgeschnitten, wenn sie den größer werdenden Maschinen im Weg stehen. Für Imker werden somit Ödland oder moderne Steppen erzeugt.

bestaeuber04Butjadingen, Landschaft ohne Blüten

Es gibt fast keine Honigbiene mehr. Bestäubende Insekten sind rar. Berufsimker aus dieser Gegend ziehen mit ihren Bienenvölkern z.B. nach Berlin ins Bienenschlaraffenland.

Doch das ist kein Einzelfall. Das Positionspapier vom 28.01.2016 der Kreisimkerschaft Neustadt/Aisch – Bad Windsheim beschreibt die gleichen Probleme für den Bereich Mittelfranken. Hier ernten Imker nach der Rapsblüte nur noch eben diesen Honig. Dann aber müssen sie bereits zufüttern, weil die Bienen sonst den Winter nicht überstehen. Konstruktive Gedanken werden angefügt. Die aber werden nicht beachtet. Hier wird zugesehen, wie aus einst blühenden Landschaften Ödlanschaften erzeugt werden.

Dem Deutschen Imkerbund habe ich meine Sorgen mitgeteilt und eine erstaunlich ausführliche Antwort erhalten. Nur inhaltlich ist das nicht so recht verständlich. Die gewünschte Aufgabenbeschreibung an den DIB würde nicht der Satzung entsprechen. Verbesserungen kann nicht einer alleine erreichen. Der DIB kann sich nicht für den Naturschutz einsetzen; und wenn ich die Samthortensie gut fände, dann soll sie doch in den Stadtgarten gesetzt werden wegen der „Wichtigkeit für die menschliche Seele“.

Man wird sich im Kurs nicht beirren lassen und arbeitet weiter an einer Verbesserung der Agrarflächen – und zwar im Miteinander mit Landwirten. Das aber hat das Präsidium schon 2011 – möglicherweise auch früher – erklärt. Geändert hat sich in den fünf Jahren bis heute aber nichts zum Positiven. Es ist auch vergessen worden, dass die Satzung des DIB unter §3, Abs. 3 sehr wohl die Mitwirkung in Naturschutz und in der Landschaftspflege als Zweck und Aufgabe sieht. Es wird so nebenbei auch vergessen, dass wir doch alle die Verantwortung haben, uns mit den Problemen der Natur auseinanderzusetzen. Wir haben es doch auch zugelassen, dass diese Natur, wie wir sie in der Jugend noch kennen lernen durften, zerstört wurde. Gifte und neue Verfahren der landwirtschaftlichen Kultivierung sollten beitragen, die Ernten zu verbessern, die Ökonomie zu steigern, um hungrige Mäuler zu stopfen. Das aber war ein Schwindel. In der Zwischenzeit ist so viel Chemie auf die Böden gesprüht, dass man wohl 30 Jahre benötigt, hier wieder ökologisch anbauen zu können. Wie lange man das Grundwasser in diesen Bereichen besser nicht als Trinkwasser verwendet, ist mir noch aus keiner Veröffentlichung bekannt.

Ein kleiner Silberstreif kündet mit Eingang am 27.07.2016 vom Eilverbot des BMEL vom 25.07.2016. „Getreide-Saatgut Neonikotinoide Beizen ab jetzt dauerhaft verboten“. Das gilt nur für Deutschland. Aber immerhin ist ein Anfang gemacht. Die Bienen sollen vor neonikotinhaltigem Staub geschützt werden. Dem Ministerium ist schon klar, welchen Wert die Bienen haben ökonomisch und wohl auch ökologisch.
Diese längst überfälligen Verordnungen folgen leider nicht der Logik oder gar dem Sachverstand. Es ist das Ergebnis wohl auch vieler Kritikpunkte aus den Reihen der Hobbyimker und der Naturschutzbewegungen. Das hat nichts gemein mit der Verbreitung von Weltuntergangsstimmung wie der DIB meint. Das sind formulierte Sorgen mündiger Bürger, die ihre Verantwortung wahrnehmen.

