Imkerkurse 2018

Das Institut für Veterinär-Biochemie am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin bietet zusammen mit dem Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. kostenlose Imkerkurse an.

Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby, für das sich immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg begeistern.

Mit der Bienenhaltung ist jedoch eine Verantwortung verbunden, sowohl den Bienen als auch den Mitmenschen gegenüber.

Zur Aneignung der Grundkenntnisse der Bienenhaltung empfiehlt sich den zukünftigen Imkern entsprechende Fachliteratur und ein Besuch bei unseren Imkerkursen.

Für Imker und Imkeranfänger:
Vorbereitung zu einer praktischen Weiterbildung in Vereinen

Samstag, 17.03.2018
Geschichte und Einführung in die Imkerei
Verschiedene Rähmchengrößen und Bienenbeutentypen
Bienen in Berlin, Vorteile – Nachteile für die Imkerei in der Stadt

Samstag, 14.04.2018
Erste Völkerkontrolle: Volksstärke, Königinnenrichtigkeit, richtige Brut, Temperatursicherheit für die wachsenden Völker, etc.
Imkerarbeiten im Frühling, Tote Bienen entfernen, Abnahme von leeren Waben

Samstag, 26.05.2018
Völkerführung in der Stadt
Völkervermehrung/Ablegerbildung um den Völkerbestand zu erneuern und erweitern
Schwarmvorbeugung

Samstag, 16.06.2018
Königinnenzucht, Tipps für Hobbyimker
Bienenprodukte: Honig, Pollen, Wachs, etc.

Samstag, 25.08.2018
Imkerarbeiten im Herbst
Varroosebekämpfung, Milbenbekämpfung mit unterschiedlichen Methoden und Mitteln
Wintervorbereitung, Futterversorgung, Wintersitz, Beutesicherung

Veranstaltungsort:
Freie Universität Berlin
Institut für Zoologie, Großer Hörsaal Nr. 110
Königin-Luise-Str. 1-3
14195 Berlin

Uhrzeit:
jeweils von 10:00 bis 14:00 Uhr

Referent:
Dr. Benedikt Polaczek
Imkermeister an der Freien Universität Berlin
Institut für Veterinär-Biochemie
Tel.: 030 838 53945
Email: polaczek@zedat.fu-berlin.de

Veranstalter:
Institut für Veterinär-Biochemie
Fachbereich Veterinärmedizin
Freie Universität Berlin
14161 Berlin
Leitung: Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Einspanier, Oertzenweg 19b

Diese Kurse dienen der Weiterbildung und als Vorbereitung für ein praxisorientiertes Lernen in Vereinen.

Bei einer Teilnahme an mindestens vier Terminen, kann eine offizielle Teilnahmebescheinigung erstellt werden.

Für die Ausstellung dieser Bescheinigung berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 5,00 €

Eine vorherige Anmeldung zu den Kursen ist nicht nötig.

Bienen bekommen in diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke

Unkrautvernichter: Glyphosat wird weitere fünf Jahre zugelassen
Glyphosat ist umstritten, weil es möglicherweise Krebs erregt. Doch auch
Deutschland stimmte der Zulassungsverlängerung zu – sehr zum Ärger des Koalitionspartners SPD.
27. November 2017, 15:44 Uhr, Aktualisiert am 27. November 2017, 19:09 Uhr
Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

Ein Traktor bringt Glyphosat auf einem Feld bei Göttingen aus. © Steven Lüdtke/Forum Moderne Landwirtschaft/dpa

Die EU-Kommission verlängert die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat um fünf Jahre. 18 der 28 EU-Länder stimmten in einem Vermittlungsausschuss für einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission, wie eine Sprecherin mitteilte. Neun Staaten votierten dagegen, einer enthielt sich. Deutschland stimmte nach Angaben aus EU-Kreisen für die Verlängerung – anders als bisher. Die Behörde will den Beschluss nun schnell
umsetzen.

Die Bundesregierung, die seit der Bundestagswahl nur noch geschäftsführend im Amt ist, ist sich dabei nicht einig. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium war für und das SPD-geführte Umweltministerium gegen eine weitere Zulassung. Wegen dieses Widerspruchs enthielten sich deutsche Vertreter bei den bisherigen Abstimmungen – ein wesentlicher Grund dafür, dass weder für noch gegen die Zulassung die nötige Mehrheit der Mitgliedsstaaten zustande kam.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kritisierte die deutsche Zustimmung zur Verlängerung. Sie habe ihrem Kabinettskollegen, Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), noch am Montag erklärt, sie sei „mit einer Verlängerung der Zulassung von Glyphosat weiterhin nicht einverstanden“. Dennoch habe der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Brüssel für eine Verlängerung gestimmt. Wer an „Vertrauensbildung zwischen Gesprächspartnern interessiert“ sei, könne sich so nicht verhalten. Auch SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles sprach von einem „massiven Vertrauensbruch“ innerhalb der geschäftsführenden Bundesregierung. Es stelle sich die Frage, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre eigenen Leute noch im Griff habe. „Wir empfinden das wirklich als schwere Belastung“, sagte sie auch mit Blick auf anstehende Gespräche mit der Union über eine mögliche Regierungsbildung. Man habe nach zwei Monaten gerade eine gescheiterte Jamaika-Sondierung erlebt. „Und ich kann nur hoffen, dass dieser Crash-Kurs jetzt nicht fortgeführt wird.“

Schmidt hingegen verteidigte die Entscheidung: „Mit unserer heutigen Zustimmung zur weiteren Zulassung von Glyphosat für fünf Jahre konnten wir wichtige Bedingungen durchsetzen“, sagte er der Rheinischen Post. Der Minister nannte die „Stärkung der Rolle von Biodiversität und Tierschutz“, weitere Aufklärung im Hinblick auf die gesundheitlichen Gefahren für den Menschen und eine „Prüfung der Optimierungsmöglichkeiten des Genehmigungsverfahrens für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe“. Schmidt begründete das deutsche Abstimmungsverhalten in Brüssel damit, dass die EU-Kommission „sich ohnehin für die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat entschieden“ hätte. „Die Kommission hätte damit den Wirkstoff ohne diese Bedingungen verlängert.“ National werde man zusätzliche Maßnahmen im Sinne restriktiverer Anwendungen ergreifen, versprach Schmidt.

Letzte Chance im monatelangen Streit

Über die Zukunft von Glyphosat in Europa wird seit Monaten gestritten. Bis zum 15. Dezember musste über die weitere Zulassung der Chemikalie entschieden werden, denn dann läuft die bisherige Lizenz aus. Der Ausschuss war der letzte Versuch, einen Kompromiss zwischen den EU-Mitgliedsländern und der EU-Kommission zu erzielen. Ohne eine Einigung hätte die Entscheidung bei der EU-Kommission gelegen.

Der Unkrautvernichter Glyphosat ist sehr wirksam, gilt als preiswert und wird weltweit in der Landwirtschaft genutzt, um Ernten zu verbessern. Entwickelt wurde der Wirkstoff vom US-Konzern Monsanto – den der deutsche Konkurrent Bayer übernehmen will. Das Mittel wird aber auch von mehr als 40 weiteren Herstellern vertrieben. Umstritten ist es wegen des Verdachts, es könnte Krebs erregen und die Umwelt schädigen.

So stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation das Herbizid im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen ein. Allerdings sehen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa, die Europäische Chemikalienagentur Echa und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung keine ausreichenden Belege für ein solches Risiko. Unabhängig davon gibt es Bedenken, unter anderem beim Umweltbundesamt, gegen die Vernichtung von Kräutern und Gräsern auf Ackerflächen. Damit werde Insekten und Feldvögeln großflächig die Lebensgrundlage entzogen.

Glyphosat – Hintergrund
DAS MITTEL: GLYPHOSAT
KREBSERREGEND ODER NICHT?
RÜCKSTÄNDE IN DER NAHRUNG

Erstmals wurde Glyphosat 1950 synthetisiert. Seit den Siebzigerjahren wird der Stoff in der Landwirtschaft eingesetzt. Als wesentlicher Inhaltsstoff etwa des Pflanzenschutzmittels Roundup des Konzerns Monsanto tötet es Unkraut auf Feldern mit Raps, Mais und anderen Nutzpflanzen. Heute ist Glyphosat das mit Abstand am meisten eingesetzte Pestizid. Sein Einsatz hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, wie die Studie eines Pestizidforschers zeigt (Benbrook et al., 2016). In Deutschland kaufen Landwirte pro Jahr rund 5.000 Tonnen an Glyphosat-Pflanzenschutzmitteln – der Anteil des Wirkstoffs an allen verkauften Herbiziden beträgt gut ein Drittel. Zunächst wurde die Chemikalie vor allem vor der Aussaat verwendet, um Äcker von Unkraut zu befreien. Doch seit es gentechnisch veränderte Pflanzen gibt, die gegen Glyphosat resistent sind, kann es auch nach der Saat eingesetzt werden. Alle Artikel zum Thema Glyphosat gibt es auf der ZEIT-ONLINE-Themenseite. Die EU-Kommission wollte ursprünglich eine Verlängerung der Lizenz um zehn Jahre. Dafür bekam sie aber im Kreis der EU-Mitgliedsländer keine Unterstützung. Auch ein neuer Antrag auf Verlängerung um fünf Jahre fiel Anfang November durch. Daraufhin beantragte die Brüsseler Behörde das Vermittlungsverfahren. Zuvor hatte die Kommission betont, sie hoffe auf breite Rückendeckung der Mitgliedsstaaten. Selbst nach der neuen europäischen Zulassung für Glyphosat kann nach Darstellung der Kommission jedes Mitgliedsland noch selbst entscheiden und bei ernsten Bedenken den Verkauf verbieten. So hat Frankreich angekündigt, Glyphosat in spätestens drei Jahren verbieten. Präsident Emmanuel Macron teilte per Twitter mit, der Einsatz des umstrittenen Mittels werde untersagt, sobald es eine Alternative gebe, spätestens aber in drei Jahren.

Das Europaparlament hatte sich im Oktober dafür ausgesprochen, den Unkrautvernichter ab sofort nur noch sehr eingeschränkt zuzulassen und bis 2022 schrittweise zu verbieten. Die Hersteller von Glyphosat hatten nach Tagesspiegel-Informationen zwischenzeitlich mit Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe gedroht, sollte der Stoff nicht wieder zugelassen werden und es dabei zu „Rechtsverstößen“ kommen. Für möglich gehalten wurden demnach Summen von bis zu 15 Milliarden Euro.

Frankfurter Allgemeine
UMSTRITTENES PFLANZENGIFT: Agrarminister nun für Glyphosat-Teilverbot
AKTUALISIERT AM 15.12.2017 – 08:58
Glyphosat: Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema

Nach seinem Alleingang bei der Glyphosat-Abstimmung in der EU strebt Christian Schmidt einem Zeitungsbericht zufolge ein nationales Verbot im Haus- und Kleingartenbereich an.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will einem Zeitungsbericht zufolge zumindest für ein Teilverbot des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat sorgen. „Im Rahmen der nationalen Umsetzung strebe ich nun Beschränkungenbeziehungsweise ein Verbot der Glyphosat-Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich sowie eine Anzeigenpflicht bei der Spätanwendung im Getreide an“, zitierte die „Rheinische Post“ am Freitag aus einem Brief Schmidts an Unionsabgeordnete. Zudem müsse nun intensiv nach Alternativen zu Glyphosat geforscht werden.

Schmidt hatte mit seinem Alleingang bei der Glyphosat-Abstimmung in der EU dafür gesorgt, dass die Genehmigung für das Mittel um fünf Jahre verlängert wurde. Er hatte das gegen den Wunsch seiner Kollegin aus dem Umweltressort, Barbara Hendricks (SPD), getan, die für ein Verbot des Mittel eintritt. Wegen seines Abstimmungsverhaltens war Schmidt auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerügt worden. Hendricks und die SPD streben nun an, auf nationaler Ebene die Glyphosat-Nutzung zu unterbinden.

Und der Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V. ?

Ganz sprachlos sind wir noch nicht, wir Imker, Kommentatoren zusammen mit den ungebundenen Wissenschaftlern aus aller Welt. Doch schlimme Nachrichten sind es für Imker, Bienen, Bestäuber, Insekten, Bodenorganismen, Vögel, Reptilien, Menschen im Allgemeinen und auch für Landwirte, die aber Entwicklung, Verquickung und Zeitgeschehen nicht verinnerlichen. Sie haben es verlernt, die Zusammenhänge der Natur zu begreifen.

Und die Politik, ist sie ratlos, unwissend oder unverantwortlich gewissenlos?
In Norddeutschland nennt man es schnacken, was da passiert. Doch hat die Mehrheit der Bürger die Volksvertretung dafür gewählt? Sie sollen uns doch eigentlich verantwortlich vertreten. Stattdessen entlassen sie uns in ein Maß der Hilflosigkeit, deren Vielfalt unerschöpflich erscheint. Da rufen die EU-Vertreter zur Kommentierung auf für eine EU-Pollinator Initiative, die bis zum 29.12.2017 in englischer Sprache und in Kurzform einzureichen ist. Das hatte zur Folge, dass das Netzwerk sachtauglicher Wissenschaftler angeworfen wurde. Es geht also um einen Aufruf zur Rettung der Bestäuber. Doch will die Politik hier überhaupt rettend eingreifen? Warum verschließt sich unser Landwirtschaftsminister den vielen wissenschaftlichen Argumenten gegen den überschwänglichen Gebrauch von Pestiziden? Da wird selbst bei den Task Force-Wissenschaftlern das Herzklopfen groß und es beginnt, die sachdienliche Argumentation zu versagen, weil die Entscheidungsträger sie nicht lesen. Es bleibt für den Unterzeichner noch unklar, ob die Politiker das nicht verstehen wollen oder es wegen des fehlenden Sachverstandes nicht können.

Es wird wohl so sein, wie Peter Hoppe schreibt: Ich halte die Pollinator Initiative der EU für ein Greenwashing Projekt, das einen einzigen Zweck verfolgt: die Neonics im Markt zu halten – und das auf Kosten der europäischen Bürger, die sich seit Jahren gegen die flächendeckende Vergiftung der Landschaft durch Neonics wehren. Welche Unverfrorenheit und Chuzpa !

Den Wortlaut des Kommentars von Dr. Peter Hoppe mag man nicht weiterleiten. Er ist geistreich treffend. Doch er zeigt eben auch die Verletzlichkeit der Wissenschaft, die sich gegen die schnöden Ziele der Pestizidindustrie (Monsanto, Bayer, Syngenta) immer nur mit der gewohnten Sachkunde zur Wehr setzt.

