Das unbekümmerte Handeln der Monsantos & Co

Im Anhang findet Ihr eine Zusammenstellung, wie Monsanto und andere Firmen Wissenschaft und sicher geglaubte Beurteilungskriterien manipuliert haben. Das ist schon lesenswert und macht doch Angst. Es erinnert ein wenig an die kleine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung aus dem Juli 2017 im Abgeordnetenhaus incl. der detaillierten Antwort. Es wird viel zu wenig gelesen, nur gesammelt und abgelegt. Es erfolgt keine Bewertung.

Anton Safer hat uns die Neuigkeiten zugespielt.

Was wir Imker nicht verstehen können ist der Verlust an einfacher, dem Menschen eigener Plausibilität.

Glyphosat oder round up oder wie man es immer nennen mag ist ein anerkanntes Herbizid. Es ist eine chemische Substanz, die fast alle Pflanzen vernichtet bis auf die eine, die man profitabel ernten möchte. Damit vernichtet man das Futter für die meisten Insekten und die anderen der ganz Kleinen im Sichtbaren und im Untergrund. Damit zerstört man die Artenvielfalt der kleinen und in der Folge der größeren und dann auch der ganz großen Tiere. Die Pflanzen und auch die Gehölze hat man schon in der Vorbereitungsphase vernichtet.

In dieser einfachen Form der Beschreibung müsste der zu erwartende Schaden doch jedem Menschen verständlich sein. Über die komplizierte Schiene der Gesundheitsgefährdung möchten einige Verantwortliche das Verbot oder die Reduzierung der Verbreitung erreichen. Ein langer zeitlicher Beweis wäre erforderlich. Also wird die Vernebelung der Chemie oder anderweitige Verbreitung dieser Substanz weiter geduldet. Wie sagt da die Landwirtschaft: Wir machen nichts Ungesetzliches. Das ist im Prinzip richtig. Doch man kann doch mit dieser Aussage nicht zufrieden sein und auf die Teilnahme des Verstandes verzichten.

Warum ändern die vielen Verantwortlichen nicht den Beurteilungsvorgang in eine logische Vorgehensweise. Warum trennen wir uns nicht einmal von der Betrachtung der Gewinnerwartung der Chemie verarbeitenden Unternehmen sowie der Landwirtschaft. Warum denken wir nicht einfach einmal an den immensen Schaden, der durch die Vertreibung und Vernichtung allein der Bestäuber angerichtet wird. Das heißt, warum denken die Verantwortlichen Volksvertreter nicht einfach einmal an die althergebrachten und bewährten Nachhaltigkeitsprinzipien der Natur. Das wäre nicht unbedingt neu, ist aber aus der Mode gekommen.

Die neuartige Zauberformel Blühstreifen sollten wir überhaupt nicht mehr erwähnen. Die Blühstreifen sind wie das Hauptfeld wenn nicht mit Herbiziden dann mit Neonikotinoiden vergiftet. Sind sie es ausnahmsweise einmal nicht, was unwahrscheinlich ist, bieten sie doch keine Habitate und bleiben damit unerreichbar für die meisten vertriebenen Bestäuber. Zwar hat das Institut für Bienenkunde in Celle ermittelt, dass es wohl Honigbienen gibt, die eine Entfernung bis zu 8 km zurücklegen können. Das aber wird nicht die Regel sein. Wissenschaftler aus den Niederlanden sehen den Einzugsradius von Honigbienen eher bei 2 km, den von Wildbienen bei 0,7 – 1,0 km. Das bedeutet, dass diese wohl historischen Bienenmodelle nicht einmal den Acker einer modernen Monokultur überqueren können.

In diesem Sinne bitte lesen, wenn es auch nicht einfach ist. Was aber noch wichtiger ist, verbreitet doch bitte weiter unser ganz einfaches der Natur zugewandtes Gedankengut. Bleibt neugierig und werdet in dieser Richtung noch redseliger. Macht es den Betrügern schwer, sich immer wieder durchzusetzen; oder aber wie im angefügten Artikel: entlarvt sie.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
14.10.2017

Anhang
Gillam 2017 Presentation_Decades od Deceit-REVELATIONS FROM THE MONSANTO PAPERS

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