Daher schützt und pflegt die Bienen und die anderen Bestäuber in erster Linie der Imker und hier in vorderster Front der Hobbyimker. Er kümmert sich um den Bestand in der Stadt und macht sich Gedanken hinsichtlich einer Wiederbelebung der Natur im landwirtschaftlich genutzten Bereich. Drei Dinge brauchen die Insekten: Tracht in Form von Pollen und Nektar zum Teil natürlich auch in Form spezieller Biomasse, mineralhaltiges Wasser und Habitate für die Aufzucht der Brut und zur Überwinterung. Das sollte man doch eigentlich zusammenfügen können. Es ist ein kleiner Schritt zur Rekultivierung. Doch ohne Anfang wird es keinen Erfolg geben.

IMG_1277samthortDie Massentracht der Samthortensie

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin Zehlendorf und Umgebung e.V.

Glyphosat im Honig

Der zulässige Grenzwert ist überschritten. Ein Imker hat sich den Verdacht bestätigen lassen, dass durch den wohl hemmungslosen Einsatz von Glyphosat diese spezielle Honigernte nicht in den Handel kommen darf.

Das ist grundsätzlich nicht repräsentativ für die Honigqualität in Brandenburg und Deutschland.

So geht das leider nicht, lieber unbekannter Imker mit Amtstierarzt Dietmar Vogt. Es ist auch nicht hinnehmbar, wenn Sara Wiener als nunmehr auch „Ökolandwirtin“ meint, wir müssten uns daran gewöhnen, dass alle Menschen zukünftig den Nachweis von Glyphosat im Körper aushalten müssten. Öffentlichkeitsarbeit soll nicht schick sein. Sie ist wichtig, wenn sie fundiert ist.

Alle Gifte in der Landwirtschaft sind schlimm, da sie vor allem zunächst den Pflanzen und dann dem Kleingetier schaden. Wir Imker sind aufgerufen, hier noch mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, als ohnehin schon.

Auf dem Imkertag in Berlin am 09.Okrober 2016 wird dies sicherlich ein wichtiges Thema sein.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

LAUSITZER RUNDSCHAU 30.Juni 2016
Honigbienen haben fleißig Glyphosat eingesammelt
Amtstierarzt Dietmar Vogt fordert ein bundesweites Monitoring

NEUHAUSEN/SPREE In einer einzigen Probe Honig aus einer Kornblumen-Tracht bei Klein Döbbern hat ein Lebensmittelinstitut in Oldenburg hundertmal mehr Glyphosat-Rückstände gefunden, als erlaubt ist. Der Hobby-Imker muss sich jetzt zwar von einigen Imkern als „Nestbeschmutzer“ beschimpfen lassen. Doch Spree-Neiße-Amtstierarzt Dietmar Vogt regt ein bundesweites Monitoring an.

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Die Imkerei ist wieder ein beliebtes Hobby. Aber wenn auf den Flächen, die die Bienen ansteuern, Chemikalien gespritzt werden, kann eine ganze Honigernte futsch sein. Foto: dpa

Seit 35 Jahren kümmert sich der Hobby-Imker aus Neuhausen/Spree um mehrere Bienenvölker. Als er im Frühsommer 2015 beobachtete, dass auf den Feldern in seiner Nachbarschaft viel gespritzt wurde, ließ ihm das keine Ruhe. „Über den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat und anderer Chemikalien diskutieren wir Imker ja seit vielen Jahren“, sagt er. Seinen Namen will er nicht nennen. „Die Imker hier wissen, dass ich das bin. Für einige gelte ich als Nestbeschmutzer.“

Auch Lothar Lucke, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Brandenburger Imker, ist verärgert und fragt sich, wie diese Meldung an die Öffentlichkeit kam. „Wenn es da in Überschriften heißt, dass der Brandenburger Honig glyphosat-belastet ist, trifft uns das alle“, sagt Lothar Lucke. Dann wolle doch niemand mehr Honig aus Brandenburg.