Für all die Menschen, die sich zeitgerecht gewohnt informieren wollen, um ein gesundes Leben zu erwarten, wird es schwer. Die Wahrheit (s.a. Zeit-Artikel vom 07.12.2017 „Der Krieg gegen die Wahrheit“) wird durch die hemmungslosen nur noch ökonomischen Vorteile so verbogen, dass man schließlich an den Vorteil der vielen Gifte glauben mag. Wir Imker, wenn wir denn in den Städten noch einige Völker am Leben erhalten können, werden den Pestizid-belasteten Honig nur noch selber essen dürfen. Oder es werden die Belastungswerte auf dem Etikett vermerkt sein. Wer hätte es jemals für möglich gehalten, dass unsere Politiker sich dieser Desinformationskampagne der industriellen Profiteure anschließen. Es bleibt die Augenwischerei mit den Eh-da-Flächen und den Blühstreifen. Das aber ist ein derart dünnes Glaubensbekenntnis, dass ein ernsthaft Mitdenkender wohl besser in Zukunft den staatlich gelenkten Kongressen fern bleibt.

Für die Honigbienen und die vielen anderen Bestäuber – den Pollinators – sind das keine guten Aussichten und für den Menschen auch nicht.

Liebe Imkerinnen und Imker des IV Berlin-Zehlendorf bleibt mit Euren Bienen bloß in der Stadt. Was ist schon der Feinstaub gegen die Giftmischungen der chemischen Industrie für die Landwirtschaft. Haltet Eure Gärten sauber, beeinflusst die Nachbarn, es auch zu tun. Pflegt die Biodiversität von Fauna und Flora.

Ein besinnliches Weihnachtsfest, einen ruhigen Jahreswechsel und bei bester Gesundheit wieder gemeinsam ein erfolgreiches Jahr mit den Bienen auch 2018.
Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
22.12.2017

Herbststürme

sie schaden den Bienen nicht

Verfolgt man den Kalender der Blüten, dann geht immer im August/September das gute Jahr für die Bienen und die vielen anderen Insekten vorbei. Sie nutzen die letzten Sonnenstrahlen und die letzten Tage des Jahres, an denen die Temperatur über die Marke von 10°C steigt. In diesem Jahr konnten die vielen Insekten es bis zum Anfang des November schaffen.

Nun aber geht den Meisten doch die Puste aus. Wespen vor allem haben sich auf die Königinnen reduziert. Doch auch der Goldkäfer sucht sich doch wohl schnell den rettenden Misthaufen, nachdem er die letzten Blüten der Herbstaster vernascht hat.

Dazwischen aber feiern wir das wohl verdiente Sommerfest noch schnell im August.
Mal ist es besinnlich, mal nachdenklich, mal anregend und manchmal nur eben
heiter.

Doch vergessen wir auch nicht den Erntedank. Es waren vornehmlich unsere Pflegekinder, die trotz eines nicht gerade von der Sonne verwöhnten Sommers wieder einen reichen Ernteseegen bescheert haben. Ohne Bienen keine Früchte!

Die Zeit wird dunkler; und auch die Imker ziehen sich zurück, ohne eine Kugel bilden zu müssen. Ein Treffen bei den Veterinären in Zehlendorf gab Einblicke in den neuen Wirkungskreis mit neuem Namensschild und einem kleinen aber feinen Bienengarten. Alles wurde registriert, verinnerlicht und denn doch auch verkündet.

Es wurden auch die letzten bienentauglichen Pflanzen aus der Tüte gezogen.Doch das Jahr geht unweigerlich zu Ende mit dem Efeu, der die letzte Pollen- und Nektarspende bereit hält für eine Vielzahl von Insekten.

Die letzten Herbstastern halten durch, bis ihnen das Wasser in diesem Jahr bis zum Halse steht. Nur die Frucht der wilden Rosen leuchtet, bis die Vogelschaar das letzte Winterfutter im Frühjahr 2018 vernichtet hat. Es wird still und friedlich im Garten.

Doch es kommen noch die Stürme des Herbstes, die in diesem Jahr noch vermehrt sogar die ganz Großen noch kippen ließen. Sie hatten häufig nicht mehr rechtzeitig die Blätter verloren. Doch es ist nicht die Sturmkonstante, die ihnen zu Schaffen macht. Es sind die gleich frequenten Böen, die die Statik durcheinanderbringen. Wie schlimm das enden kann zeigt dieser kleine historische Film vom Zerbersten der Takoma Bridge . Da werden auch die staunen, die mit der Statik von Bauwerken nicht so recht vertraut sind.

Was kommt nun noch?

Die Weihnachtsfeier findet noch in geschlossenen Räumen statt. Doch wir arbeiten ja daran, dass wir auch in Nordeuropa bald unter freiem Himmel dies Fest begrillen können – natürlich ökologisch einwandfrei, so wie hier noch im August.

Das gilt dann nur noch für die Städte, da der Herr Minister nun ausgerechnet am 27. November 2017 befohlen hat, die Landwirtschaft bienenfrei zu machen.

Ganz bitter ist das.

Die Varroa beherrscht der Imker in der Zwischenzeit ganz gut. Den Minister aber mit seinen Freunden der Chemieindustrie kann man wohl weder mit Ameisensäuredämpfen noch mit Buttersäure vertreiben. Die Verdunster sind einfach viel zu klein. Wer hätte gedacht, dass unsere Honigbienen und die vielen anderen Insekten einmal so große Feinde haben werden.

Und noch etwas war in diesem Jahr. Es war der Versuch, einen von der psd-Bank ausgelobten Preis zu gewinnen.

Wer lange genug sucht, findet auch unser Logo zwischen den über 100 Bewerbern. Doch wir waren nicht bei den Gewinnern (hier bei der Präsentation am 21.11.2017 in der Urania in Berlin). Aber, es haben viele sozial Benachteiligte Zuwendungen erhalten, die es wahrlich nötiger haben als wir gemeinnützigen Imker eines sehr großen Vereins. Freuen wir uns, dass es uns mehrheitlich gut geht; und dass wir uns weiter gut austauschen können für ein wieder erfolgreiches neues Bienenjahr auch ohne zusätzliche finanzielle Förderung.

Im Namen eines redaktionellen Spitzenteams
Reinhardt
im November 2017

Immer noch nicht wahrgenommene Erkenntnisse

Dr. Werner Kratz von der FU Berlin fasst hier zusammen, welche neuen Erkenntnisse hinsichtlich des Einflusses von Neonikotinoiden auf das Verhalten von Insekten – hier Hummeln – gewonnen wurden.

Aber warum müssen jetzt alle Insektengattungen separat untersucht werden? Der Gebrauch der Logik in einem gesunden Menschenverstand zeigt uns doch viel einfachere Zwänge auf. Vernichten die Herbizide die überwiegend erforderliche Nahrungsgrundlage einmal nur der meisten Insekten, bleiben diese mehrheitlich den behandelten Flächen fern. Stellt man zudem noch fest, dass nach Behandlung der vom Kraut beseitigten Flächen und einer weiteren Behandlung mit Neonikotinoiden weitere Bestäuber und andere Insekten ausbleiben, dann muss man etwas an dieser Verfahrensweise ändern.

