Die Veränderung des Horizonts

2017.07.08_Leserbrief_in_der_Walsroder_Zeitung

2017.07.11_Leserbrief_WZ_Backhaus

Bereits im 5. Jahrhundert vor Christi Geburt hat man zunächst vermutet, dann berechnet, dass die Erde doch wohl keine Scheibe ist sondern eine Kugel. Das bedeutete: Der Horizont wurde erweitert. Man hat es über einen langen Zeitraum ausprobiert. Selbst die Christen, zum Teil schlaue Wissenschaftler und Gelehrte, wollten es dennoch lange nicht glauben. Dann hat man sich aber doch einen Ruck gegeben und eingestanden, dass es viel mehr zu entdecken gibt, viel mehr zu erfahren gibt als das, was man vom Kirchturm aus sehen konnte.

Nun möchte ich einen großen Zeitabschnitt, der sich mit der Entwicklung des Lesens, Verstehens und Wissens beschäftigte, überspringen. Die Elektronik, die Mobiltelefone, das Internet gibt uns ziemlich schlagartig die Möglichkeit, wenn man es nicht schon geschafft hat, den Horizont zu erweitern. Doch es wird immer noch vielfach versäumt, weil diese Technik auch viel Unfug zur Verfügung stellt.

Wir Imker aber nun wollen neugierig bleiben, weil wir sonst erfolglos sind mit der Pflege um den Fortbestand der Honigbiene und ihrer wilden artverwandten. Darum informieren wir uns verstärkt über die Gefahren, die es für die Insekten zu beseitigen gilt.

Doch wir wollen nicht nur Informationen aufnehmen, sondern sie auch weitergeben. Wir wollen all die darauf aufmerksam machen, die unsere Bienen vertreiben, vergiften oder orientierungslos machen, was nicht besser ist. Wir wollen versuchen, den Horizont zu verändern. Und wir wollen versuchen, den Schriftverkehr zwischen einem Landwirt Backhaus und einem besorgten Bürger Berwardt im Bereich der beschaulichen Örtchen Walsrode und Gilten im niedersächsischen Heideland zum Anlass zu nehmen, hier einige Hinweise zu geben.

Hat man den Leserbrief des Landwirts Backhaus mehrfach gelesen, ist man geneigt, ihn eigentlich nur zur Kenntnis zu nehmen. Herr Backhaus hat danach überhaupt nicht verstanden, was seine Vorfahren angerichtet haben. Er hat aber auch nicht seinen Horizont erweitert, wenn er nur Probleme und Kostenentwicklungen sieht bei der Wiederentdeckung ökologischer Vorteile. Doch was macht denn nun ein neugieriger Mensch wie ich? Der schaut sich das Satellitenbild von Google an. Das Copyright empfiehlt hier die Eigensuche. Doch man muss lange suchen, bis man die 3,2 km Hecke des Landwirts Backhaus in Gilten auszumachen glaubt. Man entdeckt eher Fläche neben Fläche, farbig leicht unterschiedlich aber ohne Baum und Strauch. So ist das heute in der intensiven Landwirtschaft üblich.

Es führt nun zu weit, hier ausführlich zu erklären, wozu Hecken, Strauchwerk und schließlich Bäume erforderlich und gut sind. Herr Backhaus muss einfach besser informiert werden, wenn er es nicht von sich aus macht. Und Hecken pflegen kann ganz einfach sein. Man muss nicht Weißdorn oder Schwarzdorn pflanzen, wenn man weiß, dass sie schwer zu bändigen sind.

Und auf den kleinen Artikel in der Walsroder Zeitung vom 08.07.2017 gibt es daher einen lesenswerten Brief von einem besorgten Herrn Berwardt aus Walsrode. Es wäre gut, wenn Herr Backhaus sich diese wirklich fundierten Ausführungen langsam und gut durchliest. Da verändert sich der Horizont, wenn man denn will.
Doch nun sollen sich unsere Leser ihre eigene Meinung bilden und möglicherweise immer wieder auf die einwirken, die es versäumt haben, die Veränderung des Horizonts wahrzunehmen.

Reinhardt Löwe
13.07.2017