Tatsächlich, das erklärt Dr. Dietmar Vogt, Amtstierarzt des Veterinäramtes Spree-Neiße, dürfte das die bislang einzige Honigprobe bundesweit sein, in der so viel Glyphosat gefunden wurde. Was ihn ein bisschen ärgerte, war das lange Warten auf das Ergebnis. Eine Kollegin hatte den Honig Anfang November fachgerecht der Kornblumen-Tracht des besorgten Imkers entnommen. Und gleich mit dem nächsten Sammeltransport, der zweimal in der Woche startet, wurde er zum Landeslabor geschickt. Da jedes Lebensmittelinstitut Spezialgebiete hat, kam die Antwort aus Oldenburg – und zwar am 23. Februar. Im ersten Labortest, so weiß Vogt, lag der Glyphosat-Rückstand bei 5,11 Milligramm pro Kilogramm. Die gesetzlich erlaubte Höchstmenge liegt bei 0,05 Milligramm pro Kilogramm. Im Zweittest, der in solchen Fällen die Regel ist, lag das Untersuchungsergebnis bei 4,44 Milligramm. „Im ersten Test ist dies das 102-Fache dessen, was erlaubt ist. Wir haben den Honig sofort vernichten lassen“, sagt der Veterinärmediziner.

Der betroffene Imker erinnert sich noch gut an den Anruf aus Forst. „Ich hatte mir gerade etwas Honig in meinen Kaffee gerührt, als es klingelte. Nach dem Telefonat kippte ich meinen Kaffee sofort in den Ausguss“, erzählt er. Sein Schaden ist nicht groß. „Ich bin ja nur Hobby-Imker. Der Honig, den ich gewinne, ist in der Regel schon im September weg. Als der Anruf kam, hatte ich nur noch den Honig für den Eigenbedarf – 15 bis 20 Kilogramm.“

Und es war eben auch nur die eine Tracht betroffen. Für diese Honigsorte „ernten“ seine Bienen die Kornblumen im Feld und am Feldrain ab. Wenn die Landwirte in der Zeit der Blüte noch einmal Glyphosat zur Unkrautvernichtung einsetzen, kann das nicht nur den Honig belasten, sondern auch den Bienen schaden.
Wie Wilfried Jank, Vorsitzender des Cottbuser Imkervereins, bestätigt, machen manche Chemikalien, die auf den Feldern gespritzt werden, die Bienen auch orientierungslos. „Sie fliegen langsamer oder ein bisschen wie betrunken. Manche finden dann gar nicht mehr in den Stock zurück.“ Doch diese Sorgen haben die Imker schon seit Jahrzehnten. „Da hilft oft nur, mal mit den Landwirten zu sprechen. Ideal ist, wenn uns die Landwirte rechtzeitig sagen, wann sie spritzen – sodass Imker eine Chance haben, ihre Bienen von diesem Standort wegzubringen“, so Jank. So hat es auch der Klein Döbberner Hobbyimker in diesem Jahr gemacht. „Sie stehen jetzt auf einem Gebiet weiter weg. Das bedeutet für mich zwar mehr Fahrtkosten und mehr Zeit – aber vielleicht kann ich sie schon im frühen Herbst wieder zurückholen.“ Das Gespräch mit den Landwirten hält auch Amtstierarzt Vogt für ganz wichtig. Besonders vor dem Hintergrund, dass sich die europäischen Staaten und gestern auch die EU-Kommission zu keinem Glyphosat-Verbot durchringen konnten. Weitere 18 Monate solle es eingesetzt werden können. Während der Industrieverband Agrar diese Entscheidung kritisierte, weil er eine Zulassung für 15 Jahre fordert, warf der Naturschutzbund Deutschland der EU-Kommission vor, sich „offenkundig von Interessen der Agrarindustrie“ leiten zu lassen. Der Nabu hatte gefordert, den Glyphosat-Einsatz bis zur Klärung des Krebsrisikos zu verbieten.