Einerlei wodurch das Verschwinden der Insekten und Bestäuber zu erklären ist, muss zunächst der kausalen Vermutung gefolgt werden, dass es mit der Ausbringung der Pestizide zu tun hat. Es ist dabei nicht von primärer Bedeutung, ob es sich um einen ökologischen, ökonomischen oder beim Menschen gesundheitlichen Schaden handelt.
Hier ist ganz schnell etwas in Ordnung zu bringen, was der Mensch offensichtlich durch Unachtsamkeit in Unordnung gebracht hat. Das bedeutet, dass zunächst großflächig (200 ha und mehr) alle Pestizidgaben für die nächsten fünf Jahre zu unterlassen sind. Habitate und Wasserquellen sind wieder einzurichten.

Kehren jetzt die Insekten in angemessener Vielfalt zurück, muss man die Forschung für diese Erkenntnisse nicht bemühen. Man wird sehen, es funktioniert. Plausibilitäten sind so leicht aufzuzeigen. Warum aber macht man davon so selten Gebrauch? Weil eben ganz andere Interessen im Vordergrund stehen. Das aber sollte, nein, es muss ganz schnell geändert werden.

So aber müssen wir zunächst froh sein, wenn spezielle Forschungseinrichtungen noch speziellere Ergebnisse erarbeiten und publizieren wie hier die Beeinflussung der Neonikotinoide auf das Verhalten der Hummeln. Das sind dann eben die unpraktischen Erkenntnisse, die man Steinchen für Steinchen zusammenfügen muss. Dann erreicht man das Ergebnis, dass die überwiegende Zahl der Pestizid-Rezepturen den meisten Pflanzen, den Tieren und auch dem Menschen schadet. Die Robusten werden diesen Fahrplan zeitlich und gesundheitlich überstehen.

So ist es zur Zeit nur gut, wenn Menschen wie Dr. Kratz diese kleinen Erkenntnisbausteine verbreiten. So sollen auch wir versuchen, andere auf diese Gefahren hinzuweisen eben Steinchen für Steinchen, wenn es denn nicht anders geht.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
16.11.2017

Umweltforschung: Das Schweigen der Hummeln

Getreide, Kartoffeln, Tomaten – viele Nutzpflanzen sind, nicht nur für einen hohen Ertrag, auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Dass Pestizide das Bestäubungsverhalten von Hummeln beeinträchtigen, haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der University of Stirling herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports vor.

Hummeln setzen Pollen per Vibrationsbestäubung frei: Sie erzeugen mit ihrem Flügelschlag Frequenzen, die die Pollen aus der Blüte herausschütteln. So entsteht das bekannte Summen, das zwei Zwecken dient:
Bestäubung anderer Blüten und Sammeln von Nahrung.

„Wir haben die Wirkung des Pestizids Neonicotinoid auf Hummeln untersucht und herausgefunden, dass es die Vibrationen, und somit auch das Summen, negativ beeinflusst“, sagt Dr. Penelope Whitehorn. Die Biologin, die jetzt am Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) des KIT forscht, leitete die Studie an der University of Stirling.

Zusammen mit Dr. Mario Vallejo-Marin, University of Stirling, untersuchte sie durch das Pestizid belastete Hummelkolonien, überwachte deren Verhalten und nahm über einen längeren Zeitraum das Summen mit Mikrofonen auf. Danach analysierten die Wissenschaftler das akustische Signal, das die Hummeln bei der Vibrationsbestäubung erzeugen, um Veränderungen im Summen festzustellen. Sie fanden heraus, dass die permanente Belastung durch das Pestizid die Vibrationen verringert. Dies wiederum reduziere die Menge der gesammelten Pollen und somit die Nahrung der Hummeln, so die Forscher.

„Hummeln einer Kontrollgruppe, die dem Pestizid nicht ausgesetzt waren, lernten in ihrer Entwicklung nach und nach dazu, wie sie mehr Pollen sammeln und besser Blumen bestäuben können“, so Whitehorn. „Die Hummeln, die mit dem Pestizid in Berührung kamen, entwickelten ihre Fähigkeiten nicht weiter. Sie sammelten am Ende des Experiments zwischen 47 und 56 Prozent weniger Pollen als die Kontrollgruppe.“

„Unsere Forschungsergebnisse leisten einen wesentlichen Beitrag zu der Frage, wie sich Pestizide auf die Hummelpopulation und ihre Bestäubungsleistung auswirken. Sie weisen auch darauf hin, dass die Belastung durch Pestizide die Fähigkeiten der Hummeln beeinträchtigen kann, komplexe Verhaltensweisen wie die Vibrationsbestäubung weiterzuentwicklen“, sagt Vallejo-Marin. „Der nächste Schritt unserer Forschung wäre nun, den Mechanismus zu bestimmen, durch den das Pestizid die Hummeln beeinflusst. Wir glauben, dass Pestizide sich auf das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten von Hummeln auswirken. Beides sind wichtige Voraussetzung für komplexe Verhaltensweisen.“

Das Paper „Neonicotinoid pesticide limits improvement in buzz pollination by bumblebees“ veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Scientific Reports: Reports.

Privatdozent Dr. Werner Kratz

Freien Universität Berlin, Institut für Biologie
Himbeersteig 18
14129 Berlin

kratzw@zedat.fu-berlin.de

Bienen- und Imkerwinter 2017/2018

Auf unserer letzten Versammlung haben wir uns ausgetauscht über die anstehenden Handgriffe, die der Imker zum Wohlergehen der ihm anvertrauten Tiere doch beachten sollte, ehe es so richtig kalt wird. Es wird ruhiger am Bienenstand und dennoch müssen wir kontrollieren, ob alles in Ordnung ist mit dem Kampf gegen die Varroa und dem Schutz der Bienen auch gegen Mäuse.


Mäusekeil und Fluglocheinengung gegen die leider bis zum ersten Frost immer noch räuberischen Wespen müssen nun eingesetzt werden.

Doch der Winter erinnert uns auch an die wiederholt anstehende Teilnahme an der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Einen großen Themenkreis sollten wir Imker des Vereins in Zehlendorf und Umgebung beherrschen. Im Oktoberprotokoll wird sicherlich einiges zu lesen sein.

Unseren Wünschen hinsichtlich der Standorganisation ist im Wesentlichen entsprochen worden. Außer, dass beide Tische nach wie vor 1,00 m Durchmesser haben, ist man unseren Vorstellungen gefolgt. Aber wir haben erkannt, dass das Bundesministerium sparen muss. Obwohl, das muss man nun doch festhalten, ist auch wieder die Bienen-App mit ihren zwei Tablets an unseren Stand geschraubt. Doch wird hier sicherlich eine Aktualisierung stattgefunden haben, denn die App gibt es ja schon einige Jahre. So bereiten wir uns vor und lesen schon einmal die neue Version. Doch wenn man damit beginnt, ist man dem Internet als ewig Neugieriger ausgeliefert.
Eine neue Rubrik wird aufgerufen: Jetzt Bienen füttern mit dem Smartphone.

Das lassen sich der Herr Minister Schmidt und natürlich auch unser Bundesvorsitzender Maske nicht nehmen, diese neue App-Ergänzung auf einer (War es eine Messe?) kleinen Zusammenkunft in Meckenheim vorzustellen. „Bundesminister Schmidt vor Ort“ wird die Aktivität des BMEL überschrieben. Und der Herr Minister hält eine flammende Rede: Ohne Bienen können wir nicht leben. Das Ökosystem wäre gefährdet. Ein jeder kann seinen Beitrag leisten und in seinem Garten etwas tun, damit die Bienen ganzjährig Nahrung finden.

