Ein Lichtblick zum Weihnachtsfest und eine gute Nachricht für 2018

Liebe Imkerfreunde in Steglitz-Zehendorf und anderswo,

die Politik hat uns im vergangenen Jahr zusammen mit Lobbyisten der chemischen Industrie leider nicht nur Diskussionsstoff geboten. Sie hat uns vor allem mit für die Insektenwelt ganz fürchterlichen Fehlentscheidungen versorgt. Glyphosat und all die noch nicht genau identifizierten Neonikotinoide haben flächendeckend nicht nur die Honigbienen außerhalb der Städte in die Flucht geschlagen oder aber gezielt vernichtet. Fast alle Insekten hat es getroffen. Weiterhin können die Landwirte nun wieder sagen „wir machen alles gesetzeskonform“. Dass das wieder für die nächsten Jahre möglich ist mit dem JA der deutschen Bundesregierung, führt das ganze Gerede um Renaturierung und Biodiversität ad adsurdum.

Wir haben darüber mehr berichtet als über die kleinen Probleme der Bienenpflege unserer Imkerschaft. Das sollte sich ändern, wenn wir vor allem mit unseren Leidensgenossen in den landwirtschaftlich genutzten Regionen verkünden können, dass der Pestizideinsatz auf dem Rückzug ist. Das aber ist nur durch Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen. Und für diesen Ansatz gibt es nun eine neue Perspektive.

Es war wieder Klaus Wenzel, der wie auch viele andere, mit denen wir verbunden sind, für die Insekten im Netz immer unterwegs ist, der mir diese frohe Kunde zugetragen hat. Es ist gut, dass man nicht nur immer Schlimmes findet. Es ist wieder eine dieser kleinen Chancen, die man sofort ergreifen muss. Wir Imker in den Städten müssen die Sorge nicht zwingend teilen. Doch wir haben die Verpflichtung und Verantwortung, unser Wissen um die Probleme bei der Pflege der Honigbienen nicht nur in die Nachbarschaft sondern soweit wir können, auch in die Welt zu tragen.

So wollen wir denn zunächst den 20. Mai dick in unseren Bienenkalender schreiben. Auf Antrag der Slowenischen Imker, unterstützt von den EU-Mitgliedsstaaten (unsere Politiker müssen gefehlt haben) ist dieser Tag

von der UN zum Weltbienentag

ausgerufen worden. Nutzen wir diese Chance, um allen, die wir kennen, nun vor allem an diesem Tag alle Probleme um die Bienenhaltung und die Insektenwelt mitzuteilen.

Vor allem wir Imker sind die Anwälte für diese so gefährdete Tiergattung. Das Jahr 2018 kann damit der Start auch für erfolgreiche Verkündungen sein. Es wäre dabei unerlässlich, wenn auch unsere Politiker sich das ganz besonders zu Herzen nähmen.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin Zehlendorf und Umgebung e.V.
26.12.2017

UN führt Weltbienentag ein

Von: Samuel White | EURACTIV.com | translated by Tim Steins
21. Dez. 2017 (aktualisiert:  21. Dez. 2017)


Ab sofort ist der 20. Mai Weltbienentag. [Shutterstock]

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Der Vorschlag dafür kam aus Slowenien. Er wurde von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt. Mit dem Bienentag soll das Bewusstsein über die wichtige Rolle der Insekten und die schwindenden Bestände geschärft werden.

Die Entscheidung wurde am gestrigen Mittwoch bei der UN-Generalversammlung in New York getroffen. Mit dem Weltbienentag soll „durch Bildung und Aktivitäten das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bienen und anderen Bestäubern, die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind sowie ihr Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung erhöht werden,“ heißt es in der Entschließung.

Bienen und andere Bestäuber sind essenziell wichtig für die globale Lebensmitteproduktion und tragen zur Lebensmittelsicherheit bei. Laut Schätzungen des Weltrats für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) schaffen sie mit ihrer „Arbeit“ einen wirtschaftlichen Wert von bis zu 577 Milliarden US-Dollar.

Außerdem sind die Insekten ein wichtiger Bestandteil vieler Ökosysteme und werden als guter Indikator für ein gesundes Ökosystem angesehen.


Bienen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt. [Olga Kok/Shutterstock]

Spanisches Landwirtschaftsministerium warnt: Das Bienensterben geht weiter

Die Honigproduktion ist gesunken, warnt das spanische Landwirtschaftsministerium. Das Bienensterben sei eine ernste Gefahr für die globalen Lebensmittelketten.

In Europa sind die Bestände an Bestäuber-Insekten in den vergangenen 30 Jahren um bis zu drei Viertel zurückgegangen. Die genaue Ursache dafür ist unklar, viele Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der vermehrte Einsatz von Neonikotinoiden als Pflanzenschutzmittel eine wichtige Rolle spielt.

Diese weitläufig genutzten Pestizide haben Auswirkungen auf die Nervensysteme von Insekten sowie auf ihr Gewicht und ihre Fortpflanzungsorgane. Normalerweise werden sie vor der Aussaat auf Samen aufgetragen. Tatsächlich absorbieren die späteren Pflanzen jedoch weniger als 20 Prozent der Chemikalien; der Rest sickert in die Umgebung ein.

Slowenien, das den Antrag für den Weltbienentag gestellt hatte, verbietet seit 2011 die Nutzung von Neonikotinoiden und ist somit eines der ersten EU-Länder, das in dieser Hinsicht gehandelt hat. Die EU hatte im Jahr 2013 einen Stopp für drei Neonikotinoid-Verbindungen verfügt. Inzwischen wird über ein Komplettverbot diskutiert.

In Slowenien hat die Bienenhaltung eine lange Tradition. Jeder 200. Slowene ist Imker – der höchste Wert weltweit. Das Land hatte sich bereits seit drei Jahren bei der UN für einen offiziellen Weltbienentag eingesetzt.
Vize-Premierminister Dejan Židan begrüßte die Entscheidung der UN-Generalversammlung. Er erklärte: „Dies ist nur der Anfang eines schwierigen Prozesses zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber. Um erfolgreich zu sein, müssen wir die Regierungen aller Länder, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft an Bord holen.”

Er forderte weiter, es müssten konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um die Bienenhaltung überall auf der Welt voranzutreiben.

Slowenien will nun eine internationale Imkerschule aufbauen, in der (angehende) Imker aus aller Welt, insbesondere aus Entwicklungsländern, Grundwissen für den Umgang mit den wichtigen Insekten erlernen sollen.