Amtstierarzt Vogt hat inzwischen ein Monitoring angeregt: Honig soll bundesweit untersucht werden. Und den Verbrauchern empfehlen der Amtstierarzt und der betroffene Imker derweil Linden- und Robinienhonig. Amtstierarzt Vogt: „Dass ein Lindenbaum mitten im Feld steht, ist doch ziemlich selten.“

Zum Thema:
Der Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat ist seit Jahren umstritten. Nur unter den EU-Staaten findet sich bislang keine Mehrheit für ein Glyphosat-Verbot. Lediglich Frankreich und Malta sind dagegen, sieben Staaten, darunter Deutschland, hatten sich in der jüngsten Abstimmung enthalten, 19 Staaten votierten für einen weiteren Einsatz. Die Zulassung des Unkrautvernichters läuft heute aus. Deshalb musste die EU-Kommission gestern einen Beschluss fassen: Demnach wird Glyphosat für weitere 18 Monate in Europa zugelassen. In dieser Zeit aber soll eine Chemieagentur herausfinden, ob der Unkrautvernichter krebserregend ist. Dass Glyphosat die Artenvielfalt beeinflusst, ist bereits erwiesen. dpa/ani

Regionalkonferenz Bienen 21.06 2016 beim BMEL

– Bienen in der Kulturlandschaft –

In Behörden-gerechter Zeit von 9.00 – pünktlich um 17.10 konnte man Vieles erfahren über Bienen, über das fehlende Nahrungsangebot und über die zaghaften Versuche von Gemeinden, aus Rasenflächen einen von April bis Oktober blühenden Acker zu schaffen. Das macht immerhin hoffnungsfroh; auch dass man versucht, Landwirte zu überzeugen, Teile ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche für wilde Blüten herzugeben.
Doch Bienen in der Kulturlandschaft, die gibt es heute nur in ganz seltenen Fällen. Das wären historisch gewachsene Flächen, ein Biotop für die unterschiedlichsten Lebewesen. Sie wiederherzustellen, wäre die hauptsächlich von Naturfreunden angestrebte Rekultivierung. Das aber wurde de facto nicht thematisiert.

Herr Minister Christian Schmidt ist trotzdem voller Zuversicht, dass es den Bienen wieder besser geht, weil sie doch 2 Mrd. € Wert haben hinsichtlich der landwirtschaftlichen Produktionserträge. 80% Bestäuberleistung stecken dahinter. Er hofft auch auf eine bessere Risikobewertung durch das hauseigene Bieneninstitut am bundeseigenen JKI, dass nunmehr von Herrn Dr. Pistorius geführt wird. Lebensräume für die Insekten sollten verstärkt auch durch die Eh da-Flächen (Die Wortdefinition bleibt unausgesprochen.) gewonnen werden. Bienen sollen für die Landwirtschaft kein Nebeneffekt sein sondern ein besonderes Anliegen. Das gilt sowohl für die ökologische wie auch für die konventionelle Landwirtschaft.
Wobei anzufügen wäre, dass die konventionelle Landwirtschaft auch einmal ökologisch war.

Herr Maske als Präsident des Deutschen Bienenverbandes glaubt, dass der Landwirtschaftliche Ertrag durch eine verbesserte biodiversitäre Landschaft noch um rd. 30% zu steigern wäre. Das Problem der Bienenkrankheiten insbesondere durch die Übertragung durch die Varroa ließe sich in Zukunft u.U. durch eine genetische Veränderung der europäischen Biene verbessern.

Der Agrarökologe Matthias Trapp machte die Artenvielfalt in den Kommunen deutlich. Kombinierte Lebensräume mit Nahrungs- und Habitatangebot für die Insekten seien von besonderer Wichtigkeit. Auch hier wurden die Eh da-Flächen als gute Möglichkeit gesehen.

Wie man aber bei den kleinen zur Verfügung gestellten Flächen Habitate bzw. Biotope schaffen kann, bleibt sehr fraglich. Die Blüten alleine locken vor allem keine solitären Wildinsekten an.