Aber es ist dem Herrn Minister wohl noch gar nicht aufgefallen, dass das Problem überhaupt nicht mit dem möglicherweise schlecht bepflanzten Blumenkasten zusammenhängt. Aber die App und wohl auch der eingespielte Trailer sind nicht für das Fachpublikum gedacht, sagt der Herr Minister. Doch warum soll die breite Bevölkerung nicht so schlau werden wie diejenigen, die sich mit der heutigen Problematik um das Bienensterben auseinandersetzen. Warum suggeriert man hier, dass man am Balkonkasten das Bienendilemma in eine positive Richtung drehen kann? Warum scheut man eine sachdienliche Auseinandersetzung?

Also sucht man weiter nach Gründen für das Bienensterben an Orten, wo es dies Problem nicht gibt. Warum fordert und fördert man ein Bienenmonitoring? Doch was ist das? Ein Monitoring ist die systematische Erfassung von Daten, um möglicherweise ein Problem lösen zu können. Ist es ein Bienenmonitoring dann sollte es sich um den Versuch der Problemlösung hinsichtlich des Bienensterbens z.B. handeln. Warum werden die Probleme der Vertreibung aller Insekten aus landwirtschaftlichen Regionen nicht auch im beschaulichen Meckenheim angesprochen? Da genügt es nicht, die Rettung in den Gartencentern der Region zu starten. Und die Datensammlungen bringen nicht viel, wenn man sie nicht bewertet und konstruktiv daraus Konsequenzen herleitet.

Dies nicht enden wollende Warum macht natürlich weiter neugierig; und man klickt sich durchs Netz, um wieder bei dem elenden Thema Glyphosat zu landen. Doch diesen Artikel des Tagesspiegel wollen wir nicht vorenthalten, wenn wir ihn denn nun schon gefunden haben. Wir wollen informiert bleiben über den Stand der Dinge bei der Abstimmung über die weitere Zulassung dieses Herbizids, dieses Breitbandantibiotikums, dieses Giftes, das wohl doch der Hauptverursacher ist für das Bienensterben in landwirtschaftlich genutzten Bereichen ist, unabhängig von den Krebsverdächtigungen. Hoffen wir, dass Minister Christian Schmidt ebenfalls diesen Artikel liest; und hoffen wir, dass unser Landwirtschaftsminister sich zusammen mit der Frau Ministerin für Umweltschutz sich nunmehr gegen eine Verlängerung der Zulassung für Glyphosat ausspricht. Glauben wir fest daran, dass es für die Bienen auch auf dem Lande wieder eine gute Zukunft gibt.

Reinhardt Löwe
31.10.2017

EU: Bundesregierung will Glyphosat-Einsatz retten
Der Tagesspiegel, Wirtschaft, 17.10.2017 19:23 Uhr

Das deutsche Agrarministerium verhandelt über einen Kompromiss: Das Gift soll noch weitere zwei bis drei Jahre zugelassen werden.

VON MARKUS GRABITZ


Über Jahrzehnte haben Landwirte Breitbandherbizide auf Glyphosat-Basis auf ihre Felder gebracht und wollen darauf nicht mehr…FOTO: IMAGO/BLICKWINKEL

Berlin arbeitet an einem Plan B, um die weitere Verwendung des umstrittenen Wirkstoffs Glyphosat auf Äckern EU-weit sicher zu stellen. Nach Tagesspiegel-Informationen will Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) durchsetzen, dass der Wirkstoff, dessen Zulassung am 15. Dezember ausläuft, auf EU-Ebene für weitere zwei bis drei Jahre eine Genehmigung erhält. Wie zu hören ist, verhandelt das Landwirtschaftsministerium mit den beiden SPD-geführten Bundesministerien für Wirtschaft sowie Umwelt. Auch die Grünen, die demnächst Sondierungsgespräche über die Bildung der Bundesregierung führen und als Anwärter für das Bundesumweltministeriums gelten, sind in diese Gespräche eingebunden.

2016 war eine Verlängerung der Zulassung um zehn Jahre gescheitert, weil die SPD plötzlich ihr Veto gegen einen ausgehandelten Kompromiss einlegte und sich die Bundesregierung laut Koalitionsvereinbarung dann bei der Abstimmung in Brüssel enthalten musste.

Die Zeit drängt: Im Dezember läuft die Zulassung des Wirkstoffs ab, dem die beiden EU-Agenturen für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie für Chemikalien (ECHA) Unbedenklichkeit bescheinigen, den aber die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (IARC) für „wahrscheinlich Krebs auslösend“ hält. Am 25. Oktober will die EU-Kommission unter den 28 Mitgliedsländern die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat um zehn Jahre abstimmen lassen. Sollte der Abgesandte der Bundesregierung aus Berlin dabei, wie so häufig in den letzten Jahren, nicht die Weisung für ein klares Ja oder klares Nein mitbringen, geht die Hängepartie weiter. Dann kommt vermutlich wieder keine qualifizierte Mehrheit zustande, weil nicht mindestens 16 Mitgliedsländer mit „Ja“ oder „Nein“ stimmen, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dann könnte die Kommission selbst entscheiden.

Doch EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis hat bereits mehrfach angekündigt, dass die Kommission dies nicht will. Sie will nicht den Schwarzen Peter zugeschoben bekommen für die Zulassung eines Mittels, das in weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr gewünscht wird.

Wenn Plan B scheitert, wird die Zulassung auslaufen

Klar ist: Sollte der Plan B von Minister Schmidt nicht aufgehen, würde die Zulassung für Glyphosat, das im Ackerbau im großen Stil eingesetzt wird, unweigerlich auslaufen. Für die Bauern würde es schwierig. Vermutlich wäre noch die nächste Ernte gesichert. Doch nach einer Übergangsfrist von bis zu 18 Monaten würden sowohl der Verkauf als auch der Einsatz des Mittels in der EU verboten, das als Allround-Pflanzenschutzmittel vielfach mit einem Breitband-Antibiotikum verglichen wird.

Die Debatte um Glyphosat wird immer emotionaler geführt. Die Gegner von der Initiative „Stop Glyphosate“ haben mit über eine Million genügend Unterschriften zusammen bekommen, um als EU-Bürgerinitiative von der EU-Kommission anerkannt zu werden. Sie fordern ein Verbot sowie eine Reform der Pestizid-Zulassung in der EU. Die Kommission wird in den nächsten Wochen in den Dialog mit der Bürgerinitiative treten, ist letztlich aber rechtlich frei, wie sie mit den Forderungen umgeht.

Die Gegner versuchen zu mobilisieren. Immer wieder lassen sie etwa Tests durchführen und weisen auf Rückstände des umstrittenen Wirkstoffes hin. Mal findet er sich im Urin, mal im Speiseeis. Im Eis fanden sich Konzentrationen, die unterhalb der Grenzwerte liegen. Zuletzt warfen die Gegner dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das federführend an der Risikoprüfung beteiligt war, unseriöse Arbeitsmethoden vor. Das BfR, so der Vorwurf der Kritiker, habe Passagen von der Industrie abgeschrieben. Das BfR verwahrt sich entschieden gegen den Vorwurf eines Plagiats: Die Gesetzgebung sehe explizit vor, dass der berichterstattende Mitgliedsstaat – im Fall von Glyphosat Deutschland – alle Informationen der durch die Antragsteller eingereichten Dokumente auf Plausibilität und Korrektheit prüft. „Wenn der berichterstattende Mitgliedstaat mit einer bestimmten Zusammenfassung oder Bewertung der Antragsteller übereinstimmt, kann er diese direkt in seinen Bericht integrieren.“ Abweichende Bewertungen würden durch eigene Kommentare ausgedrückt.

Unterdessen wurde bekannt, dass einer der exponiertesten Glyphosat-Gegner einen Interessenkonflikt haben soll, den er jahrelang verschwieg. Der Forscher Christopher Portier war als „externer Spezial-Ratgeber“ beteiligt, als die IARC zu dem Urteil kam, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserregend“. Nach Recherchen eines US-Bloggers stand Portier auf dem Lohnzettel von zwei US-Großkanzleien, die Schadensersatz vom Glyphosat-Hersteller Monsanto wegen Krebserkrankungen erstreiten wollen. Er soll bis Juni 2017 ein Honorar von 160 000 US-Dollar bekommen haben.

Das unbekümmerte Handeln der Monsantos & Co

Im Anhang findet Ihr eine Zusammenstellung, wie Monsanto und andere Firmen Wissenschaft und sicher geglaubte Beurteilungskriterien manipuliert haben. Das ist schon lesenswert und macht doch Angst. Es erinnert ein wenig an die kleine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung aus dem Juli 2017 im Abgeordnetenhaus incl. der detaillierten Antwort. Es wird viel zu wenig gelesen, nur gesammelt und abgelegt. Es erfolgt keine Bewertung.

Anton Safer hat uns die Neuigkeiten zugespielt.

Was wir Imker nicht verstehen können ist der Verlust an einfacher, dem Menschen eigener Plausibilität.

Glyphosat oder round up oder wie man es immer nennen mag ist ein anerkanntes Herbizid. Es ist eine chemische Substanz, die fast alle Pflanzen vernichtet bis auf die eine, die man profitabel ernten möchte. Damit vernichtet man das Futter für die meisten Insekten und die anderen der ganz Kleinen im Sichtbaren und im Untergrund. Damit zerstört man die Artenvielfalt der kleinen und in der Folge der größeren und dann auch der ganz großen Tiere. Die Pflanzen und auch die Gehölze hat man schon in der Vorbereitungsphase vernichtet.

In dieser einfachen Form der Beschreibung müsste der zu erwartende Schaden doch jedem Menschen verständlich sein. Über die komplizierte Schiene der Gesundheitsgefährdung möchten einige Verantwortliche das Verbot oder die Reduzierung der Verbreitung erreichen. Ein langer zeitlicher Beweis wäre erforderlich. Also wird die Vernebelung der Chemie oder anderweitige Verbreitung dieser Substanz weiter geduldet. Wie sagt da die Landwirtschaft: Wir machen nichts Ungesetzliches. Das ist im Prinzip richtig. Doch man kann doch mit dieser Aussage nicht zufrieden sein und auf die Teilnahme des Verstandes verzichten.

Warum ändern die vielen Verantwortlichen nicht den Beurteilungsvorgang in eine logische Vorgehensweise. Warum trennen wir uns nicht einmal von der Betrachtung der Gewinnerwartung der Chemie verarbeitenden Unternehmen sowie der Landwirtschaft. Warum denken wir nicht einfach einmal an den immensen Schaden, der durch die Vertreibung und Vernichtung allein der Bestäuber angerichtet wird. Das heißt, warum denken die Verantwortlichen Volksvertreter nicht einfach einmal an die althergebrachten und bewährten Nachhaltigkeitsprinzipien der Natur. Das wäre nicht unbedingt neu, ist aber aus der Mode gekommen.

Die neuartige Zauberformel Blühstreifen sollten wir überhaupt nicht mehr erwähnen. Die Blühstreifen sind wie das Hauptfeld wenn nicht mit Herbiziden dann mit Neonikotinoiden vergiftet. Sind sie es ausnahmsweise einmal nicht, was unwahrscheinlich ist, bieten sie doch keine Habitate und bleiben damit unerreichbar für die meisten vertriebenen Bestäuber. Zwar hat das Institut für Bienenkunde in Celle ermittelt, dass es wohl Honigbienen gibt, die eine Entfernung bis zu 8 km zurücklegen können. Das aber wird nicht die Regel sein. Wissenschaftler aus den Niederlanden sehen den Einzugsradius von Honigbienen eher bei 2 km, den von Wildbienen bei 0,7 – 1,0 km. Das bedeutet, dass diese wohl historischen Bienenmodelle nicht einmal den Acker einer modernen Monokultur überqueren können.

In diesem Sinne bitte lesen, wenn es auch nicht einfach ist. Was aber noch wichtiger ist, verbreitet doch bitte weiter unser ganz einfaches der Natur zugewandtes Gedankengut. Bleibt neugierig und werdet in dieser Richtung noch redseliger. Macht es den Betrügern schwer, sich immer wieder durchzusetzen; oder aber wie im angefügten Artikel: entlarvt sie.

Reinhardt Löwe
Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V.
14.10.2017

Anhang
Gillam 2017 Presentation_Decades od Deceit-REVELATIONS FROM THE MONSANTO PAPERS

Arte | Dokumentation | Wissenschaft: Roundup, der Prozess

Imkerfahrt in den Spreewald 2017 (II)

Im September kann der Imker erstmals im Jahr – abgesehen von den Wintermonaten – entspannt auf Reisen gehen. Wie im jeden Jahr sind wir vom Imkerverein wieder im September auf Reisen gegangen. Warum in die Ferne schweifen, haben wir uns auch dieses Mal gesagt und sind in den Spreewald gefahren. Sabine hat uns eine schöne und abwechslungsreiche Reise zusammengestellt. Wieder hat uns Eberhardt, unser Imkerfreund aus Burg im Spreewald, begleitet und mit Informationen versorgt. Hier nun der Reiseverlauf:

1. Tag

a. Besuch der Schokoladenmanufaktur Felicitas in Hornow,
b. Schlosspark Bad Muskau und Besuch des Polen Marktes,
c. Aussichtspunkt Tageabbaugebiet Jänschwalde,
d. Stadt Peitz

2. Tag

a. Stadtrundgang durch Peitz,
b. Kahnfahrt durch den Spreewald,
c. Abend der offenen Höfe in Peitz

3. Tag

a. Besichtigung der Schauimkerei in Dissen,
b. Besuch des Dorf- und Erntefestes in Raddusch,
c. Rundgang durch Lübbenau
  
  