Wilhelm Brinkmann als engagierter Imker zeigte die vielen Möglichkeiten auf, wie man aus Brachen und nur praktischen Rasenflächen für viele Monate des Jahres herrlich blühende Flächen schaffen kann. Der launig vorgetragene Bildereigen zeigte viele Möglichkeiten auf, wie man mit Engagement Gemeinden in Blütenmeeren versinken lassen kann.

Irgendwann wird er verraten, welche Mischungen, die er mit Daniele Felger (?) oder anderen zusammengetragen hat. Er wird uns noch beraten müssen über die Bodenbeschaffenheit, nachdem das Gelände min. 50 cm tief ausgefräst wurde.

Die Sicherung von Lebensräumen für Bestäuber ist ein Anliegen der Mitglieder des Städtetages Abt. Umwelt und Naturschutz. Das Projekt Städte wagen Wildnis soll dabei ein Baustein sein, sagte den Anwesenden Axel Welde.
Dass dabei die Städte am wenigsten vom Rückgang der Arten von Pflanze und Tier betroffen sind, sollte nicht unerwähnt bleiben.

Herr Henning Schwarz als Leiter Umweltschutz der Deutschen Bahn – hier Netz AG könnte sich die Ansiedlungen von Imkern und Bienen auf den Flächen der DB (immerhin nach den Kirchen größter Grundstückseigner in Deutschaland) vorstellen. Infrastrukturen aber für Imker könnten nicht bereitgestellt werden. Im Rahmen eines langjährigen Pacht- oder Gestattungsvertrages ließen sich aber auch Vereinbarungen über Investitionen regeln. Zu berücksichtigen ist dabei aber auch, dass das Gleisnetz der DB auch weiterhin mit Glyphosat frei gehalten wird.

Das summende Rheinland beschrieb Heiko Schmied für NRW. Die Greeningtabelle für die Berechnung von Ökologisierungsprämien durch die EU kann im Internet gelesen werden. Es wäre die Basis bei der Schaffung von ökologischer Vorrangflächen. Probleme bei der zur Verfügungstellung von Flächen und Randstreifen unterschiedlicher Breite wurden aufgezeigt. Hier sollte man bei den Diskussionen mit den landwirtschaftlichen Betrieben die Ergebnisse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zu Rate ziehen. Nicht alles, was gut ist, ist auch Prämien-sicher.

Burkhard Golla vom JKI stellt das Projekt geobee vor. Die für Jedermann zugängliche Internetplattform zeigt die Abhängigkeit von Trachtpflanzen und Wildbienenaufkommen. Die einzelnen Trachtpflanzen sind mit Darstellung der Pollen aufgezeichnet. Es ist eine bewusst offene Datenbank, in die man sich deutschlandweit gerne einbringen kann.

Nahrungsverfügbarkeit und Fitness der Honigbienen in Abhängigkeit von Standort und Wetter. Christoph Otten zeigt für die unterschiedlichsten Regionen von Deutschland die Entwicklung des Honigertrages im Jahr auf. In dies Projekt sind nur Imker mit den modernsten Waagensystemen eingebunden (Das System wurde nicht verraten!). Durch den Sitz des Fachzentrums Bienen und Imkerei im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum , Rheinland-Pfalz konnten hier auch die dichtesten Erhebunsparameter gefunden werden.

Dorothee Lüken vom LAVES-Institut für Bienenkunde zeigte die Ertragsergebnisse von Imkern auf. Es wurde unterschieden zwischen Stadt-, Land- und Wanderimker. Dass auf Grund der Blütenvielfalt und der Blühpflanzendichte die Städte am besten abgeschnitten haben, hat nicht überrascht. Interessant aber waren die jahreszeitlichen Abhängigkeiten und der Vergleich der letzten Jahre auch im Vergleich mit Wetter und Klima.

Gedanken zur zeitgemäßen Beratung, Aus- und Fortbildung von Imkern hat Ralph Büchler vom Bieneninstitut Kirchhain vorgetragen. Bei rd. 10.000 angemeldeten Neuimkern pro Jahr sollte dringend ein Imkerberatungsdienst eingeführt werden. Ebenso ist die Qualität der Jungimkerausbildung grundsätzlich an theoretischen und begleitenden praktischen Lehrgängen zu orientieren. Die Ausbildung und das Heranführen an die Imkerei nur aus der Literatur oder über das Internet sei eine schlimme Entwicklung.

Björn Wilcken stellt sich als Veterinär und Vertreter des Veterinäramtes von Berlin-Mitte zuständig für die Bezirke Tempelhof und Schöneberg vor. Er erklärt die Wichtigkeit seiner Aufgaben im Hinblick auf die Erkennung und Beseitigung von Bienenkrankheiten. Dem Veterinär fällt gerade in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Berlin eine besondere Aufgabe zu. Insofern ist es besonders wichtig, die Einzelstandorte der Bienen zu kennen, um bei Auftreten einer Krankheit hinsichtlich eines Sperrbezirks reagieren zu können.

Werner von der Ohe vom LAVES – Institut für Bienenkunde, Celle beschreibt die Zusammenarbeit von Imkern und Veterinärbehörden. Hierbei werden die Schwierigkeiten deutlich für die Imker in den neuen Bundesländern. Veterinärbehörden für die Belange der Imker gibt es hier häufig noch nicht. Ähnliches gilt die Versorgung von Imkern über Bieneninstitute.

Eine abschließende Diskussion mit Torsten Ellmann, Werner von der Ohe, Jens Pistorius, Henning Schwarz, Björn Wilcken und Jörg Kalisch schloss die Referentenrunde.

Den Schlussakkord aber setzte Bernhard Polten, der noch nicht lange für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft tätig ist. Seine Sachkunde aber überraschte hinsichtlich der Zusammenfassung der Einzelthemen und Vortragsschwerpunkte dieses Tages. Welche Position Herr Polten im Hause BMEL genau bekleidet, werden wir noch herausfiltern. In jedem Fall aber freut er sich auf eine Weiterführung der Diskussion auch mit Beiträgen an das BMEL.

Da mag man denn doch sehr gespannt sein. Bis heute sind nach meiner Ansicht aus den vielen Gremien und Arbeitszirkeln hinsichtlich der blumig angekündigten Rückeroberung der Biodiversität für die landwirtschaftlich genutzten Flächen einige wenige Ackerrandstreifen herausgekommen. Die Diskussion aber hat sicherlich schon das Zehnjährige erreicht. Naturschutz- und Baumschutzbestimmungen sind auch heute noch vielfach Länder- oder gar Gemeindesache. So wird das mit der Renaturierung, der pestizidfreien oder pestizidreduzierten Landwirtschaft oder gar mit einer Rekultivierung in absehbarer Zeit nichts. So werden weitere Wildbienen und andere Bestäuber selbst von der Roten Liste verschwinden. Es gibt sie dann nicht mehr. Beruhigend aber ist (Das ist ironisch gemeint!), dass man sich wohl immer für neue Landschaften mit neuen Bienenvölkern bedienen kann, solange die vielen Stadtimker eine verantwortliche Imkerei betreiben. Hier herrscht ein Überangebot. Und die Naturschutzverbände werden in ihrem unermüdlichen Tun weiterhin dazu beitragen, dass doch die eine oder andere Gattung von Pflanze und Tier zu retten ist. Letzteres stört den Einen oder Anderen, wie eine Zwischenruferin am Ende der Veranstaltung verlauten ließ. Es wird somit umso wichtiger sein, die Rettung der Bestäuber und ihrer Nahrungs- und Habitatangebote immer wieder anzumahnen.