1. Tag

Besuch der Schokoladenmanufaktur Felicitas

Die Schokoladenmanufaktur befindet sich in Hornow. Hornow ist ein kleines Dorf südlich von Cottbus. Es ist schon überraschend, dass in diesem kleinen Dorf eine über die Grenzen von Brandenburg hinweg bekannte Schokoladenmanufaktur ihren Sitz hat. Die Schokoladenmanufaktur ist eher zufällig in Hornow gegründet worden. In Hornow waren einfach gute Expansionsmöglichkeiten auf dem Gelände einer ehemaligen LPG vorhanden. Gestartet ist „Felicitas“ vor 25 Jahren ganz klein mit 2 Mitarbeitern. Damals war es noch keine Schokoladenmanufaktur, sondern nur eine kleine Schokoladenküche. Mittlerweile ist die Schokoladenmanufaktur auf 75 Mitarbeiter angewachsen. Ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Für den nächsten Tag wurde der Ministerpräsident des Landes Brandenburg zum 25-jährigen Jubiläum erwartet. Wir wurden mit einer Tasse Schokolade und Pralinen von der Inhaberin begrüßt. Dazu gab es einen Film über die Entstehung und Philosophie der Schokoladenmanufaktur. Der Name steht für 100 % Handarbeit. Jeden Tag werden 600 kg Rohschokolade verarbeitet. Zu Ostern und Weihnachten sind es sogar 800 kg Rohschokolade. Die Qualität des Produktes ergibt sich aus den Zutaten, hat uns die Chefin erklärt. Die Firma hat 2 Filialen in Dresden und 1 Filiale in Potsdam. Eigentlich sollte eine 4. Filiale am Flughaben Schönefeld hinzukommen. Daraus wurde aber nichts. Selbst wenn der Flughafen einmal eröffnet wird, wird es dort keine weitere Filiale geben. Diesen Plan hat die Firma inzwischen aufgegeben. Stattdessen hat die Firma einen neuen Plan umgesetzt. Am Stammsitz in Hornow wurde das „Schokoladenland“ eröffnet, eine Mitmachwerkstatt, ein Verkaufsraum, ein Cafe´ und ein Veranstaltungsraum. Geplant ist als nächstes eine gläserne Manufaktur. Auf lustige und interessante Art hat uns die Chefin die Geschichte der Schokoladenmanufaktur erzählt. Die Chefin hat uns verraten, dass sie jeden Tag 10 Pralinen aus der eigenen Produktion isst. Ob das wohl stimmt? Auf die Frage, wie sie es schaffe, dabei so schlank zu sein, hat sie eingestanden, dass der Stress sie schlank hält. Sie muss sich nicht nur um die Schokoladenfabrik kümmern, sondern auch um 2 Kinder, 2 Esel und einen Mann. Sehr kurzweilig hat uns die Chefin in die Welt der Schokolade eingeführt. Dann hieß es Abschied zu nehmen vom „Schokoladenland, der Schokoladenseite der Lausitz“. Nachmittags haben wir die andere Seite, die dunkle Seite der Lausitz, die Braunkohle und das Abbaugebiet Jänschwalde kennengelernt. Zunächst ging es nach Bad Muskau. Bad Muskau ist berühmt durch den vom Fürst Pückler geschaffenen Park. Der Park ist 600 ha groß. Davon liegen 1/3 auf deutscher Seite und 2/3 auf polnischer Seite. Stattlich steht das Schloss im Park, wiederauferstanden aus Ruinen. Während des Krieges ist das Schloss vollständig zerstört worden. Nach der Wende wurde es wieder aufgebaut. Es ist in einem königlichen rot angestrichen. Dazu hat uns Eberhardt die Anekdote der „Fürst-Pückler-Eisbombe“ erzählt. Die Anekdote kommt aus den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Nacheigentümer des Fürst Pückler-Schlosses waren die von Arnims. Zur Hochzeit der einzigen Tochter, Freda Antoinette Gräfin von Arnim, mit dem Fürst Alexander zu Dohna-Schlobidden wurde das Schloss renoviert, hergerichtet und dunkelrosa angestrichen. Böse Zungen sprachen damals unter Anspielung auf den Vorbesitzer Fürst Pückler von einer riesigen „Fürst-Pückler-Eisbombe“. Jetzt beherbergt das Schloss die Landschaftsarchitektenschule. Eine passende Nutzung wie ich finde. Allein der Park bietet vorzügliches Anschauungsmaterial für die Schüler Landschaftsarchitekten. Der Park gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Um das Schloss herum ist viel Wasser künstlich angelegt. Ein beliebtes Fotomotiv ist die Fuchsienbrücke. Die Zinkgusslöwen sind neu gegossen. Sie waren nach dem 2. Weltkrieg verschwunden. In die abgestorbene Blutbuche wurde ein neuer Baum gepflanzt. Warum? Um die bestehende Sichtachse zu erhalten. Der Park lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden. Zu Fuß ist der Park wegen seiner Größe schon eine echte Herausforderung. Wir haben nur eine kleine Runde gedreht, sind über die Janettenbrücke gegangen und waren in Polen. Direkt an der Grenze existiert ein großer Polenmarkt. Es war für mich der erste Besuch eines Polenmarkts. In großen Hallen reiht sich Geschäft an Geschäft. Fast alles gibt es zu kaufen, von getrockneten Pilzen bis zu Gardinen. Ganz locker werden dort in Großgebinden Gifte gegen Unkraut und Insekten verkauft.
Weiter ging es zu der schwarzen Seite der Lausitz, in das Braunkohleabbaugebiet Jänschwalde. Eberhardt hat uns von der Vertreibung der betroffenen Bewohner erzählt. Viele Dörfer mussten der Braunkohle weichen. Davon betroffen waren auch die Einwohner von Horno. Die Einwohner von Horno haben 26 Jahre für ihren Ort gekämpft. Vergeblich. Jetzt wohnen sie in Neu Horno. Ein Ort aus der Retorte. Der Ort sieht gepflegt aus, menschenleer, ein bisschen steril. Einen Blick über das Braunkohleabbaugebiet haben wir vom Aussichtspunkt Jänschwalde geworfen. Vor uns ein „liegender Eifelturm“. So groß ist das Gerät, mit der die Kohle vollmaschinell abgegraben wird. Auf Transportbändern wird die gewonnene Kohle direkt in das Kraftwerk zur Kohleverstromung gebracht. Der Abraum wird auf der einen Seite direkt wieder ausgespukt. Eine öde Landschaft soweit das Auge reicht. Im Hintergrund die dampfenden Kühltürme des Kraftwerks. Auf der anderen Seite des „liegenden Eifelturms“ ebenfalls Ödnis. Erde, die auf den Abbau wartet. Der Mutterboden und die Bäume und Sträucher sind bereits entfernt. Kein bisschen grün ist zu sehen. Das Kraftwerk Jänschwalde ist mit 3000 Megawatt das 3. größte Kraftwerk Deutschlands. Mit einem CO2 – Ausstoß von 23,3 Mio. Tonnen verursacht das Kraftwerk die vierthöchsten Treibhausgasemissionen aller europäischen Kraftwerke. Jeden Tag benötigt das Kraftwerk 80.000 t Braunkohle. Für die Region ist die Braunkohle ein wichtiger Arbeitgeber. Außer Tourismus gibt es sonst kaum Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen. Später in Peitz haben die Menschen mehrfach ihre Sorge zum Ausdruck gebracht. Sie wissen nicht wie es weiter gehen soll, wenn das Kraftwerk Jänschwalde dicht gemacht wird.

Letzte Station des Tages war Peitz, eine früher einmal sehr bedeutsame Festungsstadt. Dort haben wir im Hotel „Zum Goldenen Löwen“ übernachtet. Leckeres Abendessen hat uns erwartete. Die Spezialität des Hauses war eine Karpfenbratwurst. Die Spreewaldgurke in allen Variationen fehlte nicht. In Peitz gibt es die größten Karpfenteiche der Welt.