Die Vortragsrunde zu diesem Bienenkongress hat uns in erster Linie vermittelt, welche Möglichkeiten es für Gemeinden es gibt, das Blütenangebot übers Jahr zu verstärken, gut für die Bienen und erst recht gut fürs Auge und damit für die Seele. Es wurde aber leider kein Konzept vermittelt, was zu tun ist für die Biodiversität im landwirtschaftlich genutzten Bereich. So werden wir wenige Imker finden, die ihre Bienen ohne zu erwartende Massentrachten (Raps und Sonnenblume sind Ausnahmen) außerhalb der Städte und Gemeinden anzusiedeln. Solange wir keine Hecken und den Baumbestand zurück gewinnen, wird es nichts mit der Rekultivierung.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.

Utilizing the Casestudy Process in PhD Study

Developing Programs with Splunk Prerequisites Using Splunk Looking with Splunk Objectives Session 1 – Release to Apps Discover opinions of apps in the framework Realize permissions and the purpose information objects perform in apps Training 2 – Producing and Editing Dashboards Put in a dashboard to the Research software Modify dash items utilizing the editor that is visual Lesson 3 – Basic XML Options Specify to buy essay the XML format that is easy Include and transform panels utilizing XML that is simple Session 4 – Making a Identify the directory construction that is application Develop an app Lesson 5 – Sort Queries Kind research views that are realize Build type search landscapes Established Training 6 – Introduction to Advanced Opinions Discover sophisticated view layouts as well as the XML format that was advanced Define design panels Transform basic XML to XML that is sophisticated Lesson 7 – Module Concepts Define adventures Develop a search view utilizing advanced XML segments Lesson 8 – Dashboard Watch Modules Establish common segments utilized in dashboards Develop a dash watch utilizing sophisticated XML adventures Lesson 9 – Steps Specify workflow steps Use workflow measures searching results Session 10 – Branding and Navigation Modify application navigation Designate an image on your app Leverage the application form CSS document Use IFrames includes to show information that is external Training 11 – Helping Files Examine arrangement and other encouraging files as they connect with applications Learn stanza qualities of these records Session 12 – Appearance Apps Prepare programs for distribution and packaging Apps that are bundle

Forschung für den guten Zweck?

Am 08.Juni dieses Jahres weiht Herr Bundesminister Christian Schmidt das Fachinstitut für Bienenschutz im Julius Kühn-Institut in Berlin-Dahlem ein. Der Sitz der neuen Forschungseinrichtung befindet sich in Braunschweig. Leiter der Einrichtung ist der Dipl.-Agr. Biologe Dr. Jens Pistorius. Herr Dr. Pistorius ist seit vielen Jahren Mitarbeiter im Hause JKI. Im Rahmen eines Berufungsverfahrens wurde er zum 1. April 2016 als Leiter des neu gegründeten Institutes benannt.

Aus der Pressemitteilung des JKI vom 01.04.2016 geht hervor, dass zu den künftigen Hauptaufgaben des Instituts die Beratung der Bundesregierung zu Fragen des Schutzes von Honig- und Wildbienen und Erarbeitung von Entscheidungshilfen zählt.

Eine weitere Aufgabe ist die Erfüllung gesetzlich zugewiesener Aufgaben (was immer darunter zu verstehen ist) im Rahmen der zonalen und nationalen Prüfungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und der harmonisierten EU-Wirkstoffprüfung.

Das alles ist im Prinzip nicht schlecht. Doch garantiert eine Hausberufung eines bundeseigenen Instituts wirklich Forschungsneutralität? Die Bundesregierung, hier das BMEL, hat viele Interessen zu wahren. Die Interessen einer immer mächtiger werdenden Industrie, der landwirtschaftlichen Erzeugerbetriebe, an der Gesundheit der Bürger, am Wohlergehen der Imker und der für die Landwirtschaft so wichtigen Bestäuber sind zu berücksichtigen. Wer setzt hier Prioritäten? Wer beeinflusst hier wen? Wer achtet auf die Neutralität der Forschungsergebnisse und der Berichterstattung?

2009 wird im Deutschen Bienenjournal (Heft 4/2009) Herr Pistorius als Kriminologe in Sachen Bienengifte gesehen. Imker können den Verdacht der Vergiftung der Bienen untersuchen lassen. Das Beizmittel Clothianidin wird als ein Hauptverursacher für das Bienensterben regional unterschiedlich erkannt.
In den DLG-Mitteilungen (3/2009) schreibt Herr Pistorius unter „ Das Feindbild vieler Imker „ dass die Bienenschäden in Deutschland zurückgehen, wenngleich die größte Anzahl an Vergiftungen seit 30 Jahren gerade 2008 festgestellt werden musste. Er beschreibt auch die mögliche Wechselwirkung und Beeinflussung von Pflanzenschutzmitteln bei Nosema erkrankten Bienen besteht. Daneben finden wir eine halbseitige Anzeige von Syngenta. Wie geht das denn zusammen? Er sucht nach Ursachen der Vergiftung durch unsachgemäßen Gebrauch der Pestizide. Die Staubemission müsse deutlich reduziert werden. Zur ganzjährigen Verfügbarkeit von Trachtquellen schreibt er, dass neben der Förderung von Randstreifenprogrammen ebenfalls der Anbau von blühenden Zwischenfrüchten eine vielfältige Kulturlandschaft mit vielen blühenden Kulturen der Bienengesundheit dient.

Rekultivierung nennt man das. Doch wer betreibt ein solches Programm ernsthaft? Es werden zu diesem Themenzyklus immer nur neue Kommissionen und Arbeitskreise national und international gegründet.

Der Tagesspiegel schreibt am 02.Juni 2016. „Weniger Gift, mehr Erosion“ über die Problematik von Glyphosat. Ralf Nestler recherchiert hier auch über die Mitarbeiter des JKI. Da geht es denn nicht mehr um Bienengesundheit. Ein klein wenig werden die Risiken für den Menschen beschrieben. Die Internationale Krebsagentur wird so nebenbei als untauglich beschrieben. Die Qualen der Landwirtschaft aber, die liegen den Mitarbeitern des JKI doch wohl sehr am Herzen. 5.000 – in Worten fünftausend – Tonnen Glyphosat werden jährlich in Deutschland auf Äcker und in Weinbergen versprüht und das nur auf rd. 40% der landwirtschaftlichen Anbaufläche, allerdings ohne Weinanbau- und Obstanbauflächen. Untersuchungen haben gezeigt, dass es schon jetzt außer der Belastung im Pflanzenmaterial auch eine zunehmende Belastung des Grundwassers besteht. Der Regen wird dreißig Jahre brauchen, das Gift aus dem Boden zu waschen.
Und die Schädigung der Bestäuber auch der Honigbiene könnte sein, aber will man doch auch eigentlich nicht so genau wissen. Warum werden die aufwendigen Untersuchungen von Prof. Randolf Menzel und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht ins Kalkül gezogen. Braucht man das alles nicht mehr zu machen, wenn es denn das Bundes-eigene Fachinstitut für Bienenschutz am Julius Kühn-Institut gibt. Da kommen doch hinsichtlich der bis jetzt ausgebrachten, sehr unterschiedlichen Sichtweisen große Zweifel auf.

Bayer möchte Monsanto kaufen. Das wird wohl auch geschehen oder umgekehrt. Wird es dann noch ein Veto für den Einsatz von Glyphosat geben? Da wird dann wohl kein Bundes-eigenes Institut gesundheitliche Risiken entdecken.

Der Unterzeichner dieser kritischen Betrachtung ist kein wissenschaftlicher Biologe oder Biochemiker. Er ist lediglich ein sehr aufmerksamer Betrachter und sorgenvoller Beobachter seines Umfeldes, vor allem wenn es um die Gesundheit und vor allem um die seiner Kinder geht. Er ist einer von rd. 104.000 Imkern des DIB in diesem Land, die versuchen, die ihnen anvertrauten Tiere, so wie es die Natur zulässt, am Leben zu erhalten und möglichst ohne Krankheiten und Parasitenbesatz durch den nächsten Winter zu bringen.
Man darf gespannt sein, was die Regionalkonferenz Bienen des BMEL am 21.06.2016 an neuen Erkenntnissen bringt?

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.