2. Tag

Peitz und Spreewald

Anlässlich einer Stadtführung hat uns unser Stadtführer die geschichtliche Bedeutung des Ortes erklärt. Peitz ist eine ehemalige Festungsstadt. Zum Schutz der Stadt wurde Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Bau einer Festung begonnen und vor der Stadt 5000 Morgen große Teiche sowie zu deren Flutung der Hammergraben angelegt. 1559-1562 wurde die Zitadelle, die obere Festung gebaut. Es folgte 1590-1595 die Festungsanlage um die Stadt, die untere Festung. Der Bau wurde vom Festungsbaumeister Graf Rochus zu Lynar geleitet, der auch als Erbauer der Zitadelle Spandau gilt. Es waren viele Soldaten in der Stadt stationiert. In der Stadt lagerten Waffen und Munition für 30.000 Soldaten. Versorgt wurden die Soldaten von etwa 90 Kneipen. Auf Befehl des preußischen Königs Friedrich II wurde 1767 die Festung weitgehend abgerissen. Erhalten ist der Festungsturm und die Malzhausbastei. Der rd. 36 Meter hohe Festungsturm hat Außenmauern, die bis zu 6 m dick sind. Seit Ende des 16. Jahrhunderts wird in den Peitzer Teichen Fischzucht betrieben. Der Name „Peitzer Karpfen“ soll überregional bekannt sein. Das Peitzer Teichgebiet ist mit rd. 1000 ha das größte zusammenhängende Teichgebiet Deutschlands. Nach der Wende hat der Ort bevölkerungsmäßig einen Aderlass erlitten. Wenn der Tagebau in Jänschwalde schließt, ist zu befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Daher setzt der Ort auf Tourismus. Der Wirt vom Hotel „Zum Goldenen Löwen“ versucht durch attraktive Arrangements Touristen in die Stadt zu holen. Zu diesem Arrangement gehört auch eine Kahnfahrt durch den Spreewald. Den Nachmittag haben wir auf der Spree verbracht. Der Wirt hat uns durch den Spreewald gestakt. Es war sehr malerisch. Kaum Touristen unterwegs. Das Wetter hat auch weitgehend gehalten. Der Wirt hatte vorgesorgt und Schirme mitgebracht. Zwischendurch haben wir angelegt. Es gab Kaffee und Kuchen. Unterwegs gab es Gurkenstationen. In die Boote gereicht wurden uns Schmalzbrot und verschiedene Gurkenvariationen: Salzgurke, Gewürzgurke, Senfgurke… Mir hat es die Senfgurke angetan. Zwei Schleusen haben wir passiert. Wieder haben Kinder die Schleusen bedient. Das Schleusen ist bei den Kindern beliebt, weil es ein einträgliches Geschäft ist. Es gibt gute und schlechte Schleusen. Gut und schlecht richtet sich danach, wieviel Kanus die Schleuse passieren. Die Touristen geben zum Dank für die Mühe der Kinder eine Münze. Der Wirt erzählte uns, dass er als Kind auch geschleust hat. Am Ende des Tages ist ein schönes Sümmchen zusammen kommen.

3. Tag

Auf dem Programm stand zunächst ein Kurzbesuch in Dissen. Im letzten Jahr waren wir auch in Dissen gewesen und haben uns das Museum mit Kirche, das mittelalterliche Dorf und den Kräutergarten angesehen. Diesmal stand auf dem Programm die neu errichtete Schauimkerei des örtlichen Imkervereins. Innerhalb eines Jahres ist eine kleine Sammlung zusammen gekommen. Im Juni des Jahres ist die Sammlung zur Landpartie des NDR eingeweiht worden. Besonders gefallen hat mir der dazugehörende Wildgarten mit reichlich blühender Cosmea. Im Hintergrund war das Geschnatter der Gänse zu hören. Überhaupt haben wir viele Gänse auf den Wiesen gesehen. Sie leben noch bis Weihnachten. Weiter ging es zum Dorf- und Erntefest nach Raddusch. Das Dorf- und Erntefest wird jedes Jahr – immer in einem anderen Ort im Land Brandenburg – gefeiert. Das ganze Dorf war ein einziger Festplatz. Am Ortseingang standen die Auto-Oldtimer, dann kamen die Buden und Festzelte. Lange Zeit habe ich dem Treiben auf der Bühne des RBB in der Dorfmitte zugeschaut. Viele Zuschauer standen dort in sorbischer Tracht. Auf der Bühne drehte sich alles um die sorbische Kultur. Es wurden sorbische Bräuche vorgestellt, auch bekannte sorbische Liedermacher haben in der sorbischen Sprache gesungen. Die Moderatoren redeten erst sorbisch. Dann haben sie alles übersetzt. Es wurden die Bräuche mit den Trachten erklärt. Der Reichtum eines Ortes ließ sich an seiner Tracht, an der Borte am Rock und der Breite der Spitze, ablesen. Jeder Ort hat seine eigene Tracht. Die Gürtel sind mit Perlen bestickt. Haube und Brusttuch bestickt die Trägerin immer selbst. Jeder Anlass hat seine eigene Tracht. Es gibt die Tracht für den Kirchgang und die Arbeitstracht. Die Farbe der Trauer ist weiß.

Letzte Station unserer Fahrt war Lübbenau. Dort machten wir noch einen Abschiedsspaziergang mit Eberhard, unserem Reiseführer aus dem Spreewald, um dann wieder nach Berlin zurück zu kehren. Eine gelungene Reise. Wir freuen uns schon auf die Fahrt im September 2018.

Birgit Hach-Klarholz

IGW 2018 (19.01. – 28.01.2018 Halle 23a)

Die IGW 2018 (19.01. – 28.01.2018 Halle 23a) rückt näher und soll von uns wieder im Rahmen der Sonderschau des BMEL farbig präsentiert werden. Gut positioniert, wie in den vergangenen Jahren, werden wir wieder ein breit gefächertes Publikum zu erwarten und zu bedienen haben.

Wettbewerb „Zukunftspreis 2017“ der psd Bank

Liebe Freunde der Bienen und Insekten,

schon wieder wagen wir etwas Neues. Bekommen wir einen Förderpreis, dann wollen wir das Thema „Trachtverhalten“ weiter vertiefen in Richtung Rekultivierung.

Das Wettbewerbssystem ist ein klein wenig ungewöhnlich. Es scheint hier schwerwiegend auf die Volkesstimme anzukommen. Das ist dann so ähnlich wie beim „Eurovision Song Contest“. Für einen Wettbewerb, der dem Naturschutz mit fast wissenschaftlichen Wurzeln verbunden scheint, ist das schon eher sehr ungewöhnlich. Doch die psd-Bank ist kein gemeinnütziger Verein und möchte wohl auch ein wenig Werbung für die Großherzigkeit betreiben. Das darf man als angemessen betrachten.

Dennoch sind Zuwendungen – in welcher Höhe auch immer – für einen Verein wie den Imkerverein Berlin-Zehlendorf und Umgebung e.V., der sich ausschließlich gemeinnützig dem Thema Bienen und Naturschutz verschrieben hat, von stets großer Bedeutung. Und wir werden damit sehr redlich umgehen.

Über diesen Link könnt Ihr täglich neu Eure Zustimmung geben. Es wäre toll, wir könnten da ganz vorne landen. Bis jetzt sind wir abgeschlagen.

Beste Grüße

Reinhardt Löwe, 26.9.2017